Spielbericht WM-Qualifikation Gruppe 4: Deutschland - Russland

Puh, das war ein hartes Stück Arbeit! Nach zunächst toller Leistung zittert sich Deutschland letztlich zu einem 2:1-Sieg gegen eine erwartet starke russische Mannschaft. Vor 64.400 Zuschauern im ausverkauften Dortmunder Signal Iduna Park erkämpfte sich die DFB-Elf damit die Tabellenführung in WM-Qualifikations-Gruppe vier.

WM-Quali: Jubel über den Torerfolg gegen Russland (firo)

(en) Dortmund. Bei seiner Anfangself sorgte Bundestrainer Joachim Löw gleich für einen Paukenschlag: Statt des seit Jahren unantastbaren Mittelfeldabräumers Torsten Frings lief Thomas Hitzlsperger von Beginn an auf.

Rückkehrer in die Startformation

Die zuletzt angeschlagenen Arne Friedrich, Per Mertesacker und Michael Ballack rückten wieder in die erste Elf, der in der Bundesliga zuletzt beeindruckend auftrumpfende Angreifer Patrick Helmes musste hingegen auf der Ersatzbank Platz nehmen. Für den formschwachen und daher erst gar in den Kader nominierten Christoph Metzelder lief der Schalker Heiko Westermann neben Mertesacker in der Innenverteidigung auf.

Riesenchance für Progrebnyak

Bereits nach vier Minuten stockte den deutschen Fans der Atem. Andrey Arshavin ließ Friedrich im Sprintduell zum ersten (und nicht letzten Mal) alt aussehen, flankte nach innen auf Sturmpartner Pavel Progrebnyak - doch der Angreifer verzog den Ball aus kürzester Distanz volley über das Tor. Glück für die DFB-Elf, denn Debütant René Adler, der für den verletzten Robert Enke ins Team rückte, wäre absolut chancenlos gewesen.  

Poldi macht's besser

Allerdings ließ Deutschlands Antwort nicht lange auf sich warten. Nur vier Minuten später kam Ballack nach Kopfballablage von Klose frei zum Schuss, doch Igor Akinfeev lenkte den Bal reaktionsschnell über die Latte. Nur 60 Sekunden später rappelte es dann im Kasten des russischen Keepers: Hitzlsperger passt auf Schweinsteiger, der lenkt per Hacke weiter zu Klose und dessen klasse Vorlage nutzt Podolski nach feiner Drehung per Flachschuss aus zehn Metern zum 1:0. Nach gut einer Viertelstunde schickte dann Lahm Trochowski steil, der über die linke Flanke frei in den Strafraum lief, doch sein Ball - weder Schuss noch Flanke - flog rechts am Tor vorbei.

Russische Konter brandgefährlich

Doch Russland blieb mit seinen überfallartigen Kontern jederzeit torgefährlich, jeder Ballverlust der Deutschen führte aufgrund der schnellen Gegenangriffe zu Gefahr vor dem eigenen Gehäuse. Vor allem über die linke Seite entwickelte die „Sbornaja" immer wieder großen Druck, Rechtsverteidiger Friedrich - selbst nicht gerade einer der Langsamsten - wurde ein ums andere Mal von Andrey Arshavin überlaufen.

Schweini mit Übersicht

Besser machte es Schweinsteiger in der 28. Minute: Nach Pass von Hitzlsperger flankte „Schweini" von halblinks aus dem Strafraum auf die rechte Seite, der Ball flog über Freund und Feind hinweg, bis er Kapitän Ballack fand, der nur noch den Fuß hinhalten musste, um aus drei Metern zum zweiten Treffer zu verwandeln. Die DFB-Elf kombinierte gegen Ende der ersten Hälfte nun phasenweise glänzend, der Ball lief wie an der Schnur gezogen. Doch: Weder Ballack, Podolski noch Trochowski konnten ihre Chancen zur möglichen Entscheidung nutzen.

Deutschland verpennt Wiederanpfiff

So kam es, wie es offenbar kommen musste: Die zweite Hälfte begann Deutschland unnötig zurückhaltend, mit zuviel Selbstsicherheit nach vermeintlich sicherer Führung. Die logische Konsequenz: Das Anschlusstor der Gäste. Lahm leistete sich im eigenen Strafraum einen Stockfehler bei der Ballannahme, Anyukov nutzte die Gunste der Stunde und passte nach innen zu Arshavin, der nur noch abzustauben brauchte (51. Minute).

Immer wieder Arshavin

Die DFB-Elf geriet nun zunehmend unter Druck: Die Überlegenheit der ersten Halbzeit war dahin, Russland erarbeitete sich ein Übergewicht im Mittelfeld. Beim Team von Jogi Löw machte sich nun zunehmend Unsicherheit breit. Vor allem Arshavin war es, der sich immer wieder gefährlich durch die deusche Verteidigung dribbelte und in der 80. Minute seine größte Chance zum Ausgleich besaß: Doch der Schuss des Angreifers von Zenit St. Petersburg strich nur knapp am rechten Pfosten vorbei.

Adler mit Riesen-Debüt

Zum Turm in der Schlacht geriet nun Torwart René Adler, der hervorragende Paraden zeigte, sich mutig in die Schüsse warf und vom Publikum zurecht mit Sprechchören gefeiert wurde. Fazit: Ein letztlich glücklicher Sieg der deutschen Mannschaft, die zwei vollkommen unterschiedliche Hälften zeigte: Einer tollen Leistung in den ersten 45 Minuten folgte ein Zitterspiel in der zweiten Halbzeit. Schwamm drüber: Deutschland gelingt ein Sieg gegen den vermutlich härtesten Gruppenrivalen Russland und empfängt bereits am kommenden Mittwoch Wales zum nächsten Qualifikationsspiel.

Eure Meinung: Wie bewertet Ihr das Spiel der DFB-Elf gegen Russland? Und: Sollte René Adler nach seiner tollen Leistung die Nummer 1 im deutschen Kasten bleiben?

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