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Nachdem englische Anhänger im WM-Qualifikationsspiel gegen San Marino wegen rassistischer Gesänge auffielen, droht den „Three Lions“ jetzt ein Geisterspiel.

London. Der englischen Nationalmannschaft droht ein Heimspiel im leeren Stadion. Grund: Der englische Fußballverband FA wurde bei der FIFA gemeldet, weil Anhänger der Three Lions beim WM-Qualifikationsspiel in San Marino (0:8) wegen rassistischer Gesänge gegen Anton und Rio Ferdinand auffielen.

FARE legt offiziell Beschwerde ein

Nachdem am vergangenen Freitag bereits Ungarn und Bulgarien ihre Heimspiele in der WM-Qualifikation ohne Publikum austragen mussten, könnte es nun die Engländer treffen. Die Anti-Rassismus-Organisation FARE (Football Against Racism in Europe) bestätigte am Donnerstag, dass sie wegen Fangesängen gegen die Ferdinand-Brüder offiziell Beschwerde gegen die FA eingelegt hat.

Die Gesänge richteten sich vor allem gegen Rio Ferdinand, der wegen einer Rückenverletzung auf seine Rückkehr in die Nationalmannschaft verzichtete, dann aber insgesamt 15 Stunden im Flugzeug unterwegs war, um im mittleren Osten als TV-Experte zu arbeiten. Teil der Liedtexte war allerdings auch sein Bruder Anton, der zusammen mit Rio in einem Freudenfeuer verbrannt werden solle. FARE sieht in den Gesängen einen klaren rassistischen Hintergrund.

Keine FARE-Vertreter in San Marino vor Ort

„Es geht um die rassistischen Beleidigungen, die Rio Ferdinand und sein Bruder Anton hinnehmen mussten", erklärte eine Sprecherin laut Mirror. „Wir haben einen Bericht an die FIFA geschickt, aber am Ende ist es ihre Entscheidung, ob sie ein Verfahren eröffnen, oder nicht. Und ob sie eine Strafe aussprechen, oder nicht.“

Die englischen Fans hatten in San Marino offenbar auch Lieder über die irische Unabhängigkeitsorganisation IRA gesungen. Zudem wurde die Anschuldigung erhoben, dass auch Anhänger mit Stadionverboten das Spiel, das die Engländer mit 8:0 für sich entschieden, besucht hätten. FARE gab allerdings zu, selbst keinen Vertreter vor Ort gehabt zu haben. Man verlasse sich auf Zeugenberichte.

Ferdinand Opfer im „Fall Terry“

Anton Ferdinand stand im vergangenen Jahr im Mittelpunkt einer Rassismus-Diskussion, nachdem der damalige England-Kapitän John Terry mit einer Sperre und einer Geldstrafe belegt wurde, weil er den Verteidiger der Queens Park Rangers beleidigt haben soll. Vor einem Zivilgericht wurde Terry allerdings vom Vorwurf der Beleidigung freigesprochen.

Ungarn wurde nach antisemitischen Gesängen seiner Anhänger beim Länderspiel gegen Israel im vergangenen August mit einem Geisterspiel bestraft, Bulgarien musste nach rassistischen Fangesängen ebenfalls ein Qualifikationsspiel ohne Zuschauer austragen.

Die Engländer treffen in ihrem nächsten Pflichtspiel am 6. September zu Hause auf Moldawien.

EURE MEINUNG: Ist ein Geisterspiel gegen England die richtige Sanktion?

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