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Man of the Match: Robert Enke
Zuletzt wurde immer wieder darüber spekuliert, ob Deutschland denn nun ein Torhüter-Problem hat. Sogar ein Comeback von Jens Lehmann wurde da nicht mehr ausgeschlossen. Spätestens aber nach der Partie in Wales dürfte allen Kritikern klar sein, dass auch mit Robert Enke im Tor erfolgreicher Fußball gespielt werden kann. Die Herausforderer stehen bereit, aber der Mann von Hannover 96 kristallisiert sich immer wieder als heißester Anwärter für die Nummer eins heraus. Er will 2010 zwischen den deutschen Pfosten stehen.
(dw) Cardiff. Auf die Frage, ob sich Robert Enke als Nummer eins sieht, antwortet er gewohnt lässig: „Für das kommende Spiel, ja. Vor meiner Verletzung war ich auch schon in einer sehr guten Position. Die habe ich ein wenig eingebüßt. Jetzt kann ich den Weg fortsetzen.“ Gegen Wales wollte er seinem Bundestrainer Joachim Löw wieder zeigen, dass er genau der richtige Mann am richtigen Ort ist. Genau das gelang ihm auch eindrucksvoll.
Immer wieder tolle Paraden
Denn in einigen Situationen reagierte er auf der Linie klasse, war zudem im Luftkampf absolut zuverlässig. Flanken pflügte er reihenweise runter. In dieser Form steht er absolut zurecht im Kasten der deutschen Auswahl. Überraschend zudem, wie schnell er seine Ruhe aus Hannover mit transportieren konnte. Innerhalb kürzester Zeit konnte er sich einleben um zu einer festen Größe zu werden. In aller Ruhe und absolut souverän macht er deshalb seine Sache derzeit mit viel Klasse. Er zeigt, warum er Stammkeeper sein will.
Und dennoch dürfte seine Konkurrenz das Ganze nicht allzu kritisch beäugt haben. Enke selbst will von einem Kampf um den Platz im Tor nichts wissen: „Bisher hat es den ja gar nicht gegeben. Erst war René Adler verletzt, dann ich, jetzt ist er wieder verletzt. Und was heißt Kampf? Damit kann ich nichts anfangen. Es ist ja nicht so, dass wir uns im Training gegenseitig was auf die Mütze hauen. Man kann die Leistungen auch nicht vergleichen oder spekulieren: Wie hätte ich gegen Russland gespielt? René hat es gut gemacht. Vielleicht hätte ich das auch getan.“
„Es geht um den Kopf“
Wie aber soll nun die Hierarchie entstehen. Eine originelle Idee hat der Hannoveraner in jedem Fall: „Ein Casting gibt es ja leider nicht. Eigentlich müsste man eine Ballmaschine nehmen, die bei allen Kandidaten dieselben Bälle aufs Tor schießt und dieselben Flanken reinbringt. Am Ende hätte man einen objektiven Wert für jeden. Aber das ist nur Theorie. Es geht auch um den Kopf, wie man mit der Situation klarkommt.“ Für den Job im DFB-Team würde er derzeit alles tun. Selbst sein Leben in Hannover, in der Stadt seines Herzens aufgeben. Er will die Nummer eins werden. Und das merk man von Minute zu Minute immer mehr...
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