Spielbericht WM-Playoff: Bosnien-Herzegowina - Portugal
Das WM-Ticket geht an Portugal. Die Seleccao setzte sich gegen harmlose Bosnier auch im Rückspiel durch und fährt am Ende souverän nach Bosnien.
Zenica. „Zenica wird brennen“, kündigte Miroslav Blazevic vor dem Spiel an. Am Ende lag lediglich der WM-Traum seiner Bosnier in Asche. Portugal legte die reifere Spielanlage an den Tag und setzte sich am Ende mit 1:0 durch. Auch weil Carlos Queiroz ein formidables Abwehr-Trio geformt hat, löste seine Mannschaft am Ende das Ticket für Südafrika.
WM-Total bei GOAL.com
PERSONAL & TAKTIK
Miroslav Blazevic kündigte „etwas Besonders an“. Doch wirklich überraschend war seine Aufstellung dann nicht. In Abwesenheit von Abwehrchef Emir Spahic setzte er auf eine Dreier-Abwehr und ein kompaktes Fünfermittelfeld. Statt dem verletzten Spielmacher Misimovic durfte Supertalent Miralem Pjanic ran. Vorne stürmte die Einsergarnitur Dzeko/Ibisevic.
Das Spiel in der Goal.com-Statistik
Carlos Queiroz musste nicht viel ändern nach dem Hinspiel. Etwas überraschend musste aber Deco auf die Bank. Für ihn kam eine zusätzliche defensive Absicherung in Tiago in die Mannschaft. Ansonsten das gewohnte Bild: Carvalho und Alves in der Mitte, Pepe davor und Nani sowie Simao flankierten Liedson im Sturm.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
Bosnien hatte sich etwas dabei gedacht, als man das entscheidende Spiel in der WM-Qualifikation nach Zenica legte. Der enge Platz sollte die Gäste nervös machen und Bosniens spielstarken Spielern entgegenkommen. Doch zu Beginn des Spiels kamen beide Mannschaften mit dem Platz – der übrigens nicht wirklich großartig war – nicht wirklich zurecht. Ein nervöser Beginn war die Folge. Chancen sind in den ersten zwanzig Minuten absolute Mangelware, mehr als ein harmloser Schuss von Nani (15.) und einem Versuch von Ibisevic (19.) bekamen die Fans nicht zu sehen.
In der 25. Minute mussten die Hausherren dann erstmals aufatmen: Über Simao, Duda und Nani landete der Ball bei Liedson, der aber aus zehn Metern an Hasagic scheiterte – eine Riesenparade! Bei Bosnien-Herzegowina hatte Ibisevic im ersten Spielabschnitt die beste Chance. Pjanic bediente Dzeko, der ließ auf Ibisevic abtropfen, doch dessen Schuss war kein Problem für Eduardo (36.). Es ging leistungsgerecht mit einem 0:0 in die Pause, besonders von den Gastgebern kam zu wenig.
WM-Total bei GOAL.com
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Im zweiten Spielabschnitt erwischen die Portugiesen den besseren Start und Bosnien konnte sich erneut bei Hagasic bedanken. Eine Nani-Chance vereitelte er famos (49.). Auch Pjanic gab eine Duftmarke ab: Alves mit einer zu kurzen Kopfballabwehr, der Lyon-Star übernahm direkt, verfehlte aber das Gehäuse aus gut 22 Metern. Da hat aber nicht viel gefehlt (50.). Die WM-Hoffnung der Bosnier erhielt in der 56. Minute dann einen gehörigen Dämpfer.
Bosniens Abwehr vertändelte den Ball leichtfertig, Nani narrte drei Gegenspieler und bediente den völlig freistehenden Raul Mereilles. Der Mann vom FC Porto musste den Ball vom Elfmeterpunkt nur noch einschieben – 0:1! Wer in der Folge einen Sturmlauf der Hausherren erwartet hat, lag falsch. Portugal ließ Ball und Gegner laufen und war dem 2:0 deutlich näher als Bosnien dem 1:1. Obwohl Blazevica davon sprach, dass Zenica „brennen wird“, fehlte bei seiner Mannschaft das Feuer in den entscheidenden Momenten. Gefahr brandete nochmal auf, als der starke Pjanic einen Freistoß aus 25 Metern direkt draufhielt, doch Eduardo kratzte den Ball von der Linie (76.).
Nur eine Minute später dann der endgültige Todestoß für Bosnien: Salihovic meckerte zu heftig und flog mit Gelb-Rot vom Platz. Die Fans gutierten diesen Platzverweis auf ihre, unschöne Art: Wurfgeschosse flogen in Richtung des Assistenten. Gegen zehn Bosnier hatte Portugal dann noch leichteres Spiel. Am Ende fährt man dank der reiferen Spielanlage und einer bombensicheren Defensive nach Südafrika.
SCHLÜSSELSPIELER
Carlos Queiroz musste in den vergangenen Wochen und Monaten viel Kritik einstecken, doch mit dem Schachzug Pepe vor die Abwehr zu ziehen, ist ihm ein Goldgriff gelungen. Der Real-Star, dort als Innenverteidiger gesetzt, bildetemit Bruno Alves und Ricardo Carvalho sowohl im Hin- als auch Rückspiel eine bombensichere Defensive.
Bei Bosnien vermochten sich Dzeko und insbesondere Ibisevic gegen das Dreigestirn nicht entscheidend in Szene zu setzen. Auf bosnischer Seite konnte eigentlich nur Hagasic überzeugen, Pjanic und Dzeko deuteten ihr Potential an.
SCHLÜSSELSZENE
Bosnien brauchte bis zur 56 Minute nur ein Tor, doch Raul Mereilles zerstörte jegliche Hoffnung der Gastgeber. Spätestens nach dem Treffer, dem ein kapitaler Bock vorausging, war die Messe gesungen.
WM-Total bei GOAL.com
SPIELER DES SPIELS: Bruno Alves und Ricardo Carvalho
An dieser Stelle muss man zwei, wenn nicht sogar drei Spieler nennen. Bruno Alves und Ricardo Carvalho räumten alles ab, was auf sie zukam. Besonders in der Luft war das robuste Innenverteidiger-Duo nicht zu biegen. Mit Pepe als Abräumer davor könnte das zu einem Erfolgsgeheimnis bei der WM werden.
SCHIEDSRICHTER – Note: 7
Roberto Rosetti hatte zu jeder Zeit das Spiel unter Kontrolle. Selbst der Ausschluss war wohl gerechtfertigt. Bei aufgeheizter Stimmung behielt der Italiener kühlen Kopf.
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
Das Spiel in der Goal.com-Statistik
SPIELNOTE: 6
Das WM-Playoff-Spiel lebte lange von der Spannung, aber der 56. Minute war das aber auch erledigt. Bosnien war gegen spielstarke Portugiesen nicht in der Lage, das Ruder noch herumzureißen.
FAZIT
Portugal hat den Kopf nochmal aus der Schlinge gezogen und qualifizierte sich am Ende doch souverän für die Weltmeisterschaft in Südafrika. Bei Bosnien wird man noch lange den vergebenen Chancen in Lissabon nachtrauern.
Eure Meinung: Was sagt Ihr zum Endergebnis?
-
Werdet OnlineFussballManager und führt Euer eigenes Team zum Titel!
Der erfolgreichste Fußballmanager Deutschlands und die weltweit größte Fußball-Community – sie machen jetzt gemeinsame Sache und spielen künftig den virtuellen Doppelpass.
-
Thorsten Fink vor dem Duell mit Werder: „Wir wollen die Nummer eins im Norden sein“
An Werder Bremen hat man in Hamburg nur schlechte Erinnerungen. Nicht so Thorsten Fink, der voller Selbstvertrauen in sein erstes Nordderby schreitet.
-
Gestatten, Lasse Schöne: Das ist Schalkes Wunschspieler für das offensive Mittelfeld
Lasse Schöne ist einer der herausragenden Spieler in der Eredivisie, nun will der Däne den nächsten Schritt machen - bei Schalke 04? Huub Stevens jedenfalls wünscht sich Schöne.
-
Milan besiegt Arsenal - Ibra, Boateng und Robinho wirbeln, Arsenal bricht kollektiv zusammen
Es war ein Spiel, dass alle Milan-Fans noch lange im Herzen tragen werden, die Gunners-Fans jedoch den Blick mit Grausen abwenden ließ. Hier die Noten aller Akteure.
-
Spraylinien nutzen, um den Abstand der Freistoßmauer festzulegen - Seid Ihr dafür oder dagegen?
Innovationen haben es im Fußball schwer. Im kommenden Monat wird darüber entschieden, ob die sogenannten „Spraylinien“ dauerhaft zum Einsatz kommen sollen. Ihr seid gefragt!