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Es ist noch alles offen im Duell um das WM-Ticket. Und das, obwohl es lange Zeit nicht so aussah. Doch ein spätes Tor der Slowenen in Moskau hält ihre Chancen auf die Teilnahme in Südafrika am Leben. Die Russen führen – aber die Slowenen haben weiterhin Hoffnung.

Von Daniel BUSE

Moskau. Russland hat das Hinspiel im WM-Playoff-Duell gegen Slowenien mit 2:1 (1:0) gewonnen. Lange Zeit hatten die Gastgeber durch zwei Tore von Dinyar Bilyaletdinov (40., 52.) alles im Griff, doch der slowenische Treffer durch Nejc Pecnik hat die Ausgangslage für das Rückspiel noch einmal grundlegend verändert.

PERSONAL & TAKTIK

Russlands Trainer Guus Hiddink setzte auf ein 4-4-2 mit Roman Pavlyutchenko als einziger echter Spitzer und einem Andrey Arshavin, der meist über die linke Seite kam. Im Mittelfeld räumte der Niederländer Dinyar Bilyaletdinov einen Platz ein – und dafür musste Igor Semshov auf die Bank.

Auch Sloweniens Trainer Matjaz Kek vertraute einem strikten 4-4-2, in dem mit Miso Brecko als rechtem Außenverteidiger und Milivoje Novakovic und Zlatko Dedic drei Bundesliga-Profis in der Anfangsformation standen.
 
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

In der ersten Halbzeit mischten die Slowenen zu Beginn gut mit. Ohne Angst spielten die Gäste mit und kamen auch zur ersten guten Chance der Partie: Auf Vorlage von Novakovic feuerte Valter Birsa einen Schuss ab, der abgefälscht wurde und neben dem Russland-Kasten landete (10.). Russland zeigte danach, dass es auch mit machen wollte. Yuri Zhirkov startete auf links einen tollen Tempolauf und Sloweniens Torwart Samir Handanovic wehrte seinen Schuss mit einer Fußbabwehr ab (14.).

Mit zunehmender Spieldauer hatten die Gastgeber mehr Ballbesitz, doch gegen die laufstarken Gäste, die alles zustellten, fiel ihnen nur wenig ein. Ein Freistoß von Sergei Ignashevich, den Handanovic erneut mit seinen Füßen abwehrte (31.), war das Einzige, was Russland lange Zeit zu bieten hatte.

Die slowenische Abwehr zeigte sich von den russischen Angriffen unbeeindruckt – und musste dann doch einen Gegentreffer zulassen. Diniyar Bilyaletdinov sorgte mit einer wunderbaren Einzelaktion für das 1:0 (40.). Er schickte mit einer Körpertäuschung zwei Slowenen ins Leere, legte sich den Ball mit links vor und schloss sofort mit rechts aus 14 Metern unhaltbar ab.
 
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Direkt nach dem Seitenwechsel zeigten die Russen, dass ihnen der knappe 1:0-Vorsprung nicht reicht. Sie erhöhten das Tempo – und das brachte ihnen sofort Chancen. Ein Versuch von Roman Pavlyutchenko wurde im letzten Moment geblockt (48.) und einen Freistoß von Konstantin Zyrianov machte Handanovic mit einer Klasseparade unschädlich (50.).

Nach einem Angriff über links war der slowenische Keeper allerdings kurz darauf machtlos: Im zweiten Versuch war es wieder Bilyaletdinov, der zum 2:0 traf (52.). Danach machten die Slowenen etwas mehr für die Offensive, denn ihnen gefiel das Zwischenergebnis offensichtlich nicht. Für Russland ergaben sich dadurch mehrere gute Möglichkeiten, denn nun waren die Räume für sie da, die zuvor noch gefehlt hatten. Pavlyutchenkos Kopfball wurde gehalten (69.) und der Versuch von Bilyaletdinov ging drüber (85.).

Kurz vor Schluss wurden die Slowenen dann für ihren Kampfgeist belohnt: Einen Schuss von Robert Koren konnte Igor Akinfeev noch abwehren, doch der eingewechselte Nejc Pecnik war da und staubte mit dem Kopf zum 2:1 ab (88.). Und beinahe wäre den Gästen auch noch in der Nachspielzeit die ganz große Überraschung gelungen, als Innenverteidiger Marko Suler vor dem Russland-Tor auftauchte und sein Schuss von Akinfeev hervorragend pariert wurde (90.+2). 

SCHLÜSSELSPIELER & -SZENEN

Das 2:0, das Diniyar Bilyaletdinov kurz nach der Pause erzielte (52.), weckte die slowenische Offensive endgültig auf. Nach diesem Treffer gingen die Gäste etwas forscher zur Sache – und wurden durch das 1:2 von Nejc Pecnik belohnt (88.). In der Nachspielzeit rettete Igor Akinfeev mit einer fantastischen Parade gegen Marko Suler noch den Sieg (90.+2).
 
SPIELER DES SPIELS: Diniyar BILYALETDINOV

Beide russischen Treffer gingen auf das Konto des Mittelfeldspielers, der für den FC Everton seit Beginn dieser Saison spielt. Besonders beim 1:0 zeigte Bilyaletdinov seine Extraklasse, als er mit einer Körpertäuschung die slowenische Innenverteidigung abschüttelte und hart und platziert abschloss (40.).

SCHIEDSRICHTER: – Note: 7

Claus Bo Larsen aus Dänemark hatte in Moskau alles im Griff. Die beiden Teams machten es dem Unparteiischen allerdings auch einfach, denn außer einem leichten Schlag von Andrey Arshavin, den er in der ersten Halbzeit zurecht mit gelb bestrafte, hatte er keine schwierigen Aufgaben zu meistern.

Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).

SPIELNOTE: 6

In der ersten Halbzeit neutralisierten die Slowenen das Spiel der Russen mit viel Einsatz. Es passierte nicht viel in Moskau. Das Spiel wurde erst nach dem russischen 2:0 etwas temporeicher, weil die Gäste nach dem deutlichen Rückstand etwas für die Offensive machen mussten.
 
Das Spiel in der Goal.com-Statistik
 
FAZIT

Es ist noch alles drin in diesem Duell. Die Russen spielten nicht so schwungvoll wie sie es können. Slowenien hielt mit viel Einsatz und Laufarbeit dagegen und wurde in der Schlussphase mit dem Auswärtstor belohnt. Das verspricht ein heißes Duell am Mittwoch in Maribor. 

Eure Meinung: Wie habt Ihr das Spiel zwischen den Russland und Slowenien gesehen?

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