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Joachim Löw stellt klar, dass es im Testspiel gegen Paraguay keine Experimente geben wird und positioniert sich erstmals in der Personal-Diskussion um Hansi Flick.

Berlin/Köln. Ein klares Ja zu Hansi Flick als künftigen DFB-Sportdirektor, ein klares Nein zu einer Doppelfunktion des 48-Jährigen bis zur WM 2014 in Brasilien: Bundestrainer Joachim Löw hat sich in der Diskussion um seinen langjährigen Assistenten, der wohl der Topfavorit auf die Nachfolge von Robin Dutt ist, klar positioniert.

Keine Doppelfunktion möglich

"Eine Doppelfunktion kann ich mir nicht vorstellen. Denn beide Ämter erfordern 100 Prozent Einstellung, Einsatz, Begeisterung und Intensität. Man kann diese Aufgaben nicht einfach so nebenbei bewältigen", sagte Löw anlässlich der Gala 50 Jahre Bundesliga in Berlin in einem Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Grundsätzlich kann sich der 53-Jährige Flick, der seit 2006 als Co-Trainer an seiner Seite ist, schon in dieser Position vorstellen, würde ihn aber nur ungern als Mitarbeiter verlieren. "Ich bin auch der Meinung, dass er das machen könnte und diese Aufgabe erfüllen würde. Ich würde ihn gerne in meinem Team behalten, aber einem Mitarbeiter, der mich in den letzten Jahren so unterstützt hat, auch keine Steine in den Weg legen", sagte der Bundestrainer. Löw will diese Personalie eine Woche vor dem ersten Länderspiel der DFB-Auswahl in der WM-Saison gegen Paraguay am kommenden Mittwoch in Kaiserslautern aber auch nicht überbewerten.

 Niersbach: Gibt aktuell keinen Zeitdruck

"Wir haben jetzt keinen akuten Handlungsbedarf und warten auf jeden Fall noch unsere Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien ab, bevor es konkrete Gespräche geben wird. Das ist erst mal unsere Priorität", sagte der Bundestrainer. Löw verwies darauf, dass auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach klargestellt habe, "dass es hier aktuell keinen Zeitdruck gibt". Der Verband hatte angedacht, bis zum DFB-Bundestag im Oktober in Nürnberg einen neuen Sportdirektor zu inthronisieren.

Gegen Paraguay keine Experimente

Wenn sich die Nationalmannschaft am kommenden Montag in Mainz trifft, werden Löw und Flick mit Sicherheit auch noch einmal über dieses Thema sprechen. Im Aufgebot, dass der Bundestrainer am Donnerstagmittag in Frankfurt/Main bekannt gibt, wird es wohl keine Überraschungen geben. "Nein, wahrscheinlich nicht. Einige waren zuletzt bei der Amerikareise nicht dabei, einige werden zurückkehren", kündigte Löw an, dass die beim US-Trip fehlenden Bayern-Nationalspieler wie Manuel Neuer, Jerome Boateng, Phillip Lahm, Toni Kroos, Thomas Müller und Bastian Schweinsteiger ebenso wie die BVB-Auswahlspieler wieder eingeladen werden.

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Unwahrscheinlich ist, dass Löw die beiden Real-Stars Mesut Özil und Sami Khedria nominiert, die normalerweise erst am Montag mit den Königlichen aus ihrem USA-Trainingslager zurückreisen. Und auch hinter den England-Legionären André Schürrle (FC Chelsea), Lukas Podolski und Per Mertesacker (beide FC Arsenal) sowie den Italien-Gastarbeitern Miroslav Klose (Lazio Rom) und Mario Gomez (AC Florenz), die sich mit ihren Klubs in der Endphase der Saisonvorbereitung befinden, stehen große Fragezeichen. Von den vier Debütanten der US-Tour im vergangenen Mai werden wohl der Leverkusener Sidney Sam und der Neu-Gladbacher Max Kruse erneut zum Team stoßen.

Deutsche Spieler genießen im Ausland wieder mehr Ansehen

Dass derzeit wieder so viele Nationalspieler im Ausland ihr Geld verdienenen, ist für Löw Ausdruck eine gewachsenen Wertschätzung: "Ich erinnere mich noch an Phasen, da waren nur ein oder zwei unserer Nationalspieler im Ausland aktiv. Mittlerweile spielen wieder mehr im Ausland, und man sieht natürlich auch, dass Vereine aus Madrid oder London sich immer wieder für deutsche Spieler interessieren. Das spricht für eine gute Bundesliga und natürlich auch eine sehr gute Ausbildung in Deutschland."

Das Spiel gegen Paraguay betrachtet Löw als lockeren Aufgalopp in die WM-Saison: "Wir wollen uns einspielen, uns nach längerer Zeit wieder als Team finden und uns auf die Qualifikationsspiele im nächsten Monat gegen Österreich und Färöer vorbereiten. Denn das könnte der entscheidende Monat sein, was die Qualifikation für die WM betrifft."

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