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Nach dem 4:4 herrschte Fassungslosigkeit bei allen Beteiligten. Der Bundestrainer fand kurz nach dem Spiel kaum Worte, der Kapitän will sich hinterfragen.

Berlin. Mit dem Gerd-Müller-Jäger Miroslav Klose sorgte die deutsche Nationalmannschaft in Berlin eine Stunde lang für das schönste Fußballfest in einem Heimspiel des Jahres 2012, um dann noch ein böses Erwachen zu erleben. Beim 4:4 (3:0) gegen Schweden am Dienstagabend verspielte das Team von Bundestrainer Joachim Löw einen Vier-Tore-Vorsprung innerhalb einer halben Stunde und verpasste damit den vierten Erfolg im vierten WM-Qualifikationsspiel.

Keine Erklärung

„So kurz nach dem Spiel kann ich das nicht erklären“, zeigte sich Löw nach dem Schlusspfiff ratlos und versuchte dennoch, eine Erklärung für den plötzlichen Leistungsabfall zu finden: „Das Problem begann wahrscheinlich nach 60 Minuten im Kopf. Wir wurden nachlässig und hatten nicht mehr die nötige Disziplin.“ Die Mannschaft sei nun zwar wahnsinnig enttäuscht, das Spiel werde sie aber nicht aus der Bahn werfen.

„Das ist sehr, sehr bitter. Wenn man 4:0 führt und dann das 4:4 kassiert, haben wir irgendetwas falsch gemacht, scheinbar das Spiel zu früh abgehakt. Da müssen wir uns hinterfragen“, sagte Kapitän Philipp Lahm.

Zu einfach

Nach den Toren von Klose, der mit seinen Länderspiel-Treffern 66 und 67 bis auf einen Treffer zum Rekord von Gerd Müller aufrückte, sowie Toren von Per Mertesacker (39.) und Mesut Özil (56.) verlor die deutsche Elf vor 72.362 Zuschauern die Linie und musste sich nach den Gegentreffern von Zlatan Ibrahimovic (62.), Mikael Lustig (64.) Johan Elmander (76.), Rasmus Elm (90. +3) mit einem Punkt zufriedengeben.

„So etwas passiert, wenn es scheinbar zu einfach ist“, sagte Toni Kroos, und Bastian Schweinsteiger fand die Wende „unerklärlich“. So etwas habe er noch nie erlebt. „Jeder hat sich zu sicher gefühlt und einen Schritt weniger gemacht. Das darf im Leben nicht passieren.“

Dennoch besitzt die DFB-Auswahl in der Gruppe C noch drei Punkte Vorsprung vor dem ersten Verfolger Schweden. Alle anderen Mannschaften haben schon mindestens einmal verloren, die deutsche Elf befindet sich mit der fast optimalen Punktausbeute von zehn Zählern vor den nächsten Spielen gegen Kasachstan im März schon auf klarem Kurs zur WM 2014 in Brasilien.

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