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Fan-Interview: Abgang von Roman Neustädter? „Kein Problem!“
Als der erste Fanbeauftragte von Borussia Mönchengladbach hat Theo Weiss eine ganz besondere Bindung zum Klub. Goal.com traf ihn zum Interview.
Von Gregor Becker
Getty Images
Mönchengladbach. Theo Weiss ist nicht irgendein Fan. Denn Theo Weiss war nicht nur der erste Fanbeauftragte von Borussia Mönchengladbach, sondern er war bundesligaweit überhaupt der erste, der zwischen Verein und Anhänger vermittelte. Eine wichtige soziale Aufgabe, die der Querdenker und Fußballphilosoph ausfüllte, bevor andere Vereine überhaupt darüber nachgedacht haben.
Theo Weiss wird demnächst 50 Jahre jung. Er hat sich eigentlich der Borussia verschrieben, macht sich aber gerade selbstständig und zwar als Fanbeauftragter und Ansprechpartner für alle Profivereine europaweit. Zudem organisiert er als freier Mitarbeiter Vorbereitung und Durchführung der Feier zum 25-jährigen Bestehen des Fanprojekts Borussia Mönchengladbach.
Goal.com traf den Macher bei Cafe und Cognac in der Berliner Fußballkneipe „Franziskaner“, die der glühende Hertha-Anhänger Michael Salomon seit mehr als einem Jahrzehnt im Szene-Kiez Kreuzberg betreibt. Theo Weiss gehörte zu den mehr als 200 Anhängern, die die Mannschaft ins Trainingslager im türkischen Belek begleitete.
Was sagst du zum Weggang von Marco Reus? Überwiegt die Enttäuschung oder vielleicht doch das Verständnis für seine Entscheidung Borussia Mönchengladbach in Richtung Dortmund zu verlassen?
Theo Weiss: Ich hab Verständnis dafür, dass ein Spieler den Verein verlässt, wenn er anderswo mehr Geld verdienen kann. Allerdings bin ich auch ein wenig enttäuscht wegen der Statements die Marco Reus zuvor abgegeben hat. Danach wäre sein Verbleib durchaus denkbar gewesen. Nun hat er die große Chance verpasst, ein legendärer Spieler der Fohlenelf zu werden. Es wäre schön gewesen, wenn er noch ein Jahr länger geblieben wäre, aber wir werden mal sehen, ob Dortmund nächstes Jahr überhaupt vor uns steht. Da habe ich so meine Zweifel.
Was sagst du zum Weggang von Roman Neustädter?
Theo Weiss: Kein Problem. Neustädter scheint schon längst durch Alexander Ring ersetzt zu sein. Auch wenn er bisher nur Testspiele für Borussia bestritten hat, so macht er doch einen sehr guten Eindruck. Was Eberl angeht, kann ich seine Enttäuschung über Neustädters Abgang verstehen. Allerdings sind wir auf der „Sechs“ doppelt und dreifach mit Nachwuchsleuten besetzt. Das wird schon.
Siehst du angesichts des Verlustes zweier Stammspieler die Gefahr eines Aderlasses im Sommer?
Theo Weiss: Ich sehe noch überhaupt keinen Aderlass! Und die Leistung der Mannschaft werden die Abgänge in der Rückrunde nicht beeinflussen. Mich ärgert nur, dass die Medien ständig versuchen, Unruhe in die Mannschaft zu bringen.
Hast du Angst, dass Favre unzufrieden sein könnte und die Mannschaft im Sommer eventuell verlässt?
Theo Weiss: Aus meiner Sicht sind etwa die ersten vier Bundesligaspiele der Rückrunde richtungsweisend, auch für die Zukunft von Lucien Favre. Ich könnte gut verstehen, wenn er sich Sorgen um den Verein und auch um seine eigene Zukunft macht. Aber grundsätzlich finde ich, dass zu viel Aufhebens um die Wichtigkeit von Trainern gemacht wird, obwohl ich auch sehe, dass man Favres Handschrift erkennen kann und ich den Eindruck habe, dass er jeden unserer Spieler verbessert hat. Er ist ja hier angetreten mit der Perspektive, eine Mannschaft langfristig aufzubauen, eventuell sogar in der 2. Liga. In einem Interview für 11Freunde hat er vor Monaten genau das als seine Philosophie ausgegeben. Im Gegensatz zu seinem Engagement bei Hertha kann er das hier. Aber ich schätze Favre sehr und hoffe natürlich, dass er bleibt.
Welche Erwartungen hast du an die Neuzugänge?
Theo Weiss: Von Ring halte ich sehr viel. Der hat mir in den Testspielen sehr gut gefallen und passt gut zu Favres One-Touch-Fußball. Cigerci ist mir nicht so sehr aufgefallen. Er scheint aber auch ein Guter zu sein. Im Trainingslager hat mich auch und vor allem der junge Amin Younes von unseren Amateuren überzeugt.
Wie sollten die Reus-Millionen am besten verwendet werden?
Theo Weiß: Man könnte zum Beispiel die Bierpreise im Stadion senken. Nein ernsthaft: das sollen Eberl und Favre entscheiden, die haben die nötige Kompetenz. Ich freu mich nur, dass wir den Dortmundern so viel Geld abgenommen haben.
Du warst ja mit der Mannschaft im Trainingslager. Wie waren deine Eindrücke?
Theo Weiss: Ich war ja schon öfters dabei, aber nirgendwo hat es mir so gut gefallen wie in Belek. Das tolle Fanhotel hat uns auf jeden Fall über das schlechte Wetter hinweggeholfen. Es war schön zu sehen, dass sich das Team nicht von den ganzen negativen Medienberichten ablenken ließ. Irgendeine Unruhe konnte ich jedenfalls nicht feststellen. Jetzt freue ich mich erst einmal auf Europa in der nächsten Saison. Egal, ob Nikosia oder Reykjavik. Ich werde dabei sein.
Theo Weiss wird demnächst 50 Jahre jung. Er hat sich eigentlich der Borussia verschrieben, macht sich aber gerade selbstständig und zwar als Fanbeauftragter und Ansprechpartner für alle Profivereine europaweit. Zudem organisiert er als freier Mitarbeiter Vorbereitung und Durchführung der Feier zum 25-jährigen Bestehen des Fanprojekts Borussia Mönchengladbach.
Goal.com traf den Macher bei Cafe und Cognac in der Berliner Fußballkneipe „Franziskaner“, die der glühende Hertha-Anhänger Michael Salomon seit mehr als einem Jahrzehnt im Szene-Kiez Kreuzberg betreibt. Theo Weiss gehörte zu den mehr als 200 Anhängern, die die Mannschaft ins Trainingslager im türkischen Belek begleitete.
Was sagst du zum Weggang von Marco Reus? Überwiegt die Enttäuschung oder vielleicht doch das Verständnis für seine Entscheidung Borussia Mönchengladbach in Richtung Dortmund zu verlassen?
Theo Weiss: Ich hab Verständnis dafür, dass ein Spieler den Verein verlässt, wenn er anderswo mehr Geld verdienen kann. Allerdings bin ich auch ein wenig enttäuscht wegen der Statements die Marco Reus zuvor abgegeben hat. Danach wäre sein Verbleib durchaus denkbar gewesen. Nun hat er die große Chance verpasst, ein legendärer Spieler der Fohlenelf zu werden. Es wäre schön gewesen, wenn er noch ein Jahr länger geblieben wäre, aber wir werden mal sehen, ob Dortmund nächstes Jahr überhaupt vor uns steht. Da habe ich so meine Zweifel.
Was sagst du zum Weggang von Roman Neustädter?
Theo Weiss: Kein Problem. Neustädter scheint schon längst durch Alexander Ring ersetzt zu sein. Auch wenn er bisher nur Testspiele für Borussia bestritten hat, so macht er doch einen sehr guten Eindruck. Was Eberl angeht, kann ich seine Enttäuschung über Neustädters Abgang verstehen. Allerdings sind wir auf der „Sechs“ doppelt und dreifach mit Nachwuchsleuten besetzt. Das wird schon.

Theo Weiss hatte am starken Jahr 2011 der Borussen seine Freude
Siehst du angesichts des Verlustes zweier Stammspieler die Gefahr eines Aderlasses im Sommer?
Theo Weiss: Ich sehe noch überhaupt keinen Aderlass! Und die Leistung der Mannschaft werden die Abgänge in der Rückrunde nicht beeinflussen. Mich ärgert nur, dass die Medien ständig versuchen, Unruhe in die Mannschaft zu bringen.
Hast du Angst, dass Favre unzufrieden sein könnte und die Mannschaft im Sommer eventuell verlässt?
Theo Weiss: Aus meiner Sicht sind etwa die ersten vier Bundesligaspiele der Rückrunde richtungsweisend, auch für die Zukunft von Lucien Favre. Ich könnte gut verstehen, wenn er sich Sorgen um den Verein und auch um seine eigene Zukunft macht. Aber grundsätzlich finde ich, dass zu viel Aufhebens um die Wichtigkeit von Trainern gemacht wird, obwohl ich auch sehe, dass man Favres Handschrift erkennen kann und ich den Eindruck habe, dass er jeden unserer Spieler verbessert hat. Er ist ja hier angetreten mit der Perspektive, eine Mannschaft langfristig aufzubauen, eventuell sogar in der 2. Liga. In einem Interview für 11Freunde hat er vor Monaten genau das als seine Philosophie ausgegeben. Im Gegensatz zu seinem Engagement bei Hertha kann er das hier. Aber ich schätze Favre sehr und hoffe natürlich, dass er bleibt.
Welche Erwartungen hast du an die Neuzugänge?
Theo Weiss: Von Ring halte ich sehr viel. Der hat mir in den Testspielen sehr gut gefallen und passt gut zu Favres One-Touch-Fußball. Cigerci ist mir nicht so sehr aufgefallen. Er scheint aber auch ein Guter zu sein. Im Trainingslager hat mich auch und vor allem der junge Amin Younes von unseren Amateuren überzeugt.
Wie sollten die Reus-Millionen am besten verwendet werden?
Theo Weiß: Man könnte zum Beispiel die Bierpreise im Stadion senken. Nein ernsthaft: das sollen Eberl und Favre entscheiden, die haben die nötige Kompetenz. Ich freu mich nur, dass wir den Dortmundern so viel Geld abgenommen haben.
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Theo Weiss: Ich war ja schon öfters dabei, aber nirgendwo hat es mir so gut gefallen wie in Belek. Das tolle Fanhotel hat uns auf jeden Fall über das schlechte Wetter hinweggeholfen. Es war schön zu sehen, dass sich das Team nicht von den ganzen negativen Medienberichten ablenken ließ. Irgendeine Unruhe konnte ich jedenfalls nicht feststellen. Jetzt freue ich mich erst einmal auf Europa in der nächsten Saison. Egal, ob Nikosia oder Reykjavik. Ich werde dabei sein.
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