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Dank Bruno Alves geht Portugal mit einem 1:0-Vorsprung in das Rücksspiel gegen Bosnien-Herzegowina. Doch Ruhekissen ist das keines, denn starke Bosnier hatten im Hinspiel mit drei Aluminium-Treffern Pech!

Von Ramon RAM

Lissabon. Vor toller Kulisse hat Portugal mit dem 1:0 gegen Bosnien die Pflicht erfüllt, doch Ruhepolster ist der minimalste aller Siege nicht. Im Rückspiel am Mittwoch wird es nun heiß hergehen!

PERSONAL & TAKTIK

Carlos Queiroz ordnete seine Mannschaft im 4-3-3 an, wobei Pepe erneut die Position vor der Abwehr bekleidete. Vor ihm besetzten Deco und Raul Mereilles die Halbposition, die der Chelsea-Star etwas offensiver interpretierte. Im Angriffstrio war Liedson der Mittelstürmer, flankiert wurde er von Nani und Simao.

Blazevic vertraute dagegen auf eine 4-4-2-Formation. Salihovic agierte links, Misimovic gab den Spielgestalter und Rahimic sicherte hinter ihm ab. Etwas überraschend fand sich Miralem Pjanic auf der Erstzbank wieder, für ihn bekam Ibricic rechts im Mittelfeld die Chance. Das Sturmduo bildeten die Bundesliga-Legionäre Ibisevic und Dzeko.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

Das restlos ausverkaufte Stadion machte einen Hollenlärm, die Stimmung war großartig und die Hausherren erwischten den besseren Start. Raul Meireles verzog einen Schuss aber doch deutlich (4.). Die erste große Chance vergab dann Liedson: Carvalo verlängerte einen Deco-Freistoß, den der Angreifer dann aber knapp neben das Tor setzte (8.). Die Minuten nach der guten Anfangsphase sind dann von vielen Szenen im Mittelfeld geprägt, richtige Möglichkeiten konnte sich aber weder Portugal noch Bosnien-Herzegowina herausspielen.

Gefahr brandete erst wieder auf, als Jahic Liedson an der Strafraum-Grenze legte, Simao setzte den Freistoß aber in die Mauer (24.). In der 31 Minute erlebte das Stadion dann einen Gefühlsausbruch, die ohnehin schon großartige Stimmung explodierte nochmals: Nani setzte sich auf rechts in einem der unzähligen Duelle mit Salihovic durch, seine Flanke verpasste zunächst Liedson am kurzen Pfosten, doch dahinter lauerte der völlig alleingelassene Bruno Alves und bugsierte den Ball über die Linie.

Nur drei Minuten später dann die große Ausgleichschance für die Bosnier: Torschütze Alves verschätzte eine Salihovic-Flanke, Ibisevic setze einen Seitfallzieher aber über das Tor. Noch knapper sind die Gäste dann in der 41. Minute am Ausgleich dran, doch Ibricic knallte einen Kopfball nach einer Ecke an die Latte. Portugal ging mit dem 1:0 in die Pause, doch Bosnien war dem Ausgleich in den letzten Minuten sehr nahe!

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Die zweite Halbzeit begann zunächst verhalten, doch in der 57. Minute gab es dann wieder eine Großchance für die Hausherren durch den sehr agilen Liedson. Der eingebürgerte Brasilianer kam im Strafraum zum Ball, lupfte ihn über Spahic und zwang den Keeper mit einem Schuss zu einer Parade, Deco vergab im Anschluss.

Die Chance leitete eine Drangperiode der Portugiesen ein, doch der starke Schlussmann Hagasic behielt die Oberhand. Nachdem Portugal in dieser Phase das 2:0 verabsäumte, gelang es Bosnien das Spiel wieder zu kontrollieren. Mehr war aber auch nicht drin, das Spiel spielte sich vornehmlich im Mittelfeld ab und die gute Portugal-Abwehr ließ kaum Chancen zu.

Eine Unachtsamkeit in der 73. Minute kostete Kapitän Emir Spahic dann das Rückspiel: Nach einem Foul bekam er die Gelbe Karte. Kurz vor dem Ende dann die beste Chance des Spiels: Erst köpfte Dzeko den Ball an die Querlatte und dann traf der eingewechselte Muslimovic im Nachschuss nur den Pfosten (89.). Bosnien vergab den Sitzer und muss nun im Rücksspiel ein 0:1 aufholen.

SCHLÜSSELSPIELER

Bei Portugal war es Nani, der die Bosnier immer wieder und insbesondere Salihovic in Verlegenheit brachte. Eine entscheidende Rolle hatte auch Pepe inne, der die Kreise von Misimovic entscheidend störte. Aufzeigen konnte auch Stürmer Liedson, der sich viel bewegte und eine gute Vorstellung ablieferte.

Auf Seiten der Bosnier war es Topangreifer Edin Dzeko, der einige starke Szenen hatte und mit einem Kopfball an die Querlatte Pech hatte. Auch die Abwehr, vor dem Spiel als Schwachpunkt angesehen, hatte bis auf wenige Situationen – darunter das Tor durch Alves - alles im Griff.

SCHLÜSSELSZENE

Was wäre wenn zählt im Fußball nicht. Die Frage ist an dieser Stelle aber erlaubt: Was wäre wenn Bosnien kurz vor dem Ende den Ball im Tor untergebracht hätte? Statt Querlatte und Pfosten eben Tor, Bosnien wäre mit einer unglaublich guten Ausgangsposition in die Heimat gefahren. Was wäre wenn zählt aber nicht...

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SPIELER DES SPIELS: Nani

Der Portugiese lieferte sich heiße Duelle mit Sejad Salihovic und war meistens der Sieger. Hatte mit einer schönen Flanke auch beim einzigen Tor des Tages seine Füße entscheidend im Spiel!

SCHIEDSRICHTER Martin Atkinson – Note:8

Schiedsrichter Martin Atkinson leitete die Partie mit der nötigen Souveränität, machte sich dabei aber nicht zu sehr wichtig. Ließ hin und wieder die britische Härte durchgehen und lag bei einer strittigen Situation im Strafraum, als er keinen Elfmeter pfiff, völlig richtig.

Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).

SPIELNOTE: 7

Das Spiel war nicht spektakulär, hatte aber dennoch einige sehr gute Szenen. Beide Teams spielten ihren technisch hochwertigen Fußball und versteckten sich nicht. Da auch Bosnien mutig mitspielte, entwickelte sich eine offene und unterhaltsame Partie.

Das Spiel in der Goal.com-Statistik

FAZIT

Portugal hat nicht schlecht gespielt und war über weite Teile die bessere Mannschaft, doch Bosnien hätte sich ein Remis absolut verdient. Die drei Aluminium-Treffer könnten sich am Ende für die Bosnier bitterböse rächen...

Eure Meinung: Entspricht das Ergebnis dem Spielgeschehen?


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