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Die FIFA schätzt die Lage als "nicht gefährdet" ein

Proteste und "Chaos" im Stadion: Brasilien kämpft mit Problemen

Die FIFA schätzt die Lage als "nicht gefährdet" ein

GettyImages-Brazil 2013, confederation cup

Sportlich war der Auftakt des Confederation Cups für Brasilien ein Erfolg. Ansonsten gab der Gastgeber der Fußball-WM 2014 aber nicht immer ein gutes Bild ab.

Rio de Janeiro/Brasilia. Die Selecao tanzt Samba, abseits des Rasens allerdings trübten gleich zum Auftakt des Confed Cups zahlreiche Vorfälle das Fußball-Fest in Brasilien.

Die Proteste in den Straßen von Sao Paulo, Rio de Janeiro und anderen Großstädten reißen nicht ab, viele Menschen stoßen sich an der "WM für Reiche", und selbst der Sportminister spricht von der "Gentrifizierung des Fußballs" am Zuckerhut. Dazu sorgten leere Plätze, "Chaos" an den Imbissbuden im Estadio Nacional Mane Garrincha von Brasília sowie sogar ein Bombenalarm für Aufregung.

FIFA sieht WM nicht gefährdet

Wer derzeit die Nachrichten-Sendungen der großen brasilianischen TV-Stationen einschaltet, sieht immer wieder die gleichen Bilder: Feuer auf den Straßen, vermummte Demonstranten, bewaffnete Polizisten. Und pünktlich zu Beginn des Confed Cups, der Generalprobe für die WM in einem Jahr, haben die Proteste gegen die Fahrpreiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr auch die "Mini-WM" erfasst. Vor dem Auftakt am Samstag in Brasília demonstrierten laut Angaben der Organisatoren 1000 Menschen vor dem Stadion - auch gegen die "Copa da Corrupcao", den Cup der Korruption. Die Polizei sprach von 500 Leuten, die sich weitgehend friedlich den Weg zum "Mane Garrincha" bahnten.

Die Unzufriedenen nutzen die Bühne, um die Welt auf ihre Probleme aufmerksam zu machen - wie etwa auf Zwangsumsiedlungen im Zuge der Stadionbauten. Für Sonntag wurden am Maracanã in Rio im Vorfeld des Spiels zwischen Mexiko und Italien weitere Kundgebungen erwartet. Der Fußball-Weltverband FIFA beobachtet all dies, sieht sein Produkt jedoch noch nicht gefährdet.

"Wir respektieren das Recht der Menschen auf Meinungsfreiheit und haben vollstes Vertrauen in die Behörden. Und die Proteste stehen, soweit wir wissen, nicht in direktem Zusammenhang mit dem Event", sagte FIFA-Sprecher Pekka Odriozola am Samstag in Rio. OK-Sprecher Saint-Clair Milesi ergänzte: "Alle Umfragen zeigen, dass die große Mehrheit der Bevölkerung hinter der WM und dem Confed Cup steht und es begrüßt, dass sich dadurch die Infrastruktur verbessert.



"Chaos" vor dem Spiel

Tatsächlich ist das Fußball-Fieber der breiten Masse ungebrochen. Schon vor dem ersten Turniertreffer durch Brasiliens Jungstar Neymar beim 3:0 gegen Japan waren über 741.000 Eintrittskarten für die 16 Spiele verkauft - ein Rekord. Allerdings: Beim Eröffnungsspiel waren nicht alle 71.500 Plätze besetzt, obwohl die Begegnung ausverkauft gemeldet worden war. Einige Fans hatten bereits bezahlte Karten wohl nicht abgeholt. Aber der Rest?

Zudem kam es im Nationalstadion zu Tumulten an den Imbissbuden. Die Zeitung O Globo berichtete gar von "Chaos". Weil der Nachschub stockte, gingen den teilweise nur unzureichend ausgebildeten Helfern zwischenzeitlich Getränke und Essen aus. Es bildeten sich lange Warteschlangen, durchschnittlich mussten Fans eine halbe Stunde für ein Wasser anstehen. Und wegen der Probleme verpassten viele Neymars Treffer ebenso wie das 2:0 von Paulinho unmittelbar nach der Pause. Die Polizei musste aufgebrachte Fans beruhigen.

Auch die Preise von sechs Real (2,10 Euro) für ein Wasser oder zwölf Real (4,20) für ein Bier sowie acht (2,80) für einen Hotdog erzürnten manche. "Das ist ein Problem, das wir angehen müssen", sagte Sportminister Aldo Rebelo dem Internetportal UOL: "Da muss die Regierung etwas tun, wir dürfen der Gefahr der Gentrifizierung des Fußballs nich gleichgültig gegenüberstehen." Rebelo pries in diesem Zusammenhang die Bundesliga als leuchtendes Vorbild an.

Für weitere Aufregung sorgte ein herrenloser Rucksack in der Arena Pernambuco von Recife, wo am Sonntag Welt- und Europameister Spanien auf Uruguay traf. Die Polizei fand das verdächtige Objekt beim Routine-Rundgang am Samstagmorgen und leitete gleich die für diesen Fall vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen ein: Bombenalarm. Der erwies sich jedoch als unbegründet.

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