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Der ehemalige Sportdirektor der "Geißböcke" heuert nun bei Kameruns "Löwen" an. Aus seiner Zeit beim FC hat er wichtige Lehren gezogen.

Köln. Seit dem 24. Mai ist Volker Finke Nationaltrainer Kameruns. Der langjährige Coach des SC Freiburg und spätere Manager des 1. FC Köln erklärte in einem Interview, warum Köln ein gutes Training für Afrika war und was ihn dazu bewogen hat, die Aufgabe in Kamerun zu übernehmen.

"Das ist eine interessante Aufgabe, die ich immer als Möglichkeit im Hinterkopf hatte. Ich war seit Jahren oft in Afrika, habe den Afrika-Cup häufig gesehen", erklärte der 65-Jährige im Kicker. Dennoch sei das Traineramt in Kamerun kein Traumjob: "Es sind ja keine paradiesischen Verhältnisse."

Immer wieder gab es interne Querelen im kamerunischen Verband, zuletzt wurde sogar ein Länderspiel gegen Algerien kurzfristig abgesagt. Wichtig sei daher zunächst, dass er, neben seinem Co-Trainer Ibrahim Tanko, der ihm bereits bei Urawa Red Diamonds in Japan assistierte, verlässliche Mitarbeiter findet.

"Ich weiß, dass es schwer wird, doch das ist das Ziel. Ich lege Wert auf die Einbindung von Einheimischen. Die ersten Gespräche waren jedenfalls schon eindrucksvoll", berichtete Finke.

Köln als Schule für Kamerun?

Helfen könne ihm in Kamerun auch seine Zeit als Manager des 1. FC Köln, den Finke aufgrund interner Unstimmigkeiten im März 2012 nach nur 13 Monaten bereits wieder verließ: "Köln war sicher ein ganz gutes Training. Das ist eine traurige Nummer, weil es eine tolle Fußballstadt ist. Ein trauriger Fall."

Daher freut er sich jetzt auf die Aufgabe in Afrika und kennt bereits die Stärken des afrikanischen Fußballs: "In der Ballkontrolle, plus Geschmeidigkeit und Schnelligkeit. Die Afrikaner haben ein sehr gutes Gefühl für das Räumliche und Zeitliche. Den Instinkt und die Kreativität, mit solchen Situationen umgehen zu können, das bringen sie aus ihrer Spielwelt mit."

"Besondere Herausforderung": Samuel Eto'o

Dennoch ragt ein Spieler bei Kamerun zweifellos heraus: Samuel Eto'o, vierfacher Fußballer des Jahres in Afrika, ist der unbestrittene Star des Teams. "Er gehört aktuell zu den absoluten Topspielern auf der Welt. Es ist für jeden Trainer eine besondere Herausforderung, dass der Wert eines Samuel Eto'o für die Mannschaft zum Tragen kommt", erklärte Finke.

Finkes erstes Länderspiel als Nationaltrainer Kameruns fand bereits am vergangenen Sonntag statt, das Testspiel gegen die Ukraine in Kiew endete 0:0. Ernst wird es Mitte Juni, wenn Kamerun in der WM-Qualifikation zunächst auf Togo (9. Juni) und dann auf die DR Kongo (16. Juni) trifft. Kamerun führt die Quali-Gruppe I derzeit mit sechs Punkten aus drei Spielen vor Lybien (fünf Zähler) an.

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