thumbnail Hallo,

Nach "Schlacht von Bahia": Italien geht am Stock

Nach der "Schlacht von Bahia" geht Italien angeschlagen ins Halbfinale des Confed Cups. Dennoch dachte zumindest Mario Balotelli schon an eine Revanche.

Salvador da Bahia. Mario Balotelli humpelte mit grimmigem Blick in die Nacht, seinen Kampfgeist hatte der Stürmer aber bald wiedergefunden. "Spanien ist jetzt schon ein Jahr her", schrieb er kurz darauf auf seiner Facebook-Seite über das verlorene EM-Finale 2012 gegen den Weltmeister und in diesem Moment wahrscheinlichen Halbfinal-Gegner beim Confed Cup: "Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird."

Schwere Gehirnerschütterung bei Montolivo

Doch bevor Italien am Donnerstag in Fortaleza zu seinem Spiel in der Vorschlussrunde antritt, muss es erst mal seine Wunden lecken. Balotelli war nach der "Schlacht von Salvador da Bahia" nicht der einzige angeschlagene Azzurro. Als der Angreifer aus der Arena Fonte Nova hinkte, lag sein Mannschaftskollege Riccardo Montolivo schon im Krankenhaus. Montolivo hatte beim 2:4 (0:1) gegen Brasilien eine schwere Gehirnerschütterung erlitten.

Es bestehe noch Hoffnung, dass Montolivo in Fortaleza werde dabei sein können, hieß es am späten Samstagabend. Auch Balotelli habe nur ein Wehwehchen, beruhigte ein Teamsprecher. Fehlen wird aber Ignazio Abate, der sich bei einem Sturz nach rüdem Einsteigen von Brasiliens Jungstar Neymar die rechte Schulter auskugelte. Andrea Pirlo, der gegen die Seleção wegen einer Wadenblessur pausierte, trottete schon wieder recht flüssig aus dem Stadion. Dass der Regisseur richtig fit ist, verneinte sein "Dottore" jedoch.



"Tränen der Wut und der Enttäuschung"

Wohl auch wegen der Verletzten meinte Giorgio Chiellini nach der Begegnung, Italien habe "Tränen der Wut und Enttäuschung" geweint. Der Verteidiger hatte die Azzurri nach dem zwischenzeitlichen 1:1 durch Emanuele Giaccherini (51.) mit seinem Treffer zum 2:3 noch mal herangebracht (71.). Letztlich reichte es für den Vize-Europameister aber nur zu Platz zwei in Gruppe A hinter Brasilien.

Zu denken gab den Erfindern des Catenaccio aber, dass sie in den drei Gruppenspielen gleich acht Gegentore haben hinnehmen müssen. "Das ist zu viel", monierte Chiellini. Selbst geschossen hat Italien auch acht Treffer, zwei gehen auf das Konto von Balotelli. Gegen Brasilien ging er leer aus, bereitete aber das 1:1 sehenswert vor.

Zu mehr reichte es auch deshalb nicht, weil sich der 22-Jährige in den hitzigen Duellen mit Luiz Gustavo aufrieb, auch verbal. Man habe sich gegenseitig aufgefordert, die Klappe zu halten, sagte der Münchner über die Unterhaltungen mit dem Italiener: "Balotelli hat nur reklamiert und die ganze Zeit gequatscht." Kaum war er runter vom Platz, hielt sich Balotelli verbal zurück. Was er jetzt noch zu sagen hatte, schrieb er lieber.

Eure Meinung: Was fehlte Italien gestern?

Dazugehörig