advertisement
Spielbericht WM-Playoff: Frankreich - Irland
Die grüne Insel trägt Trauerflor. Was hatten die Iren gekämpft im Stade de France. Was hatten sie sich diese Verlängerung verdient. Mehrfach hatten die „Boys in Green“ sogar in der regulären Spielzeit das zweite Tor auf dem Fuß. Zum Minimalziel Elfmeterschießen reichte es dennoch nicht, weil der Referee etwas dagegen hatte. Irland wurde um diese WM-Teilnahme betrogen.
Von Nils Reschke
Paris. Frankreich darf sich auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 freuen. Im Play-off-Rückspiel der WM-Qualifikation mühte sich die „Grande Nation“ 120 Minuten lang, ehe das Ticket gelöst werden durfte. Für Gegner Irland hatte Robbie Keane die Verlängerung ermöglicht. Aber eine krasse Fehlentscheidung ermöglichte William Gallas schließlich den 1:1-Endstand in der 103. Spielminute.
PERSONAL & TAKTIK
Während Raymond Domenech gezwungen war, seine siegreiche Elf von Samstag umzustellen, konnte Giovanni Trapattoni aus den Vollen schöpfen. Das Team, das beim 0:1 so unglücklich verloren hatte, startete auch im Stade de France. Bei den Gastgebern indes rückte Julien Escude für Eric Abidal in die Startelf. Doch auch der musste schon nach neun Minuten wieder verletzt raus. Für ihn kam Sebastien Squillaci.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
Natürlich begannen beide Mannschaften nervös. Warum es aber den Franzosen mit einem 1:0 im Rücken nicht gelang, diese Unsicherheiten abzulegen, bleibt ihr Geheimnis. Irland übernahm nach rund 20 Minuten das Kommando und erspielte sich erste Chancen. Diese wiederum brachten die „Grande Nation“ noch mehr ins Wanken. Und dann war es passiert im Stade de France: In der 32. Minute wurde Damien Duff auf die Reise geschickt. Sein Rückpass ist für Robbie Keane eine leichte Übung. Irland führte 1:0! Irland hatte ausgeglichen!
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Wenn John O'Shea diese Chance direkt nach Wiederanpfiff verwertet hätte, die irischen Fans hätten ihn wohl nach Hause getragen. Doch der Abwehrrecke von Manchester United setzte seinen Kopfball am Fünfmeterraum zu hoch an, und die Möglichkeit war verpufft. Von den Franzosen war nach wie vor lange nichts zu sehen. So rieben sich die französischen Zuschauer verwundert die Augen, als Damien Duff nach einer Stunde den nächsten Matchball links liegen ließ und an Lloris scheiterte (61.).
Keane hat das 2:0 auf dem Fuß
Frankreich wachte erst nach 70 Minuten auf, als es zum ersten Mal durch Henry und Gourcuff so richtig gefährlich wurde. Doch wer nun mit einem Powerplay rechnete, wurde jäh enttäuscht. Die nächste Hundertprozentige gehörte abermals den Iren, für die Robbie Keane das 2:0 auf dem Fuß hatte. Das WM-Ticket vor Augen, aber nicht gelöst! Im Stade de France wurde es von Minute zu Minute spannender. Enttäüschende Franzosen schoben jetzt das Leder nur noch durch die eigenen Reihen, als wollten sie sich über die Zeit retten. Verlängerung!
VERLÄNGERUNG
Paukenschlag in der Extra-Time! Anelka legte gleich zu Beginn seinen ganzen Frust in diesen Distanzschuss, der um Haar den Ausgleich bedeutet hätte. Und jetzt ging es rund. Anelka probierte es mit einer Schwalbe, wofür er noch nicht einmal Gelb sah (98.). Dann traf Frankreich doch, aber Govou wurde aus dem Abseits zurückgewunken (101.). Keine 60 Sekunden später stand das Stade de France dann allerdings doch Kopf: Denn William Gallas netzte zum Ausgleich ein! Doch was für eine Tragik für die Iren. Beim Freistoß zuvor stand Vorlagengeber Thierry Henry zwar nicht nur im Abseits, er nahm den Ball aber glasklar mit der Hand mit. Die Iren kamen nicht mehr zurück. Frankreich war bei der WM. Ob verdient, oder unverdient – das spielte keine Rolle mehr.
SCHLÜSSELSPIELER
So sehr die Iren auch ein Tor benötigten: Zunächst galt es, den Laden hinten dicht zu halten. Und für dieses Vorhaben stand Richard Dunne Pate, der Verteidiger von Aston Villa. Auch Damien Duff und Liam Lawrence waren immer und überall zu finden, als würden sie Kilometergeld bekommen. Engagiert bei den Franzosen präsentierte sich vor allem Nicola Anelka, klar, nach seinen großen Tönen vor dem Anpfiff. Hugo Lloris hielt die Franzosen hingegen mit starken Paraden im Match.
SCHLÜSSELSZENE
Robbie Keanes erste Chance rüttelte die Iren so richtig wach. Die Gäste merkten: Hier geht was, hier ist alles drin. Lloris war geistesgegenwärtig nach dem Ball gehechtet und bewahrte die Equipe Tricolore in Minute 24 noch vor einem Rückstand. Auf einmal war Pfeffer im Spiel. Und für das Salz in der Suppe sorgte acht Minuten später dann tatsächlich Keane. So erst schafften es die Iren in die Verlängerung. Über die zweite Schlüsselszene in der Verlängerung wird aber noch heiß diskutiert werden.
SPIELER DES SPIELS: William GALLAS
Wer in einem so entscheidenden Spiel, in dem der eigenen Mannschaft eigentlich nichts Brauchbares gelingt, dann zur richtigen Zeit am richtigen Ort steht, der muss der „Man of the Match“ werden. Doch den Hut ziehen wir vor dieser irischen Mannschaft.
SCHIEDSRICHTER – Note: 1
Das Sonderlob hätte eigentlich an Martin Hansson gehen müssen. Wer in solch einem Match, in dem es um so viel geht, mit so viel Fingerspitzengefühl entscheidet, alles richtig sieht, der ist jetzt schon WM-reif. Wenn da nicht die 104. Minute gewesen wäre, in der die Fehlentscheidung vor dem Ausgleich ungeahndet blieb.
SPIELNOTE: 7
Ein Play-off, das von der Dramatik lebte. Überraschend einzig, dass es die Gäste waren, die diesem Entscheidungsspiel über weite Strecken ihren Stempel aufdrückten. Im Stade de France wurde Fußball gekämpft, aber auch das macht ja den Reiz dieses Spiels aus.
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
Das Spiel in der Goal.com-Statistik
FAZIT
Frankreich hatte sich mit einem Glückstreffer in Dublin eine glänzende Ausgangspositon geschaffen. Frankreich qualifizierte sich aufgrund einer doppelten Fehlentscheidung dann für die WM 2010. Die falsche Mannschaft fährt nach Südafrika.
Eure Meinung: Fehlentscheidung? Sind die Iren betrogen worden?
Paris. Frankreich darf sich auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 freuen. Im Play-off-Rückspiel der WM-Qualifikation mühte sich die „Grande Nation“ 120 Minuten lang, ehe das Ticket gelöst werden durfte. Für Gegner Irland hatte Robbie Keane die Verlängerung ermöglicht. Aber eine krasse Fehlentscheidung ermöglichte William Gallas schließlich den 1:1-Endstand in der 103. Spielminute.
PERSONAL & TAKTIK
Während Raymond Domenech gezwungen war, seine siegreiche Elf von Samstag umzustellen, konnte Giovanni Trapattoni aus den Vollen schöpfen. Das Team, das beim 0:1 so unglücklich verloren hatte, startete auch im Stade de France. Bei den Gastgebern indes rückte Julien Escude für Eric Abidal in die Startelf. Doch auch der musste schon nach neun Minuten wieder verletzt raus. Für ihn kam Sebastien Squillaci.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
Natürlich begannen beide Mannschaften nervös. Warum es aber den Franzosen mit einem 1:0 im Rücken nicht gelang, diese Unsicherheiten abzulegen, bleibt ihr Geheimnis. Irland übernahm nach rund 20 Minuten das Kommando und erspielte sich erste Chancen. Diese wiederum brachten die „Grande Nation“ noch mehr ins Wanken. Und dann war es passiert im Stade de France: In der 32. Minute wurde Damien Duff auf die Reise geschickt. Sein Rückpass ist für Robbie Keane eine leichte Übung. Irland führte 1:0! Irland hatte ausgeglichen!
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Wenn John O'Shea diese Chance direkt nach Wiederanpfiff verwertet hätte, die irischen Fans hätten ihn wohl nach Hause getragen. Doch der Abwehrrecke von Manchester United setzte seinen Kopfball am Fünfmeterraum zu hoch an, und die Möglichkeit war verpufft. Von den Franzosen war nach wie vor lange nichts zu sehen. So rieben sich die französischen Zuschauer verwundert die Augen, als Damien Duff nach einer Stunde den nächsten Matchball links liegen ließ und an Lloris scheiterte (61.).
Keane hat das 2:0 auf dem Fuß
Frankreich wachte erst nach 70 Minuten auf, als es zum ersten Mal durch Henry und Gourcuff so richtig gefährlich wurde. Doch wer nun mit einem Powerplay rechnete, wurde jäh enttäuscht. Die nächste Hundertprozentige gehörte abermals den Iren, für die Robbie Keane das 2:0 auf dem Fuß hatte. Das WM-Ticket vor Augen, aber nicht gelöst! Im Stade de France wurde es von Minute zu Minute spannender. Enttäüschende Franzosen schoben jetzt das Leder nur noch durch die eigenen Reihen, als wollten sie sich über die Zeit retten. Verlängerung!
VERLÄNGERUNG
Paukenschlag in der Extra-Time! Anelka legte gleich zu Beginn seinen ganzen Frust in diesen Distanzschuss, der um Haar den Ausgleich bedeutet hätte. Und jetzt ging es rund. Anelka probierte es mit einer Schwalbe, wofür er noch nicht einmal Gelb sah (98.). Dann traf Frankreich doch, aber Govou wurde aus dem Abseits zurückgewunken (101.). Keine 60 Sekunden später stand das Stade de France dann allerdings doch Kopf: Denn William Gallas netzte zum Ausgleich ein! Doch was für eine Tragik für die Iren. Beim Freistoß zuvor stand Vorlagengeber Thierry Henry zwar nicht nur im Abseits, er nahm den Ball aber glasklar mit der Hand mit. Die Iren kamen nicht mehr zurück. Frankreich war bei der WM. Ob verdient, oder unverdient – das spielte keine Rolle mehr.
SCHLÜSSELSPIELER
So sehr die Iren auch ein Tor benötigten: Zunächst galt es, den Laden hinten dicht zu halten. Und für dieses Vorhaben stand Richard Dunne Pate, der Verteidiger von Aston Villa. Auch Damien Duff und Liam Lawrence waren immer und überall zu finden, als würden sie Kilometergeld bekommen. Engagiert bei den Franzosen präsentierte sich vor allem Nicola Anelka, klar, nach seinen großen Tönen vor dem Anpfiff. Hugo Lloris hielt die Franzosen hingegen mit starken Paraden im Match.
SCHLÜSSELSZENE
Robbie Keanes erste Chance rüttelte die Iren so richtig wach. Die Gäste merkten: Hier geht was, hier ist alles drin. Lloris war geistesgegenwärtig nach dem Ball gehechtet und bewahrte die Equipe Tricolore in Minute 24 noch vor einem Rückstand. Auf einmal war Pfeffer im Spiel. Und für das Salz in der Suppe sorgte acht Minuten später dann tatsächlich Keane. So erst schafften es die Iren in die Verlängerung. Über die zweite Schlüsselszene in der Verlängerung wird aber noch heiß diskutiert werden.
SPIELER DES SPIELS: William GALLAS
Wer in einem so entscheidenden Spiel, in dem der eigenen Mannschaft eigentlich nichts Brauchbares gelingt, dann zur richtigen Zeit am richtigen Ort steht, der muss der „Man of the Match“ werden. Doch den Hut ziehen wir vor dieser irischen Mannschaft.
SCHIEDSRICHTER – Note: 1
Das Sonderlob hätte eigentlich an Martin Hansson gehen müssen. Wer in solch einem Match, in dem es um so viel geht, mit so viel Fingerspitzengefühl entscheidet, alles richtig sieht, der ist jetzt schon WM-reif. Wenn da nicht die 104. Minute gewesen wäre, in der die Fehlentscheidung vor dem Ausgleich ungeahndet blieb.
SPIELNOTE: 7
Ein Play-off, das von der Dramatik lebte. Überraschend einzig, dass es die Gäste waren, die diesem Entscheidungsspiel über weite Strecken ihren Stempel aufdrückten. Im Stade de France wurde Fußball gekämpft, aber auch das macht ja den Reiz dieses Spiels aus.
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
Das Spiel in der Goal.com-Statistik
FAZIT
Frankreich hatte sich mit einem Glückstreffer in Dublin eine glänzende Ausgangspositon geschaffen. Frankreich qualifizierte sich aufgrund einer doppelten Fehlentscheidung dann für die WM 2010. Die falsche Mannschaft fährt nach Südafrika.
Eure Meinung: Fehlentscheidung? Sind die Iren betrogen worden?
Vielen Dank für Deine Meinung!
Bitte nenne uns Deinen Namen!
Bitte nenne uns Deinen Wohnort!
Bitte vergiss nicht Deinen Kommentar!
93 Deine Meinung
Anzeige
Goal.com-Flutlicht
/* empty because this one does not have controls */?>
-
Werdet OnlineFussballManager und führt Euer eigenes Team zum Titel!
Der erfolgreichste Fußballmanager Deutschlands und die weltweit größte Fußball-Community – sie machen jetzt gemeinsame Sache und spielen künftig den virtuellen Doppelpass.
-
Thorsten Fink vor dem Duell mit Werder: „Wir wollen die Nummer eins im Norden sein“
An Werder Bremen hat man in Hamburg nur schlechte Erinnerungen. Nicht so Thorsten Fink, der voller Selbstvertrauen in sein erstes Nordderby schreitet.
-
Gestatten, Lasse Schöne: Das ist Schalkes Wunschspieler für das offensive Mittelfeld
Lasse Schöne ist einer der herausragenden Spieler in der Eredivisie, nun will der Däne den nächsten Schritt machen - bei Schalke 04? Huub Stevens jedenfalls wünscht sich Schöne.
-
Leverkusen chancenlos gegen Barcelona - „Wir hatten zu viel Respekt“
Robin Dutt nach der Niederlage gegen Barcelona: „Zu viel Respekt!“
-
Spraylinien nutzen, um den Abstand der Freistoßmauer festzulegen - Seid Ihr dafür oder dagegen?
Innovationen haben es im Fußball schwer. Im kommenden Monat wird darüber entschieden, ob die sogenannten „Spraylinien“ dauerhaft zum Einsatz kommen sollen. Ihr seid gefragt!
Anzeige
Anzeige