thumbnail Hallo,

Fußball zum Abgewöhnen präsentierten Griechenland und die Ukraine im Hinspiel des WM-Playoffs. Mit Chancen und Kreativität geizten die Akteure auf der ganzen Linie. Letztlich blieb es beim folgerichtigen und dem Spielverlauf entsprechenden 0:0.

(jr) Athen. Griechenland und die Ukraine trennten sich im WM-Playoff-Hinspiel mit einem torlosen Remis. Die Begegnung verlief dabei auf einem äußerst schwachen Niveau.

PERSONAL & TAKTIK

Otto Rehhagel rührte im Heimspiel nicht nur nominell Beton an. Der Deutsche schickte sein Team in einer Art 5-4-1-Formation auf das Feld. Als einzige Spitze hinter dem Vierer-Mittelfeld Samaras-Karagounis-Katsouranis-Salpingidis agierte der Leverkusener Gekas.

Sein Gegenüber Oleksiy Mikhailichenko bot mit Timoshchuk und Mikhalik eine Doppelsechs auf. Die beiden Angreifer Shevchenko und Milevskiy sollten von den Außen Gusev und Rotan flankiert werden. Barças Innenverteidiger Chygrinskyy nahm angeschlagen nur auf der Bank Platz.

Hier erfahrt Ihr alles zu den WM-Playoffs

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

Im mit 40.000 Zuschauern nicht annähernd ausverkauften Athener Olympiastadion präsentierten sich von Beginn weg zwei defensiv eingestellte und tiefstehende Teams. Dennoch konnten sich beide Torleute in den ersten zehn Minuten auszeichnen. Tzorvas parierte einen Shevchenko-Freistoß (3.). Vier Minuten später war Pyatov bei einem Karagounis-Schuss aus 25 Meter zur Stelle. Den ersten richtigen Aufreger gab es in Minute 17: Salpingidis bediente Gekas im Zentrum ideal. Der Top-Torschütze der Hellenen bugsierte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Doch Referee Duhamel sah den Vorbereiter im Abseits – eine Fehlentscheidung! Nur 120 Sekunden darauf war es Rotan, der einen 18-Meter-Fernschuss auf der Gegenseite nur knapp am rechten Pfosten vorbeisetzte. In der Folge war das Spiel von Härteeinlagen, welche der Unparteiische zu wenig ahndete, und Fehlpässen geprägt. Richtiger Spielfluss wollte nicht aufkommen. Vor allem die Gäste präsentierten sich auf der ganzen Linie ideenlos. Sekunden vor dem Pausenpfiff köpfte Gekas aus aussichtsreicher Position, scheiterte jedoch am starken Pyatov. Somit blieb es beim für die Osteuropäer glücklichen torlosen Ergebnis nach 45 qualitativ bescheidenen Minuten.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Auch nach Wiederbeginn änderte sich wenig am Geschehen. Gute Torchancen blieben Mangelware. Und wenn es dann doch mal zu einer Möglichkeit kam, wurde diese leichtfertig vergeben. Wie in Minute 55, als Gusev allein vor Tzovas auf den Ball stieg, der von hinten heraneilende Milevskiy hämmerte das Spielgerät schließlich überhastet über das griechische Gehäuse. Überhaupt war die Begegnung von Hektik geprägt. Beiden Teams fehlte es an Spielern, die das Tempo varierten und Struktur in die Aktionen brachten. In dieser Verfassung sind beide Nationen definitiv keine Bereicherung für das Endturnier in Südafrika. Viel mehr war das Ganze über weite Strecken ein spielerischer und kreativer Offenbarungseid. Letzten Endes war der Schlusspfiff für die Zuschauer im überschaubar besetzten Stadion eine Erlösung und das 0:0 folgerichtig.

SCHLÜSSELSPIELER

Bei den Griechen waren Tzorvas und Salpingidis noch die Besten. Der Mittelfeldspieler des Europameisters von 2004 war mehr oder weniger der einzige der um Spielkontrolle bemüht war und hin und wieder so etwas wie Kreativität aufblitzen ließ.

Auf Seiten der Gäste lieferten Pyatov und mit Abstrichen Shevchenko eine durchaus akzeptable Partie ab. Auch Timoshchuk verrichtete vor der Abwehr wertvolle Laufarbeit und fiel durch einige geschickte Balleroberungen auf.

SCHLÜSSELSZENE

Eine richtige Schlüsselszene gab es nicht. Das Highlight in einer schwachen und höhepunktarmen Begegnung war mit Sicherheit der von Schiedsrichter Duhamel verweigerte reguläre Gekas-Treffer.

Hier erfahrt Ihr alles zu den WM-Playoffs

SPIELER DES SPIELS: Dimitrios Salpingidis

Der 28-jährige Mittelfeldspieler war der einzige, der Offensiv-Impulse setzte und um Kontrolle bemüht war. Des Öfteren versuchte er das Tempo zu variieren und verlieh der Partie mit dem ein oder anderen Geistesblitz so etwas wie Kreativität.

SCHIEDSRICHTER – Note: 4

Laurent Duhamel bot eine äußerst mäßige Leistung. Vor allem im ersten Abschnitt ahndete der Franzose viel Fouls nicht, ließ den gelben Karton zu oft stecken und entschied bei einem Gekas-Treffer in Minute 17 fälschlicherweise auf Abseits.

Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).

SPIELNOTE: 3

Auf diesem Niveau darf man von den Akteuren deutlich mehr erwarten. Das war über die fast gesamte Spielzeit Fußball-Magerkost, was die Griechen und die Ukrainer zur Schau stellten.

Das Spiel in der Goal.com-Statistik

FAZIT

Das torlose Remis, das dem Spielverlauf letztlich entsprach, verschafft den Ukrainern eine gute Ausgangslage für das Rückspiel.

Eure Meinung: Entspricht das torlose Remis dem Spielgeschehen?

Dazugehörig