Vorschau Gruppe 4: Deutschland - Russland

High Noon in Dortmund! Im Signal Iduna Parkt trifft die DFB-Elf am Samstag auf den vermutlich stärksten Gruppengegner in der WM-Qualifikation: Auf den EM-Halbfinalisten Russland.

Test geglückt für Deutschland: Schweini macht das 1:0 gegen Belgien (firo)

(en) Dortmund. Spätestens seit der EURO 2008, bei der das Team des niederländischen Trainers Guus Hiddink streckenweise phantastischen Offensivfußball zelebrierte, dürfte niemand mehr Russland unterschätzen. Erst der spätere Europameister Spanien bedeutete in der Vorschlussrunde Endstation.

Brillanter Auftritt gegen Oranje

Insbesondere das Viertelfinalspiel gegen Hiddinks Landsleute, als Russland seinen Gegner Niederlande in der Verlängerung förmlich überrannte (Endstand: 3:1 nach Verlängerung), ist noch in guter Erinnerung. Bei der EM erstrahlte auch der Stern von Andrey Arshavin, Stürmer von Zenit St. Petersburg, in voller Blüte. Der technisch versierte Angreifer wirbelte die Abwehrreihen nur so durcheinander, dass es eine Freude war.

Russland im Zenit

Deutsche Teams haben mit dem 27-jährigen bereits unliebsame Bekanntschaft gemacht, nachzufragen bei Bayer Leverkusen und Bayern München, die in der vergangenen UEFA-Cup-Saison am späteren Cupsieger Zenit scheiterten. Auch dieser überraschende Titelgewinn dient als Beleg für die aufstrebende Fußballmacht Russland. Allerdings muss Hiddink in Dortmund vermutlich auf einen seiner Eckpfeiler verzichten, den an einer Knöchelverletzung laborierenden Roman Pavlyuchenko, Arshavins etatmäßigen Sturmpartner. Der Mann von Tottenham Hotspur konnte sich bei der EURO ebenfalls ins Rampenlicht spielen, indem er drei Tore erzielte und von der UEFA ins All-Star-Team berufen wurde.

Metzelder nicht im Kader

Hingegen kann die deutsche Elf mit einigen Rückkehrern in die Partie gehen. Die zuletzt angeschlagenen Arne Friedrich, Per Mertesacker, Michael Ballack und Torsten Frings stehen wieder bereit. Ob jedoch der Bremer Frings sofort wieder in die Startelf rücken wird, ist ungewiss, da auch Simon Rolfes nach guten Leistungen in der Bundesliga auf einen Einsatz drängt. Nicht nominiert wurde Abwehrspieler Christoph Metzelder, der bei seinem Klub Real Madrid zuletzt nicht einmal mehr zum Kader gehörte und von Jogi Löw eine „schöpferische Pause" verabreicht bekommt. 

Adler ersetzt verletzten Enke

Im Tor sollte eigentlich der Hannoveraner Robert Enke den Vorzug vor Leverkusens René Adler erhalten, der in der Lehmann-Nachfolge bereits mit den Hufen scharrt. Nach dem im Training erlittenen Handbruch Enkes, der den 96-Keeper zu einer mehrwöchigen Pause zwingt, kommt der 23-jährige Adler nun vermutlich früher als erwartet zu seinem Ländespieldebüt. Für Werder-Keeper Tim Wiese bestehen wohl nur Außenseiterchancen auf einen Einsatz. Bei der Frage, wer vor Adler (oder Wiese) in der Innenverteidigung auflaufen wird, lässt sich der Bundestrainer noch nicht in die Karten schauen. Das Duo Westermann und Tasci zeigte beim 3:3 in Finnland Schwächen, Mertesacker hat seine hundertprozentige Form noch nicht wieder erreicht. Eine offene Baustelle.

Sturmduo Klose & Helmes?

Schon klarer zeichnet sich nach den jüngsten Trainingseindrücken eine Veränderung im Angriff ab: Neben dem gesetzten Miroslav Klose könnte Patrick Helmes in die Startformation rücken, der sich bei Bayer Leverkusen seit Wochen in überragender Form und Treffsicherheit zeigt. Für ihn könnte dann Lukas Podolski im linken Mittelfeld auflaufen - eine bereits bei der EURO erfolgreich angewandte Variante. Auf russischer Seite wartet mit Ivan Saenko ein Altbekannter auf die DFB-Abwehr. Der Offensivspieler ging drei Jahre lang für den 1. FC Nürnberg auf Torejagd und spielt nun für Spartak Moskau.

Quali-Auftakt beider gelungen

Für beide Teams könnte die Partie richtungsweisenden Charakter besitzen, qualifiziert sich doch nur der Gruppenerste direkt für die Weltmeisterschaft. Der Zweite hingegen muss in die nervenaufreibenden Playoffs. Während Russland bisher erst ein Spiel (2:1 gegen Wales) absolviert hat, konnte die DFB-Elf vor ihrem Remis in Finnland einen 6:0-Erfolg in Liechtenstein feiern. Eines ist sicher: Vom deutschen Team wird am Samstag ab 20.45 Uhr in bester schwäbelnder Joachim-Löw-Mundart „högschde" Konzentration verlangt...

Die möglichen Aufstellungen

So könnten die Mannschaften in den Dortmunder Signal Iduna Park einlaufen: 

Deutschland: Adler - Friedrich, Mertesacker, Westermann, Lahm - Frings, Ballack, Schweinsteiger, Podolski - Klose, Helmes

Russland: Akinfeev - Anyukov, Ignashevich, Berezutskiy, Zhirkov - Zyryanov, Semak, Semshov - Saenko, Arshavin - Pogrebnyak

Eure Meinung: Deutschland gegen Russland - wie lautet Euer Tipp? Und welche Elf sollte Jogi Löw auf den Rasen schicken?



 
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