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Portugal und Schweden kämpfen in den Play-Offs um die WM-Teilnahme - mit dabei: zwei der besten Stürmer der Welt! Doch wen von beiden braucht die WM dringender?

DEBATTE
Von Paul Macdonald & Robin Bairner

Die Auslosung zu den UEFA-Playoffs hat die Gewissheit gebracht: Cristiano Ronaldo oder Zlatan Ibrahimovic werden ihren Style, ihre Ausstrahlung und ihre Brillanz im kommenden Sommer nicht in Brasilien präsentieren dürfen - zumindest nicht gleichzeitig. Nur einer von beiden kann zum größten Fussball-Event des Jahres.

Schweden und Portugal verlassen sich darauf, dass ihre Stars den Weg ins gelobte Land am Zuckerhut ebnen. Aber welcher dieser beiden Topkicker wäre die größere Bereicherung für die Weltmeisterschaft?

"DER BESTE SPIELER DER WELT GEHÖRT NACH BRASILIEN"


Von Paul Macdonald

Ob die Fußballgemeinschaft sich nun darauf einigen kann, ihm den Ballon d'Or zu überreichen, oder nicht, Cristiano Ronaldo ist im Moment der stärkste Fußballer der Welt. Und das sogar mit Abstand. Berücksichtigen wir das, muss der beste Repräsentant dieses Sports auch bei der WM dabei sein.

Auch die Weltmeisterschaft an sich ist unter Druck geraten. Der Gewinn der Champions League ist immer mehr zum absoluten Höhepunkt geworden und die Popularität des Klubfußballs ist in den vergangenen Jahrzehnten merklich gestiegen.

Da braucht es die großen Vorstellungen eines großen Stars auf dieser Bühne, damit das Turnier wieder den großen Glanz bekommt. Es braucht einen Roberto Baggio von 1994, einen Ronaldo von 2002 oder einen Eusebio von 1966. Die individuell besten Spieler dieser Generation haben es bislang noch nicht geschafft, ihre Klasse auch auf Länderspielebene so zu demonstrieren, wie es einst Pele und Maradona taten. Das gilt sowohl für Cristiano als auch seinen Konterpart Lionel Messi. Beide zählen gewiss nicht zum Pantheon der WM-Geschichte.

Ronaldo ist in der Lage, dieses Level zu erreichen und es wäre verrückt, falls ihm die Möglichkeit dazu genommen würde. Er steht auf dem Zenit seines Könnens, bricht Torrekord um Torrekord und wirkt oft unaufhaltsam. Ja, seine portugiesische Mannschaft gehört nicht zu den Turnierfavoriten. Aber darum geht es nicht. Im Moment wirkt er übermenschlich, unzerstörbar und in optimaler körperlicher Verfassung. Er kann es nahezu im Alleingang mit gegnerischen Teams aufnehmen. Es wäre für uns alle ein Verlust, sollte er nicht die Möglichkeit haben, bei der Weltmeisterschaft eine Leistung zu bringen, die womöglich eine Ära definiert.

Auch kommerziell ist es es keine Frage: Nike und die anderen zahllosen Sponsoren, die in Brasilien omnipräsent sein werden, wollen mit Ronaldo werben. Aus Sicht eines Puristen spielt das jedoch keine Rolle. Da geht es nur darum: Eine Weltmeisterschaft ohne Cristiano - diesen fliegenden, fehlerlosen und fantastischen CR7 - fühlte sich ganz einfach unvollständig an.

"BRASILIEN WIRD MIT IHM EIN GLÄNZENDERER ORT SEIN"


Von Robin Bairner


Cristiano Ronaldo und Zlatan Ibrahimovic sind beide außergewöhnliche Fußballer. Daran besteht sicherlich kein Zweifel. Es ist jedoch der lässige Schwede, der es verdient, sich auf der größten Bühne der Welt zu präsentieren.

Im Alter von 32 Jahren wird Brasilien wahrscheinlich die letzte Möglichkeit für Ibra sein, die Hauptrolle bei einer Weltmeisterschaft zu spielen. Und das Turnier könnte nicht nur von seinen spielerischen Fähigkeiten profitieren, sondern auch von seiner schillernden Persönlichkeit.

Paris Saint-Germains Stürmer ist in bemerkenswerter Form. Er trifft im Schnitt in nahezu jedem Match und hat in der Champions League sechs Mal in drei Partien geknipst. Auf dem Feld tritt er noch reifer auf und strotzt nur so vor Selbstvertrauen.

Seine Vielseitigkeit vor dem gegnerischen Kasten ist unerreicht. Gegen Anderlecht knallte er einen Distanzschuss mit mehr als 100 Kilometern pro Stunde in die Maschen und gegen Bastia gelang ihm ein nahezu unmögliches Tor per Hackentrick. Nicht zu vergessen sein für den Puskas Award nominierter Fallrückzieher gegen England im letzten Jahr. Niemand kann ihm das Wasser reichen, wenn es darum geht, den Ball ins Tor der Kontrahenten zu bugsieren und deswegen ist er womöglich auch der interressanteste und unterhaltsamste Spieler der Welt.

Allerdings beschränkt sich Ibras Unberechenbarkeit nicht nur auf das Geschehen auf dem Platz. Der Schwede trägt ein Ego mit sich herum, das vermutlich nur von seinem Fußballtalent erreicht wird. Er ist eine der letzten Persönlichkeiten in diesem Medienbusiness.

Er ist der Anführer eines emsigen schwedischen Teams, das durchaus das Potenzial hat, seine Geschichte von 1994 zu wiederholen: Damals verlangten die Skandinavier dem späteren Turniersieger Brasilien im Halbfinale alles ab und gewannen schließlich das Spiel um Platz drei gegen Bulgarien. Ibrahimovic ist einer jener Spieler, der seine Mannschaft zu einem solch famosen Lauf pushen kann. Er kann Märchen wahr machen und er kann Fußballromantikern geben, was sie im Moment vermissen.

Brasilien wird mit Ibrahimovic im nächsten Sommer ein glänzenderer Ort sein. Sein einzigartiges Talent und seine kontroversen Aussagen sind das Salz in der Suppe. Es ist die letzte Gelegenheit, einen der größten Entertainer des Fußballs auf der Bühne zu sehen, die ihm gebührt.

EURE MEINUNG: Welcher der beiden Ausnahmekünstler darf auf keinen Fall bei der WM fehlen?

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