Für Domenech, Queiroz und Maradona wird es eng

Der Erfolgsdruck in den entscheidenden Partien der WM-Qualifikation ist enorm. Aber nicht nur für die Spieler, auch die Trainer bangen. Für sie steht der Job auf dem Spiel! Raymond Domenech, Carlos Queiroz und Diego Maradona brauchen dringend Erfolgserlebnisse.

Raymond Domenech, Diego Maradona, France-Argentina
(fb) Berlin. Wenn die Qualifikation für ein großes Turnier endet oder in die entscheidende Phase geht, dann kommt für die Nationaltrainer die Zeit der Wahrheit. Wird die Quali verpasst, ist die Mehrheit den Job los. Mit einem neuen Mann am Steuer soll dann die Zukunft in Angriff genommen werden, damit es beim nächsten Mal mit der Teilnahme klappt. Mittlerweile sind es nur noch wenige Spiele, ehe das Teilnehmerfeld für Südafrika steht und eine ganze Reihe von (prominenten) Trainern steht unter großem Druck.

Domenech unter Beschuss


Frankreichs Raymon Domenech hat seit Ewigkeiten einen schweren Stand in seiner Heimat. Für Außenstehende grenzt es an ein Wunder, dass der Verband noch immer an dem 57-jährigen festhält. Spielerisch ist Frankreich meilenweit vom tollen Fußball der Vergangenheit entfernt, die EM im letzten Sommer verlief enttäuschend und nur dank der individuellen Klasse von Stars wie Franck Ribéry, Yoann Gourcuff oder Thierry Henry darf die „Grande Nation“ noch von Südafrika träumen. Am Wochenende sprang daheim gegen Rumänien nur ein mageres 1:1 heraus. Vier Punkte Rückstand hat Frankreich nun auf Spitzenreiter Serbien, die direkte Qualifikation ist aus eigener Kraft nicht mehr zu schaffen. Am Mittwoch reist Domenech mit seiner Mannschaft zum Gipfeltreffen nach Serbien. Gibt es dort erneut keinen Sieg, wird es ganz eng für den Trainer.

Alles zur WM-Quali

Ist Queiroz nur eine „Nummer zwei“?


Carlos Queiroz trat im vergangenen Sommer bei Portugal die Nachfolge Luiz Felipe Scolaris an. Der ehemalige Co-Trainer von Manchester United gerät wegen der dürftigen Resultate in der Quali-Gruppe A zunehmend unter Beschuss. Auch am Wochenende in Dänemark (1:1) gelang der erhoffte Befreiungsschlag nicht. Die Mannschaft um Weltfußballer Cristiano Ronaldo ist individuell zwar bärenstark besetzt, liegt dennoch nur auf Rang vier und darf sich keine Ausrutscher mehr leisten, um noch das Ticket zur WM zu lösen. Queiroz, dem die Hauptschuld an der Misere zugeschoben wird, gibt sich noch kämpferisch: „Wir dürfen die Köpfe nicht hängen lassen, sondern müssen weiter an uns glauben. Das Spiel ist für uns noch nicht vorbei und solange dies so ist, werden wir alles geben.“ Was zunächst nur hinter vorgehaltener Hand diskutiert wurde, wird mehr und mehr zum Thema in Portugals Öffentlichkeit: Queiroz sei eine hervorragende Nummer zwei, ein guter Assistenztrainer, doch für den Cheftrainerjob (wie bei Real Madrid, wo er nach kurzer Zeit gehen musste) reicht es nicht.

Maradona hat Gegenwind


Die Ernennung von Volksheld Diego Maradona zum Nationaltrainer Argentiniens wurde von vielen Fachleuten kritisch beäugt. Der ehemalige Weltfußballer, der in seiner Heimat noch immer Kultstatus genießt, hat keinerlei Erfahrungen als Coach auf der großen Fußballbühne. Sein taktisches Verständnis, sowie seine Mannschaftsführung (Regisseur Riquelme trat wegen „Cliquenwirtschaft“ zurück) werden in Frage gestellt. Die erste Quali-Heimpleite überhaupt gegen Brasilien am Samstag tut nun ihr übriges, dass auch Maradona Diskussionen um seine Person ertragen muss. „Ob seine Frisur dem Regen standhält?“, spottete die Tageszeitung Publico und der ehemalige Boca-Stürmer Jose Sanfillipo sagte: „Maradona hat keine Ahnung, er ist nutzlos. Er sollte seine Koffer packen Argentinien ist ein Desaster.“ Nun muss am Mittwoch in Paraguay unbedingt ein Dreier her, um das Schreckgespenst „Relegation“ aus Argentinien zu vertreiben und auch die kritischen Stimmen gegenüber Maradona vorerst zum Schweigen zu bringen.

So stehts in der WM-Qualifikation

Eure Meinung: Halten sich alle drei Trainer im Amt? Wer muss seinen Hut nehmen?


 
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