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Die deutschen Erkenntnisse nach der WM-Qualifikation
Deutschland fährt zur Weltmeisterschaft 2010! Das steht schon seit fast einer Woche fest. Und dennoch brachte das Spiel gegen Finnland wieder einige Probleme auf den Tisch, die Erkenntnisse für die Zukunft zulassen. Goal.com hat die wichtigsten Punkte dieser WM-Qualifikation nochmals aufgegriffen und eine Liste erstellt, die sich auch Joachim Löw so gedacht haben dürfte.
Hamburg. Deutschland freut sich auf Südafrika! Die Fans hoffen wieder auf ein Sommer-Märchen und dennoch liegt noch einiges an Arbeit vor der sportlichen Leitung der DFB-Auswahl. Goal.com hat die wichtigsten Probleme und Erkenntnisse zusammengetragen:
Deutsche Zuverlässigkeit: Nachdem
es spielerisch nicht immer so absolut klasse während dieser
Qualifikation gelaufen war, überzeugte die DFB-Elf aber vor
allem in den beiden wichtigen Spielen gegen Russland. Am letzten
Samstag spielte sie trotz widriger Bedingungen bei kalten
Temperaturen und ungewohntem Kunstrasen souverän auf. Das
zeichnete die DFB-Delegationen schon in den letzten Jahren immer
wieder aus und ist damit erneut bestätigt. Lieber unschöner
aber erfolgreicher Fußball, als Traumfußball vom anderen
Stern und dafür Niederlagen. Auch diese Erkenntnis dürfte
dem ein oder anderen Fan während der abgelaufenen Qualifikation
einmal mehr die Kritik im Halse stecken gelassen haben.
Joachim Löw: Auf den Trainer der
deutschen Nationalmannschaft ist absolut Verlass! Er zeigte sein
fußballerisches Verständnis vor allem auch wieder in der
Partie gegen Russland. In Moskau waren die Spieler gut eingestellt
und der Gegner wurde an der Wurzel angepackt und besiegt. Aber: Nun
muss schnell die Entscheidung über seine Zukunft her. Denn nach
dem Wunsch des DFB, mit dem Trainer zu verlängern, signalisierte
Löw nur bedingtes Interesse. Sein Standing ist nicht absolut
unumstritten in Deutschland und solche Possen gefährden ein
gutes Klima wenige Monate vor der so wichtigen Endrunde in Südafrika.
Die Torhüter: Robert Enke ist
erfahren und das ist auch gut so. Als sichere Nummer eins galt er
noch vor wenigen Wochen. Dann aber spielte ihm einmal mehr das
Schicksal einen Streich. Nach einem Kahnbeinbruch vor dem Hinspiel
gegen Russland, legte ihn nun eine Infektion im Magen vor dem
Rückspiel in Moskau flach. Damit ist die WM wohl für ihn
gelaufen, weil René Adler wieder einmal zur Stelle. Wie er
schon vor Jahren in Leverkusen Hans-Jörg Butt in den Schatten
stellte, macht er es nun auch mit allen anderen Keepern der
Bundesliga. Er ist die Nummer eins. Und die Erkenntnis ist klar: An
guten Torhütern mangelt es in Deutschland wahrlich nicht. Manuel
Neuer und Tim Wiese sind weitere erstklassige Edel-Reservisten!
Die Abwehr: Arne Friedrich konnte seine
Nominierung und seinen Einsatz gegen Finnland wieder einmal nicht
bestätigen. Er spielte erneut nicht gut und muss wohl einsehen,
dass Per Mertesacker die bedeutend bessere Wahl ist. International
fehlt es Friedrich einfach an Qualität. Heiko Westermann
hingegen spielt sich mehr und mehr in Form und war vor allem gegen
Russland durchaus in guter Verfassung. Er muss aber noch
eigenständiger werden und sich etwas von der Führung seines
Nebenmannes Mertesacker lösen. Auf der linken Seite ist Philipp
Lahm wieder gesetzt und das ist auch gut so. Auf dem anderen Flügel
war seine Stärke verschenkt. Damit wäre dann auch schon die
Erkenntnis erreicht: Auf der rechten Seite fehlt es an Klasse.
Andreas Beck und Marcel Schäfer haben Potential, scheitern aber
mitunter an fehlender Erfahrung. Dort muss sich Joachim Löw noch
was einfallen lassen oder aber endlich konsequent eine Lösung
durchziehen und damit im Hinblick auf die Weltmeisterschaft aufbauen.
Das Mittelfeld: Ohne Mesut Özil
geht bei der deutschen Elf derzeit nichts. Er spielt unbeschwert und
einfach nur absolut klasse. Gegen Russland war er einer der besten
Spieler und auch gegen Finnland sorgte er nach seiner Einwechslung
für Belebung. Im defensiveren Part des Mittelfeld ist Michael
Ballack gesetzt und sein Nebenmann wird noch gesucht. Simon Rolfes
zeigte gegen Russland, dass er diese Rolle ausfüllen kann.
Thomas Hitzlsperger hingegen spielte gegen Finnland katastrophal
schwach. Eine weitere Variante war zuletzt nicht durchdacht worden
vom Bundestrainer: Torsten Frings. Er bleibt aber nach wie vor im
Sichtfeld der Nationalmannschaft und sollte durchaus auch wieder
integriert werden. Denn er könnte zur Stabilisierung durch seine
konsequente Spielweise beitragen und vor allem auch Ballack
entlasten. Dem Kapitän merkte man in den letzten beiden
Länderspielen an, dass er sich auf seine Nebenmänner nicht
so recht verlassen wollte. Nach vorne agierte er deshalb mit
angezogener Handbremse. Bei Frings weiß er, was er hat. Dem
deutschen Spiel würde diese Sicherheit gut tun.

Der Angriff: Im Sturm gibt es nach wie
vor Probleme. Miroslav Klose spiegelte als einziger Stürmer die
„deutsche Zuverlässigkeit“ wider. Er spielte nicht allzu
auffällig oder gar traumhaft, machte aber eben in den
entscheidenden Momenten genau das Richtige. Aber das ist insgesamt zu
wenig. Mario Gomez und Lukas Podolski suchen noch nach ihrer Form.
Patrick Helmes ist lange verletzt und so dürfte die Abhilfe nach
den ersten Wochen in der Bundesliga auf der Hand liegen: Stefan
Kießling! Er wird in den kommenden Freundschaftsspielen bis zur
Jahreswende mit Sicherheit noch seine Chancen erhalten und will diese
dann nutzen. Das Hoch des Stürmers sollte auch Joachim Löw
schnellstmöglich ausnutzen. Und nebenbei: Nach Kevin Kuranyi
fragt mittlerweile nun wirklich gar niemand mehr! Auch das ist eine
Erkenntnis, die noch vor der WM-Qualifikation nicht jeder auf dem
Zettel hatte.

Am Montag werden die Relegationsspiele gelost. Dabei wird auch Russland seinen Gegner erhalten und Goal.com ist LIVE dabei und berichtet für Euch exklusiv von der Auslosung.
Eure Meinung: Was waren für Euch die wichtigsten Lehren und Erkenntnisse nach der abgelaufenen WM-Qualifikation?
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