Stärken und Schwächen: Russlands Nationalelf in der Goal.com-Analyse

Jahrelang fristete die russische Nationalelf auf internationaler Bühne ein Schattendasein, ehe sie bei der EM 2008 unter Trainer Guus Hiddink wie Phönix aus der Asche aufstieg. Erst im Halbfinale war gegen den späteren Titelträger Spanien Endstation. Nun duellieren sich die Russen mit Deutschland um den Spitzenplatz der WM-Quali-Gruppe 4. Wir stellen Euch den härtesten Gegner der DFB-Elf mit seinen Stärken und Schwächen vor.

Roman Pavluchenko jubelt über die russische Führung (PA)
Von Falko BLÖDING

Berlin/Moskau. Russland gegen Deutschland, am Samstag geht es um die Qualifikation für die WM 2010! Guus Hiddink hat die Partie bereits zum „Spiel der Spiele“ auserkoren. Nicht ganz zu Unrecht, denn eine brisanteres Topspiel findet am Wochenende kaum statt. Das Hinspiel in Dortmund gewann der DFB knapp mit 2:1, nun geht es zum Rückspiel nach Moskau. Mit Hilfe unseres Experten Sergey Glebov von Goal.com Russland stellen wir Euch den Gegner der deutschen Mannschaft vor.

Zwei Stürmer werden erwartet


Im russischen Kader stehen viele Spieler, die bereits bei der EM im Sommer 2008 für Furore sorgten. Sie spielen fast ausschließlich bei europäischen Topklubs und russischen Spitzenvereinen. Es wird erwartet, dass Trainerfuchs Guus Hiddink eine 4-4-2-Formation aufbietet. Die sähe wohl so aus:

Akinfeev
Anyukov-A.Berezutsky-Ignashevich-V.Berezutsky
Zyrianov
Bystrov-Bilyaletdinov
Dzagoev
Arshavin-Pavlyuchenko


Russlands Sürmerstar Andrey Arshavin gegen Thomas Hitzlsperger

Auch eine Variante mit nur einem Stoßstürmer (Pavlyuchenko oder Stuttgarts Pavel Pogrebnyak) ist denkbar, Andrey Arshavin wäre dahinter als kreativer Freigeist mit sämtlichen Freiheiten ausgestattet. Eine System mit drei Spitzen wird es dagegen nicht geben. „So hat Hiddink in seiner Zeit in Russland noch nie spielen lassen“, erklärt Glebov.

Auf Arshavin, Bystrov und Akinfeev kommt es an


Russlands Schlüsselspieler heißen Andrey Arshavin (FC Arsenal), Igor Bystrov (Zenit St. Petersburg) und Igor Akinfeev (ZSKA Moskau). Die Einschätzung unsere Russland-Experten: „Seit der EM und spätestens seit er in England spielt, kennen die Menschen Andrey Arshavin. In der Nationalmannschaft ist er der absolute Anführer. Er organisiert das Angriffsspiel und nimmt eine Position zwischen Mittelfeld und Angriff ein. Vladimir Bystrov ist der beste Rechtsaußen der russischen Premier League. Er zieht auch gerne nach innen und wechselt oft auf die linke Seite. Seine größte Waffe ist seine enorme Schnelligkeit, mit der große Löcher reißen kann. Torhüter Igor Akinfeev (er spielt bei Wolfsburgs Champions-League-Gegner ZSKA Moskau) ist noch jung. Dennoch ist er Russlands stärkster Torhüter und zählt mittlerweile sicher zu den zehn besten Keepern in Europa. Auf der Linie ist er herausragend, allerdings hat er auch Schwächen beim Herauslaufen.“


Überragende Reflexe zeichnen Igor Akinfeev aus

Stärken vorne, Schwächen hinten


Á propos Schwächen: Die sind, wie auch die Stärken, in der „Sbornaja“ klar verteilt: „Russlands Offensive ist herausragend. Hier agieren viele gute Einzelspieler, die von Hiddink zu einer Einheit geformt wurde. Der niederländische Trainer ist ein weiterer Pluspunkt. Er ist sehr erfahren und gehört zu den besten seiner Zunft“, erläutert Sergey Glebov, der gleichzeitig die Defensive als Achillesferse ausgemacht hat: „Leider haben die Russen keinen Verteidiger von Spitzenformat. Vor allem Sergey Ignashevich, der in der Innenverteidigung spielen wird, ist ein echter Schwachpunkt. Er ist langsam und lässt sich zu oft ins Mittelfeld locken, wodurch es zu Stellungsfehlern kommt.“


Russlands Verteidiger Alexey Berezutsky, Vassily Berezutsky und Sergey Ignashevich

Zudem leidet Linksaußen Yuri Zhirkov, der im Sommer für 21 Millionen € zum FC Chelsea wechselte, noch immer unter den Nachwehen einer langen Verletzungspause. Normalerweise gehört der 26-jährige zu den Leistungsträgern der russischen Mannschaft, derzeit wird er dieser Rolle nicht gerecht.

Auf Russland lastet mehr Druck


Für die deutsche Mannschaft werde es in Moskau darauf ankommen die Kreise Andrey Arshavins einzuengen und gleichzeitig Druck auf die russische Hintermannschaft auszuüben. Zudem stehen die Russen ein wenig mehr unter Druck, denn bei einem Remis hätten sie die Qualifikation nicht mehr in eigenen Händen. Sollte Deutschland gar gewinnen, müsste Russland in jedem Fall in die Relegation.

Eure Meinung: Welche Mannschaft ist stärker, Russland oder Deutschland? Wo seht Ihr Stärken und Schwächen bei den Russen? Wer gewinnt das Spiel?


 
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