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DFB-PK: Lahm und Schweinsteiger - Die Bosse auf den Pfaden von Xavi und Iniesta

Bastian Schweinsteiger hat sich rar gemacht bei der Nationalmannschaft. Nun ist er wieder da. Forsch, optimistisch und mit großen Zielen.

Düsseldorf. Zurück, gleich wieder Boss und bald schon Jubilar: Mit einem "Super-Gefühl" und großem Selbstbewusstsein hat sich Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger im Kreise der deutschen Nationalmannschaft zurückgemeldet. Dass er dort zuletzt ein selten gesehener Gast war - Schweinsteiger hatte zwölf Freundschaftsspiele in Folge verpasst und lief 2013 erst ein Mal im Nationaltrikot auf - hat seinem Standing in der Mannschaft keineswegs geschadet.

Im Gegenteil: Von dem "großartigen Strategen und Leader", der am kommenden Dienstag in Schweden trotz all seiner Absagen bereits sein 100. Länderspiel bestreiten dürfte, erwartet sich nicht nur Bundestrainer Joachim Löw den vielleicht entscheidenden Schub auf dem Weg zur WM 2014 in Brasilien.

Schweinsteiger: Erwartungshaltung ist Herausforderung für mich

Er fühle sich endlich wieder fit, habe seit etwa drei Wochen "endlich wieder das Gefühl, ein vollständiges Sprunggelenk zu haben", sagte der 29-Jährige am Dienstag und gab sich vor dem WM-Qualifikationsspiel am Freitag in Köln gegen Irland gleich wieder als Leitwolf: "Die Erwartungshaltung bei der Nationalmannschaft ist inzwischen viel größer als bei meinem Debüt 2004. Aber das ist ein gutes Zeichen, denn es heißt, dass man erfolgreiche Zeiten hinter sich hat. Und vor allem stachelt es einen an, ist eine Herausforderung."

Lahm und Schweinsteiger wie einst Xavi und Iniesta

Gemeinsam mit Kapitän Philipp Lahm soll er die DFB-Auswahl wie auch den FC Bayern München anführen. Wahrscheinlich wird dieses Duo in Zukunft sogar eine noch prägendere Rolle einnehmen. Der neue Bayern-Trainer Pep Guardiola hat Lahm auf die Sechser-Position beordert und Schweinsteiger dafür als "Achter" etwas nach vorne verschoben. So hat er seine beiden wichtigsten und spielintelligentesten Akteure im Zentrum. Sie bilden das Herz des Teams, so wie einst Xavi und Andres Iniesta unter Guardiola beim FC Barcelona.

Da auch die spanische Nationalelf stets so spielte und als Gewinner der drei letzten Titel bei Welt- und Europameisterschaften ohnehin das große Vorbild der DFB-Elf ist, wäre das auch für Deutschland eine vorstellbare Konstellation. Deshalb schüttelte Schweinsteiger auch den Kopf, als er in Düsseldorf sogar gefragt wurde, ob Lahm als "Sechser" nun sogar ein Konkurrent für ihn sei. "Ich verstehe die ganze Diskussion nicht", erklärte er und ergänzte: "Philipp macht das überragend auf der Sechs bei Bayern München. Wenn man ganz genau hinschaut, ist es nur logisch, dass es mich dann ein bisschen weiter nach vorne zieht."

Auf die Nationalelf könne man das Münchner System indes nicht ganz so einfach übertragen: "Bayern und die Nationalmannschaft sind nicht ganz zu vergleichen, das System und die Spielertypen sind ein wenig anders. Wir versuchen natürlich auch hier das Spiel zu dominieren, besser zu sein als der Gegner, aber es nicht ganz zu vergleichen."

WM-Titel erreichbares Ziel für Schweinsteiger

Die Kombination aus dem erlösenden Gewinn der Champions League - dem ersten großen Titel der Generation Lahm/Schweinsteiger - und der langen Zwangspause hat sichtbar neues Feuer geweckt in dem Mann, der einst für alle nur der "Schweini" war. "Es ist ein Ziel von mir, dass wir das irgendwann erreichen können", betonte Schweinsteiger und meinte damit den WM-Titel mit Deutschland.

Vor sieben Monaten, als er das letzte Mal zum Kreis der DFB-Elf gehörte und die europäische Klub-Krone noch nicht gewonnen war, hatte sich das noch anders angehört. Man könne es eben nicht jedem recht machen, hatte Schweinsteiger damals bei einem merkwürdig trotzigen Auftritt erzählt. Und wenn er keinen großen Titel in seiner Karriere hole, "dann würde ich auch nicht früher sterben".

Schweinsteiger vor 100. Länderspiel

Nun hat er ihn auf Vereinsebene gewonnen, "und daraus nimmst du eine Menge mit. Nun weiß man, wie man einen solchen Erfolg haben kann." Das Jubiläum, das er am Dienstag feiern kann, ist da nicht nur Nebensache. "Klar, das ist etwas Besonderes", meinte er: "100 Länderspiele sind nicht selbstverständlich. Das ist eine Zahl, die einen stolz macht. Aber ich hoffe, es kommen noch viele Länderspiele dazu. Und hoffentlich auch der ein oder andere Erfolg."

Den mit den Bayern hat er errungen als Anführer an der Seite von Lahm. Dieses Duo soll nun auch Deutschlands im nächsten Sommer schon 18 Jahre währende Durststrecke beenden. Damit "Lahm/Schweinsteiger" endgültig zum Gütesiegel wird wie "Xavi/Iniesta".

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