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Vier Spiele trennen Bosnien von der direkten Qualifikation für die WM 2014. Goal sprach vor den wichtigen Partien gegen die Slowakei exklusiv mit Braunschweigs Ermin Bicakcic.

EXKLUSIV
Von Martin Ernst

Viel fehlte nicht bei den letzten beiden Anläufen: In der Relegation für die WM 2010 und die EM 2012 scheiterte Bosnien jeweils noch an Portugal. Im dritten Versuch soll mit Gruppenplatz eins das direkte Ticket zur Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien gebucht werden. "Das wäre Riesenschritt", findet Ermin Bicakcic.

Damit der gelingt, will Bosnien, das aktuell mit 16 Zählern an der Spitze der Gruppe G steht, bei vier ausstehenden Spielen seine drei Punkte Vorsprung auf Griechenland (13) verteidigen. Die Bosnier empfangen am Freitag in Zenica die Slowakei, mit neun Punkten Dritter, bevor es nächten Woche in Zilina zum Rückspiel kommt. Entscheidende Partien auf dem Weg zum Zuckerhut also.

Bicakcic, der im August zu seinem ersten Länderspiel für sein Geburtsland kam, könnte nun zu seinem zweiten Einsatz kommen und an der Seite von Leverkusens Emir Spahic die Innenverteidgung bilden. Erfahrung made in Germany, auf die Natioltrainer Safet Susic setzt: Neben den beiden Defensivspielern werden wohl auch Mesur Mudjza (Freiburg), Sejad Salihovic (1899) und Vedad Ibisevic (VfB) zur Startelf gehören, dazu kommen frühere Bundesliga-Profis wie Edin Dzeko und Zvedjan Misimovic.


Du hast im Test gegen die USA dein erstes Länderspiel für Bosnien bestritten. Wie kam es dazu?

Bicakcic: Ich habe immer gesagt, wenn die Einladung kommt bin ich bereit. Nach meinen Leistungen im vergangenen Jahr war es soweit. Ob ich spiele weiß ich noch nicht genau, das wird der Trainer entscheiden. Aber wenn, bin ich zu 150% bereit. Es ist ein ganz wichtiges Spiel...

Slowenien, Kroatien und Serbien haben als selbstständige Nationen schon an großen Turnieren teilgenommen. Welche Bedeutung hätte das für euch?

Bicakcic: Für eine junge Nation wie Bosnien wäre die erste Teilnahme an einem großen Turnier ein Riesenereignis und ein großer Schritt. Die Euphorie ist momentan riesig, das spürt man bei den Menschen, die am Hotel oder uns auf dem Weg zum Training anfeuern. Wir sind nicht mehr weit entfernt, deswegen sind die anstehenden Quali-Spiele extrem wichtig. In den verbleibenden vier Spielen werden wir alles daran setzen, um nach Brasilien zu fahren. Auf die kommenden Sommerferien würde ich definitiv sehr gerne verzichten.

Gemeinsam mit Leverkusens Emir Spahic bildest du quasi eine Zwei-Generationen-Verteidigung. Er ist sehr gut in der Bundesliga gelandet und hat bei Bayer einen starken Eindruck hinterlassen. Was macht ihn aus?

Bicakcic: Ein großer Spieler und Innenverteidiger, den ich schon für Bosnien spielen sah, als ich selbst kein Profi war. Er ist ein richtiger Leader, wie er das Spiel liest, resolut in jeden Zweikampf geht und dann keine Freunde mehr kennt... So ein bisschen ist das ja auch mein Stil, von ihm kann ich mir noch viel abschauen.

Wie habt Ihr euch auf die Slowakei vorbereitet?

Bicakcic: Wir analysieren den Gegner natürlich, wissen, dass sie Leute wie Hamsik oder Sestak in den Reihen haben und gut besetzt sind. Trotzdem, wenn wir umsetzen, was wir uns vornehmen, bin ich sehr optimistisch. Wir haben ja auch keine schlechten Kicker, die Namen sprechen für sich.



Am kommenden Wochenende wartet dann wieder die Bundesliga. Vier Spiele, null Punkte: Braunschweig wird schon als das neue Fürth gehandelt. Wie geht Ihr damit um?

Bicakcic: Es ist erst der vierte Spieltag, man muss nicht gleich in Panik verfallen. Wir müssen an uns arbeiten, individuell, aber auch kollektiv und den Kopf hochhalten. Ihn in den Sand stecken bringt sowieso nichts. Geduld und positives Denken werden wichtig sein, um von Spiel zu Spiel das Optimum rauszuholen. Dann denke ich, dass wir auch Erfolg haben werden.

Woran hakt es momentan noch, fehlt es an Bundesliga-Erfahrung?

Bicakcic: Gegen Bremen haben wir meiner Meinung nach ordentlich und gegen Dortmund stark gespielt, aber momentan fehlt uns ein bisschen das Glück. Auch gegen den HSV haben wir gut angefangen und der Gegner geht dann durch eine glückliche Aktion in Führung, danach war es schwer. In der Bundesliga wird jeder Fehler bestraft, sofort "weggekillt". Wir müssen es dem Gegner noch schwerer machen. Gegen Hamburg haben wir die weiteren Gegentore einfach zu leicht zugelassen..

Trainer Torsten Lieberknecht hat sich später über die Schiri-Entscheidungen beschwert – wie hast du das gesehen?

Bicakcic: Ich denke schon, dass als kleinerer Verein und Aufsteiger bei 50:50-Entscheidungen tendenziell eher gegen einen entschieden wird. Das haben bisher ja nicht nur wir erfahren. Aber das darf keine Ausrede sein. Wir müssen weiterhin versuchen jedes Spiel positiv zu gestalten, auch für die Fans. Nach verlorenen Spielen einen solchen Support zu bekommen... Das macht es einem leichter ins nächste Spiel zu gehen. Gegen Nürnberg wollen wir es besser machen!

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