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Der Ministaat vom Balkan bekam viele Steine in den Weg gelegt, soll nun aber mit Unterstützung eine eigene Fußballnation werden.

Zürich. Die FIFA will dem unabhängigen Staat Kosovo helfen ein anerkanntes FIFA- und UEFA-Mitglied zu werden. Trotz Einspruch des Serbischen Fußballverbandes sollen die Chancen gut stehen.

UEFA lehnte ab

Erst kürzlich wurden die Balkanesen von der UEFA, dem europäischen Fußballverband, für offizielle Länderspiele geblockt, da sie nur anerkannte Staaten der UNO aufnimmt, was auf den Kosovo nicht zutrifft.

FIFA erlaubt Freundschaftsspiele

Doch nun soll sich das Blatt wenden: Auf einer Konferenz am Montag soll sich Sepp Blatter ausdrücklich für eine Mitgliedschaft des Kosovo in der FIFA ausgesprochen haben, außerdem darf der Neustaat ab sofort Freundschaftsspiele gegen FIFA-Mitglieder austragen.

Auch Jerome Valcke, Generalsekretär der FIFA, erklärte der The Associated Press gegenüber: „Es war Blatter, der beim Exekutivkomitee angefragt hat und nur ein Verband sprach sich dagegen aus“, sagte er und erklärte auch die Intension der FIFA, dieser Idee nachzugehen. „Es ist keine Anerkennung des Kosovos als Staat, aber es ist die Anerkennung, dass es ein Staat ist, in dem Fußball gespielt wird. Es würde den Menschen Glaubwürdigkeit geben.“

UEFA und Serbien protestieren

Bei dem Contra-Verband handelt es sich, nicht gerade zur Überraschung der Öffentlichkeit, um die UEFA und deren Präsidenten Michel Platini. Da man im Komitee allerdings keine Mehrheit hat, war man auch in der Kosovo-Entscheidung vorerst machtlos. Und auch Serbien, Erbfeind der Kosovaren, in Form vom Verbandspräsidenten Tomislav Karadzic legt Protest ein.  Eine Mitgliedschaft sei ohne UNO-Anerkennung rechtswidrig, außerdem wird der FIFA politisches Vorgehen sowie Widerspruch der UEFA-Richtlinien vorgeworfen.

Verbandspräsident optimistisch

Fadil Vokrri, Präsident des Fußballverbands von Kosovo, gibt sich dennoch optimistisch und ist fest davon überzeugt, in naher Zukunft auch in die Qualifikationszyklen mit einsteigen zu können. „Wir werden bald gegen Serbien spielen - und sie werden sich wegen ihrer Blockaden schämen müssen“, erzählte der ehemalige Spieler von Partizan Belgrad dem serbischen Radiosender B92.  Das kosovarische Volk litt jahrelang an der Unterdrückung des ungeliebten Nachbarn. Ob der Traum der albanischen Provinz tatsächlich verwirklicht werden kann, wird aber erst in den nächsten Tagen entschieden - die Tatsache, dass der Kosovo nicht von allen UN-Mitgliedstaaten anerkannt ist, verkompliziert die ganze Angelegenheit enorm.

Ein kleines Land etabliert sich langsam

Die kommenden Freundschaftsspiele wären allerdings keinesfalls Neuland für die Republik: Bereits 1993 bestritt man das erste Länderspiel der Geschichte, damals gegen Mitstreiter Albanien. Weitere Spiele gegen Albanien, Saudi Arabien und andere regionale Auswahlen wie beispielsweise Monaco folgten.

Spielerklau?

Und auch in Deutschland ist man gar nicht so weit entfernt vom Geschehen, Bayerns Neuzugang und Shootingstar Xherdan Shaqiri ist nur eins der Beispiele dafür, dass Akteure mit kosovarischem Ursprung nicht ganz untalentiert sind. Das Problem dabei: Shaqiri kann (noch) nicht für Kosovo spielen, da es ja keine offiziell anerkannte Nationalmannschaft gibt, deshalb tritt der 20-Jährige derzeit für die Schweiz an. Dasselbe gilt auch für Gladbachs Sommerverstärkung Granit Xhaka oder Nürnbergs Teilzeitkraft Albert Bunjaku. Auch Jerome Valcke sieht in diesem Punkt eines der Hauptargumente für eine Aufnahme des Kosovo: „Sie [Kosovo] sind besorgt, dass ihre Spieler von Vereinen in anderen Ländern adaptiert werden.“
Im Falle einer vollständigen Aufnahme des Staates dürfte immerhin alle Spieler ihre National-Zugehörigkeit tauschen.

Einseitige Unabhängigkeit

Der Kosovo erklärte am 17. Februar 2008 seine Unabhängigkeit, aus unempfindlichen Gründen wird diese allerdings noch immer nicht von Serben und deren Unterstützer anerkannt. Nur 90 der 193 UN-Mitgliedsstaaten haben die Unabhängigkeit bisher anerkannt, der Kosovo als Staat ist noch immer eines der Hauptthemen in der Weltpolitik.

Eure Meinung: Sollte der Kosovo als unabhängiger Staat eine offizielle Nationalmannschaft besitzen dürfen?


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