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Vor dem Spiel gegen Österreich war die Abwehr noch das Hauptthema. Nun könnte Bundestrainer Löw sein Stamm-Verteidigung gefunden haben - wodurch es einen klaren Verlierer gibt.

Torshavn. Die Chartermaschine auf die Schafsinseln bestieg Mats Hummels mit ernstem Blick. Nach einer schweren Woche bei Borussia Dortmund erlebt der Innenverteidiger auch in der Nationalmannschaft schwere Zeiten. Seinen Platz in der Startelf hat der 24-Jährige bis auf Weiteres verloren, zudem gaben ihm Bundestrainer Joachim Löw und Konkurrent Per Mertesacker noch deutliche Warnungen mit auf den Weg.

Die Botschaft: Seinen neuen Stammplatz auf der Bank wird Hummels ohne Klagen akzeptieren müssen. "Mats hat große Führungsqualitäten", sagte Löw zwar dem Kölner Express, machte aber auch deutlich, dass er in Hummels keinen Führungsspieler seines Teams sieht: "Bei der Nationalmannschaft ist er ja noch nicht ganz so lange dabei. Hier gibt es andere Führungsspieler, die Hierarchie ist eine andere als beim BVB." Sportlich sehe er in Hummels zwar einen "sehr guten Innenverteidiger", dem aber "im Moment vielleicht die ganz große Sicherheit fehle, die ihn letzten Jahr auszeichnete".

Hummels nicht mehr unantastbar

Dies hatte sich zuletzt sogar im Verein gezeigt, wo Hummels seit Jahren unantastbar war. Der kicker berichtete von einer Trainings-Streiterei mit Trainer Jürgen Klopp, dieser wechselte Hummels beim Spiel in Frankfurt (2:1) zur Pause aus. BVB-Sportdirektor Michael Zorc erklärte, Hummels habe "im Moment nicht die allerbeste Phase".

Dies spülte ihn nun auch erstmal aus der Nationalelf, nachdem er beim 3:3 gegen Paraguay zwei Gegentore unmittelbar verschuldet hatte. Mertesacker, der sich mit Jerome Boateng erst einmal festgespielt haben dürfte, nannte anschließend zwar keine Namen. Doch es war eindeutig, wen er meinte, als er Teamgeist der derzeitigen Reservisten anmahnte.



"Jeder geht anders damit um", sagte er: "Wichtig ist, dass man merkt, dass jeder das respektiert und den anderen den Erfolg gönnt. Jeder muss sich dem Team unterordnen. Wer das nicht kann, mit dem funktioniert es auch nicht bei der WM." Er, so Mertesacker süffisant, wisse schon "seit ich vier bin, dass immer nur elf spielen können und der Rest dahinter darauf brennen muss, wieder zu spielen."

Merte kennt das schnelle Fußballgeschäft

Das tut Hummels ganz sicher, aber mit seiner Rolle als Ersatzspieler wird er sich nur schwer abfinden können. Mertesacker, der durch seine Einsätze als Kapitän des FC Arsenal ebenso Oberwasser hat wie Boateng durch den Triple-Sieg mit Bayern München, fühlt sich aber auch nicht zu sicher.

"Ich habe das alles schon mitgemacht", sagte der 92-malige Nationalspieler mit Blick auf die EM 2012, bei der er nach einer monatelangem Knöchelverletzung keine Sekunde gespielt hat - weil Hummels sich festgespielt hatte. "Man weiß nie, wann man wieder gebraucht wird", sagte "Merte": "Die Meinungen über die Abwehrleistungen verändern sich so schnell, da kommt man gar nicht mehr hinterher."

Schließlich war die Defensive vor dem 3:0 gegen Österreich am Freitag noch das große Sorgenkind. Doch Löw hatte stets angedeutet, dass er das als Problem der gesamten Mannschaft angesehen habe. "Die Intensität vorne hat uns die Sicherheit hinten gegeben", äußerte Mertesacker.

Mertesacker und Boateng ohne Schnitzer gegen die Ösis

Doch dem etwas schlaksigen, aber erfahrenen Norddeutsche und dem ungemein talentierten, aber in der Vergangenheit oft fahrigen Boateng unterliefen auch keine groben individuellen Schnitzer. Auf die Frage, ob das Duo sich nun schon mit Blick auf die WM sicher fühlen und einspielen dürfe, betonte Mertesacker jedoch: "Einspielen geht erst kurz vor dem Turnier los. Erst dann kristallisiert sich heraus, wer erste und zweite Wahl ist."

Klar ist: Mertesacker und Boateng sind es aktuell und wollen diesen Status auch zementieren. Es habe "gut gepasst", sagte Boateng und stellte klar: "Ich möchte meinen Platz nicht hergeben, ganz klar. Mein Ziel ist es, bei der WM einen Stammplatz in der Innenverteidigung zu haben. Aber ich fordere diesen nicht verbal ein. Ich will ihn mir durch Leistung verdienen."


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