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Spielbericht WM-Play-Off: Neuseeland – Bahrain
Neuseeland kann sich zum zweiten Mal in der Geschichte des Fußballs für die Endrunde einer Weltmeisterschaft qualifizieren. Im Land des Rugbys ist eine Fußball-Euphorie ausgebrochen. Vor 35.500 Zuschauern setzen sich die Neuseeländer dabei gegen den Bahrain im alles entscheidenden Play-Off mit 1:0 (1:0) durch.
Wellington. Südafrika freut sich auf Neuseeland! Am Morgen (mitteleuropäischer Zeit) hat sich das Team zum zweiten mal in seiner Historie für eine WM-Endrunde qualifiziert. Dabei reicht eine genutzte Torchance, um den Bahrain rauszukegeln.
PERSONAL & TAKTIK
Beide Mannschaften starteten in sehr gut organisierten Systemen, die zunächst darauf ausgelegt waren, dem Gegner nicht viele Tormöglichkeiten einzuräumen. Im Mittelfeld spielten beide Teams dabei etwas zurückgezogen, die Defensivreihen waren zunächst ausschließlich für die Sicherung des eigenen Gehäuses zuständig. Allzu viele Ausflüge in die Offensive sollte es am Anfang nicht geben. Klar war aber auch, dass Neuseeland als Gastgeber irgendwann aufmachen würde. Und dann mussten sich Chancen auf einen Treffer auch für den Bahrain ergeben.
SPIELVERLAUF: 1. HÄLFTE
Dabei waren die ersten Minuten nicht sonderlich unterhaltsam. In der Tat beschränkten sich beide Teams zunächst auf Ballsicherung, wollten nicht zu viel Risiko eingehen. So ergab sich die erste Tormöglichkeit erst nach 19 Minuten, als der Chris Killen mit einem sehenswerten Schuss nur die Latte traf. Danach forcierten beide Mannschaften das Tempo, gingen mehr Risiko ein. Der Bahrain war dabei keineswegs nur Zuschauer, sondern spielte flott mit. Allerdings waren die Gastgeber nun doch etwas im Vorteil, spielten insgesamt einfach konsequenter.
Nachdem das Spiel anschließend wieder etwas gemächlicher wurde, gab es kurz vor der Pause wieder einen Höhepunkt zu sehen: Leo Bertos hatte den Ball klasse auf Rory Fallon gebracht, der mit seinem Kopfball aber am sehr starken Gäste-Keeper Sayed Jaffer scheiterte (41.). Das Duell dieser beiden Spieler sollte aber kurz darauf mit einem anderen Gewinner beendet werden: Dabei war es fast ein Abbild der vorausgegangenen Chance. Bertos brachte eine Ecke in die Mitte, Fallon war mit dem Kopf da und ließ dieses Mal Jaffer keine Chance, abzuwehren (45.). Quasi mit dem Pausenpfiff ging Neuseeland verdient in Führung, weil sie insgesamt ein Chancenplus zu verzeichnen hatten.
SPIELVERLAUF: 2. HÄLFTE
Der zweite Durchgang startete dann mit einem echten Paukenschlag: Nach 51 Minuten foulte Tony Lochhead im Strafraum Abdulla Omar. Der Unparteiische entschied zurecht auf Strafstoß. Vom Punkt aus versuchte sich nun Sayed Mohamed, der aber mit einem sehr schwachen Schuss am neuseeländischen Keeper Mark Paston scheiterte. Nun war das Spiel aber offen, wenngleich die Hausherren noch führten. Der Bahrain war bemüht, zum Tor zu kommen und hatte zu Beginn der zweiten Halbzeit ganz klar das Spiel im Griff. Neuseeland stand in dieser Phase mächtig unter Druck, klärte oft in allerletzter Sekunde.
Danach aber befreiten sich die Gastgeber wieder etwas von diesem Druck und sie spielten wieder freier auf. Shane Smeltz hatte noch eine dicke Chance, als er nach einem Pass des bemühten Bertos aus fünf Metern in Bedrängnis das Tor nicht traf (70.). Das 2:0 hätte hier endgültig alles entschieden, so aber blieb es bis zum Abpfiff spannend. Zumal die Gäste weiter bemüht agierten, aber in der Offensive einfach keine Mittel fanden. Sie spielte zu harmlos, zu behäbig und ideenlos. Hier ging es um die Teilnahme an einer WM. Aber mit cleverem Spiel konnte Neuseeland den Bahrain sicher in der eigenen Hand halten.
SCHLÜSSELSZENEN &-SPIELER
Der Treffer war natürlich eine absolute Schlüsselszene, ebenso wie der verschossene Strafstoß des Bahrain. Insgesamt kann man als Schlüsseslpieler Bertos und Fallon ausmachen, die nicht nur bei dem einzigen Tor des Tages zur Stelle waren und es gut ausspielten. Ebenfalls wichtig: Keeper Paston, der den Elfmeter hielt. Manchmal können schon zwei Szenen die kommenden Jahre nachhaltig entscheiden.
SPIELER DES SPIELS: Rory Fallon
Er erzielte den so wichtigen Treffer des Tages und sorgte auch zuvor und danach immer wieder für Aufreger. Bereits in der 41. Minute hätte er treffen können, als er aber am guten Schlussmann des Bahrain scheiterte. Er war sehr bemüht und machte eine ordentliche Begegnung, die seinem Team erst die Teilnahme an der WM ermöglicht.
SCHIEDSRICHTER: Jorge Larrionda (Uruguay) – Note: 6
Er hatte die Begegnung insgesamt im Griff, entschied zu Beginn der zweiten Halbzeit zurecht auf Strafstoß für den Bahrain. Ansonsten hatte er in einer ruhigen Partie, die aber oft von Verletzungspausen geprägt wurde, kaum nennenswerte Aktionen.
SPIELNOTE: 6.5
Dieses Match lebte von seiner Spannung bis zum Ende. Für spielerische Akzente waren weitgehend die Neuseeländer verantwortlich. Bis zum Schluss versuchten sich die Gäste gegen die drohende Niederlage zu stemmen, aber abgewendet konnte diese nicht mehr werden. Die 35.500 Zuschauer in Wellington dürften insgesamt zufrieden gewesen sen.
FAZIT
Neuseeland reist zum zweiten Mal in seiner Geschichte zu einer WM-Endrunde und qualifiziert sich als insgesamt 24. Team für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Der Bahrain hingegen scheitert zum zweiten Mal in Folge im entscheidenden Play-Off und muss deshalb wieder von zu Hause aus das Turnier verfolgen.
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