Teil 3: Die (R)Evolution der Innenverteidigung – „Professor“ Rangnick und das ballorentierte Verteidigen

In den letzten Jahren hat sich der Fußball taktisch enorm weiterentwickelt. Vorallem im Bereich der Innenverteidigung tat sich einiges. Während man früher auf Mittelläufer und Liberos zurückgriff, ist heute die Viererkette das Non-plus-Ultra. Goal.com hat sich die Entwicklung etwas genauer angesehen. Im dritten Teil erklären wir, wie das Verteidigen der Gegenwart aussieht und warum Ralf Rangnick zum Professor wurde.

Gute Freunde: Lothar Matthäus vom FC Bayern München mit dem DFB-Pokal 1998
Von Ramon RAM

Innsbruck. In einigen Ländern war der Libero immer noch der letzte Schrei – so spielte Deutschland als eines der letzten Länder 1998 noch mit Lothar Matthäus Libero bei der WM in Frankreich.



Doch Matthäus und Baresi waren die letzten großen Vertreter der aussterbenden Libero-Zeit. 2004 sollte der Libero dank Otto Rehhagel und Traianos Dellas nochmal ein Revival erleben, doch insgesamt waren in den späten 90ern und bis heute Viererkette, ballorentiertes Verschieben und Raumdeckung das Wahre.

Aufgaben immer vielfältiger

Die Aufgaben für die Innenverteidiger wurden dabei immer vielfältiger, auch weil durch die Viererkette eine „neue“ Position im Weltfußball geschaffen wurde. Die Außenverteidiger entwickelten sich zu den Spielern, mit den meisten Ballkontakten. Typen wie Roberto Carlos und Cafu prägten diese Position.

Verschieben im Block

Durch den unglaublichen Offensiv-Drang der Außenspieler, mussten sich auch die Innenverteidiger auf neue Situationen einstellen. Es genügte nicht mehr nur, sich auf die Zentrale zu konzentrieren. Ein ständiges Verschieben – das sogenannte Verschieben im Block – war notwendig und erfordete neben einem erhöhten Denkaufkommen auch jede Menge zusätzliche Laufarbeit.



Rangnick wird zum Professor

Zudem verteidigt man heute meistens im Raum, nicht wie früher gegen den Mann. Doch selbst die herkömmliche Raumdeckung wurde nochmals verfeinert. Ralf Rangnick wurde durch seinen Auftritt im ZDF-Sportstudio bekannt, als er über die „ballorentierte Raumdeckung“ philosophierte – der Spitzname „Professor“ war seither untrennbar mit ihm verbunden.

Was steckt dahinter?

Doch was genau ist eigentlich diese Form? Grundstock dieser Theorie ist das vorher beschriebene Verschieben. Nicht nur der dem Ball näheste Spieler ist für das Verteidigen zuständig, sondern auch sein Nebenmann. Ziel des Ganzen ist es, dass immer zwei oder mehrere Spieler beim Ball sind. Unglaublich laufintensiv und besonders für die Innenverteidigung enorm wichtig. Sie sind es nämlich, die das Verschieben dirigieren.



Entwicklung noch nicht abgeschlossen

Die Aufgaben der Innenverteidiger werden in Zukunft wohl noch vielfältiger, Schon jetzt zeichnet sich ein Bild aus, dass die Entwicklung längst nicht abgeschlossen ist. Nach den offensiven Außenverteidigern könnt es bald den offensiven Innenverteidiger geben.

Morgen reden wir darüber, wie der Innenverteidiger der Zukunft aussieht


 



 
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