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Probleme für Joachim Löw: Kunstrasen und Anstoß um Mitternacht

Die deutsche Nationalmannschaft muss sich in den beiden WM-Qualifikationsspielen gegen Kasachstan an den ungewohnten Kunstrasenplatz gewöhnen und muss mit Ausfällen kämpfen.

Frankfurt. Die Absagen der Bender-Zwillinge und von Toni Kroos lassen Joachim Löw weitgehend unbeeindruckt. Auch die Taktik und der zweitklassige Gegner stehen nicht unbedingt im Fokus des Bundestrainers. Seine Themen heißen diesmal Zeitverschiebung mit einem Anstoß um Mitternacht und vor allem: Kunstrasen.

Löw muss die Stars der deutschen Fußball-Nationalmannschaft möglichst schnell mit dem ungewohnten Untergrund vertraut machen, der die DFB-Auswahl beim WM-Qualifikationsspiel am Freitag um 24.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MEZ/ZDF) im 4300 Kilometer entfernten Astana gegen Kasachstan erwartet. Es ist in der DFB-Historie seit 1908 im 871. Länderspiel erst der dritte Auftritt der Nationalelf auf Kunstrasen.

Löw erwartet dennoch keine allzu großen Probleme, nachdem die bisherigen zwei Partien in Russland am 10. Oktober 2009 (1:0) und in Kasachstan am 12. Oktober 2010 (3:0) positiv verlaufen waren. „Unsere Mannschaft ist das nicht gewohnt, aber wir lehnen das nicht ab und können damit leben. Wir haben technisch ja auch das Potenzial dazu“, sagte der 53-Jährige, dessen Team sich am Montagabend in Frankfurt/Main traf.

Kein Testspiel auf Kunstrasen

Für die reibungslose Umstellung müssen dreimal Training für Lahm, Schweinsteiger und Co. ausreichen. Geplant sind Einheiten am Dienstag- und Mittwochnachmittag am Frankfurter Riederwald. Zudem findet das Abschlusstraining kurz nach der Ankunft in Astana am späten Donnerstagabend um 23.00 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr MEZ) im Stadion statt. „Man muss den Ball in den Fuß spielen. Die Kombinationen müssen auf dem Boden stattfinden, man muss sich viel bewegen und die Räume nutzen“, betonte Löw bereits.

Ein Testspiel wie vor dem ersten Kunstrasen-Auftritt 2009 ist diesmal allerdings nicht geplant. Damals hatte die DFB-Auswahl gegen die A-Jugend von Mainz 05 ziemlich schlecht ausgesehen. „Es gab ein 0:0 oder sogar ein 0:1, das weiß ich gar nicht mehr genau“, meinte Löw, „was ich aber weiß, dass wir sehr viele Probleme hatten“. Deshalb werde man auch jetzt „ein, zwei Einheiten benötigen, um eine Gewöhnungsphase zu haben“

Erneut viele Ausfälle

Verzichten muss er dabei allerdings auf die Benders und auf Kroos. Leverkusens Lars Bender hatte schon am Sonntag wegen einer Schleimbeutelentzündung in der linken Ferse auf seine Teilnahme an den Spielen am Freitag und dann am 26. März (20.45 Uhr/ARD) in Nürnberg verzichtet. Am Montag sagte sein Zwillingsbruder Sven (Borussia Dortmund) wegen einer Grippe ab. Kroos (FC Bayern) musste wegen einer Schleimbeutel- und Kapselentzündung im Knie passen.

Über mögliche Nachnominierungen wollte Löw noch eine Entscheidung treffen. „Wir werden uns zusammensetzen, ob das Sinn macht, aber wir werden sicherlich nicht drei Spieler nachnominieren“, sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff. Zunächst standen Löw für den Treffpunkt am Montagabend in der Frankfurter Villa Kennedy noch 20 Spieler seines ursprünglich 23 Mann starken Aufgebots zur Verfügung.

Ungewöhnliche Umständer für die Nationalelf

Neben dem Kunstrasen beschäftigen sich Löw und sein Team schon seit Wochen mit den ungewöhnlichen Umständen der Fernreise nach Astana. Natürlich sei die Anreise „beschwerlich, dazu kommt noch die große Zeitverschiebung und der Kunstrasen. Aber wir haben es schon 2010 beim 3:0 geschafft, uns darauf einzustellen“, meinte Löw gelassen.

Da das Spiel wegen der Übertragungszeit im deutschen TV erst um Mitternacht Ortszeit angepfiffen wird, bleibt der DFB-Tross in Kasachstan trotz der fünfstündigen Zeitverschiebung im „europäischen Modus“ und fliegt direkt nach Ende des Spiels nach Nürnberg, wo die Mannschaft gegen 5.00 Uhr am Samstagmorgen landen wird.

Auch für die Spieler gibt es dennoch keine Ausrede. Zwar sei alles schwieriger als bei einem normalen Länderspiel, „aber wir erwarten von uns selbst, dass wir gegen Kasachstan sechs Punkte holen“, sagte Torwart Manuel Neuer. Auch für Löw ist die Zielsetzung klar: „Die sechs Punkte sind natürlich fest eingeplant.“ Zeitverschiebung und Kunstrasen hin oder her.

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