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Was bleibt nun für Wales?
Am Ende waren alle doch irgendwie unzufrieden in Leipzig. Vor einer tollen Kulisse hatte die deutsche Nationalmannschaft „nur“ einen 4:0-Erfolg gegen Liechtenstein davongetragen. Gegen den 151. der Weltrangliste hatten sich die Fans dann doch den ein oder anderen Treffer mehr gewünscht. Es scheiterte aber vor allem an den mitunter blutleeren Phasen im Spiel und an Mario Gomez. Am Ende hatten die Deutschen aber auch etwas Glück, denn zwei von vier Toren waren nicht gerade eine Selbstverständlichkeit.
Von Dennis WEINACHT
Leipzig. „Es war engagiert, allerdings hätten wir das eine oder andere Tor mehr erzielen können. Letztendlich war es ein guter Beginn und ein guter Auftakt für das Spiel in Wales“, wird Joachim Löw nach dem Spiel gegen Liechtenstein von der FAZ zitiert. Er formuliert sein Fazit noch positiv, dürfte aber auch zur Kenntnis genommen haben, dass es noch viel Arbeit bis 2010 gibt. Zudem ist unlängst klar, dass er wohl in der Halbzeitpause klare Worte für die Leistung seiner Mannschaft fand. Als Bundestrainer eines Vize-Europameisters und Dritten der letzten Weltmeisterschaft muss man gegen eine Auswahl aus Liechtenstein mehr Mut in der Offensive beweisen. Das aber war über weite Strecken nicht der Fall. Gegen die großen Fußball-Nationen der Welt kann so nicht bestanden werden. Das weiß auch Löw.
„Gomez hat gekämpft“
Immerhin brach der Coach aber eine Lanze für Mario Gomez. Der Angreifer wartet seit nunmehr zwölf Monaten auf ein Tor für die Nationalmannschaft. Löw zeigte Unverständnis für die pfeifenden Zuschauer: „Eine Tragik ist es nicht. Ich fand es unglücklich, gegen einen Spieler zu pfeifen, der seiner Form bei uns in der Nationalmannschaft ein bisschen hinterherläuft. Ein Spieler mit solchen Qualitäten wie Mario bräuchte eigentlich in so einer Phase die Unterstützung vom Publikum.“ Zumal er dem Angreifer vom VfB Stuttgart auch nicht die Bemühungen absprechen wollte: „Er hat gekämpft um ein Tor. Er hat sich bemüht. Er war unglücklich im Abschluss. Wir wissen schon, was Mario kann, welche Qualitäten und Fähigkeiten er besitzt.“ Auch sei ein Einsatz von Beginn an gegen Wales denkbar: „Er ist ein guter junger Spieler, der im Moment ein Tief durchläuft. Wir werden ihn wieder stark machen. Ich habe das Gefühl, dass der Knoten bei ihm platzt.“
Glückliche Tore
Insgesamt war die Torgefahr eher überschaubar, zumal zweider vier Tore eher glücklich schienen. Etwa der erste Treffer von Ballack: Im Zentrum an der Kante zum Fünfmeterraum stand ein Kollege des Kapitäns beim Schuss im Abseits. Irritierte er den Torhüter? Torwart-Legende Oliver Kahn schaffte für Klarheit: „Der Spieler steht nicht direkt im Blickfeld des Torhüters, irritiert ihn aber wohl schon. Ich kann nur immer sagen, dass man solche Spieler eben doch immer im Augenwinkel hat und damit für eine hundertstel Sekunde nicht komplett auf den Ball konzentriert ist. Für mich ist das auch Abseits.“ Sicher Abseits war dann das 3:0. Lukas Podolski zog in der „verbotenen Zone“ ab, Jehle hielt und „Schweini“ war zur Stelle. Ein Treffer, der nicht hätte zählen dürfen. Auch das ukrainische Schiedsrichter-Gespann um Igor Ishchenko war noch nicht in weltmeisterlicher Form.
Was nun gegen Wales?
Immerhin konnte sich Michael Ballack schon ansatzweise in guter Verfassung präsentieren, was auch Löw anerkannte: „Er ist wie immer viel gelaufen, hat ein schönes Tor erzielt - er war gut.“ Solche Leistungen erwartet er nun auch von den anderen gegen Wales. Die Stärke des nächsten Gegners kennt auch er: „Sie werden sicherlich versuchen, gegen uns eine Reaktion zu zeigen. Viele Spieler spielen in der englischen Premier League, sie sind defensiv stark. Ich denke, dass sie gegen uns mehr öffnen müssen. Wenn sie überhaupt noch eine Chance haben wollen, müssen sie eigentlich gegen uns gewinnen.“ Spätestens nach diesem Duell können die DFB-Kicker die Diskussionen um Schön und Hässlich, oder auch um Mario Gomez beenden. Das würde sich schließlich ganz Fußball-Deutschland wünschen...
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