Jürgen Klinsmann zu seinem Ende beim FC Bayern: Zwei Welten prallten aufeinander

US-Coach Jürgen Klinsmann hat sich zu seiner Zeit an der Säbener Straße geäußert. Die vorzeitige Trennung sei damals der richtige Schritt gewesen.

Von Falko Blöding

"Time to say Goodbye" - Jürgen Klinsmann als Trainer beim FC Bayern gefeuert (firo)
München. Seit einigen Wochen ist Jürgen Klinsmann Nationaltrainer der USA. Bereits 2006 und 2008 wollte der amerikanische Verband den Wahl-Kalifonier verpflichten, doch erst jetzt sei die „Zeit reif“ gewesen. Dies erklärte Klinsmann bei sport1.de. Er hatte sich in den letzten Jahren eine Auszeit genommen, nachdem sein Engagement beim FC Bayern München im Frühjahr 2009 gescheitert war.

„Das war nicht kompatibel“

Zu seinem Abschied vom Deutschen Rekordmeister sagte Klinsmann: „Es war am Ende so, dass da zwei verschiedene Welten aufeinandergeprallt sind. Deshalb war es auch richtig, das Ganze zu beenden, denn wir waren nicht auf einer Wellenlänge. Das weiß man aber immer erst hinterher. […] Die Bayern wollten einen komplett neuen Weg gehen gegenüber dem, den sie 30 Jahre lang gegangen sind und den sie auch jetzt wieder gehen. Irgendwann haben sie dann gemerkt, dass mein Weg nicht ihr Weg ist, und dann ist es auch okay, sich zu trennen. Dafür stehen sie ja in der Verantwortung als Vereinsführung. Da sind einfach zwei Welten aufeinandergeprallt, die nicht kompatibel waren.“

Lahms Kritik „langweilt“ Klinsmann

Der ehemalige Stürmer von Weltklasseformat stand zuletzt auch in den Schlagzeilen, weil Nationalelf-Kapitän Philipp Lahm sich in seiner Autobiographie wenig schmeichelhaft über seinen Ex-Coach geäußert hatte. „Das ist eben der Blickwinkel eines Spielers. Ich habe dafür auch ein gewisses Verständnis, als Stürmer hätte ich früher am liebsten auch immer nur Torschusstraining gemacht. Aber die Blickweise eines Trainers ist eine ganz andere, da geht es ums Gesamtbild. Ob man das in die Öffentlichkeit tragen muss, ist dann auch eine Frage des Charakters. Dafür hat er ja schon genug Kommentare bekommen, deshalb lasse ich das, denn das Thema langweilt mich“, sagte Klinsmann.

„Mit Leib und Seele Nationaltrainer der USA“

Dass er irgendwann nochmals als Vereinscoach die große Bühne betritt, wollte Klinsmann indes nicht ausschließen: „Nein, das ist auch eine faszinierende Rolle. Ich habe viel Spaß bei Bayern gehabt, alles andere stimmt nicht. In dieser Rolle geht man genauso auf wie in der des Nationaltrainers. Deshalb ist beides immer interessant. Aber es sind natürlich zwei völlig verschiedene Aufgaben. Und jetzt bin ich mit Leib und Seele Trainer der USA.“

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