Man of the Match: Jonatan Johansson

Beim Abpfiff schlug Jonatan Johansson die Hände vor sein Gesicht. Dabei gab es überhaupt keinen Grund, sich für die Leistung gegen Deutschland zu schämen. Er agierte über weite Strecken sehr souverän und lenkte sich von seinem beruflichen Schicksal ab. Denn nur allzu gerne hätte er endlich wieder einen geregelten Alltag. Die Leistung in seinem 100. Länderspiel lässt aber durchaus wieder auf einen neuen Arbeitgeber hoffen.

Jonathan Johansson of Finland celebrates against Wales in WCQ (PA)
Von Dennis WEINACHT

Hamburg. „Vielen Dank, für die Blumen. Vielen Dank, wie lieb von dir...“, schon ein altes Kinderlied besagt, dass man sich über die Schönheiten der irdischen Flora freuen sollte. Dennoch schaute Jonatan Johansson etwas verwirrt drein, als ihm der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, Michael Ballack, mit einem Blumenstrauß entgegenlief. Ja, das 100. Länderspiel sollte Grund zum Feiern geben. Dennoch sei eine Frage erlaubt: Was sollte der Angreifer der Gäste denn mit gleich zwei Blumensträußen? Da dürfte ihm der Beifall der zahlreichen Fans im Stadion mehr gefallen haben. Sie applaudierten für eine ganz besondere Leistung, ein herausragendes Jubiläum.

Starkes Spiel

Und auch während des Spiels fühlte er sich offenbar sehr wohl. Immer wieder erkämpfte er mit viel Einsatz von der ersten Minute an die Bälle im Mittelfeld. Und auch ansonsten zeigte er eine sehr respektable Leistung. Laufbereitschaft in hohem Maße zeichnete ihn aus. Nicht zuletzt aber machte er mit seinem Treffer auf sich aufmerksam. Goldrichtig stand er in dieser elften Minute, als die komplette Abwehr der deutschen Delegation nicht im Bilde war. Johansson schaltete am schnellsten und schnappte sich das Leder vor René Adler, dem er dann prompt das Spielgerät in den Kasten schob. Auf dem Punkt konzentriert nutzte er seine Chance des Spiels, um sich zum „Man of the Match“ zu ballern. Kaum ein anderer Spieler ging an diesem Abend so weite Wege, um seiner Mannschaft das Maximum an Unterstützung zu bieten.

Spieler sucht Verein

Nicht zuletzt aber spielte er auch für sich selbst. Denn im Moment befindet sich der Spieler auf Vereinssuche. Bis zum Sommer stand der 34-Jährige noch in Schottland bei Hibernian FC unter Vertrag. Nun hat er keine feste Anstellung im Moment. Aufgeben will er aber dennoch nicht. Denn auch Jonatan Johansson weiß, was schon ein ganz berühmtes Kinderlied nach dem Drang zur Freude über irdische Floren prophezeit: „Es blühen Herbstzeitlosen, sagen tröstend zu mir, was macht das schon, wenn ich einmal verlier?“ Und so soll ein Remis der Start in einen neuen Lebensabschnitt sein...

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