„The Global Game“: Die Brasilianer im Ausland, ein alltäglicher Weg (II)

„The Global Game“ ist eine neue Goal.com-Serie, die die Auswirkungen des Fußballs auf der ganzen Welt aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, die auch mit den Hintergründen des Sports zu tun haben und nicht in der alltäglichen Berichterstattung vorkommen.

Anderson; Robinho; Pato - Brasilien
(rb) Auch im zweiten Teil der Serie widmen wir uns jener Nation die seit Jahrzehnten die besten Fußballspieler produziert. Die Rede ist von Brasilien. Wenn ein Klub einen Brasilianer verpflichtet sind die Erwartungen standesgemäß immer besonders hoch, weil man von dem Spieler automatisch erwartet, dass er wie viele seiner Landsleute ein Ballzauberer ist und das Publikum in Ekstase versetzt. Auch wenn das nicht immer zutrifft, kann man durchaus sagen, dass die Ballzauberer vom Zuckerhut ein gutes Gespür für den Ball haben und meist Verfechter des gepflegten Fußballs sind. Doch warum gerade Brasilianer? Keine andere Nation bringt annähernd so viele gute Spieler wie Brasilien hervor, doch warum gerade dieses Land aus Südamerika?

Big in Japan

Nicht nur Europa hat von der brasilianischen Invasion profitiert, denn auch in Asien spielten bald immer mehr Brasilianer, die auch dort zur beliebten „Ware“ wurden. Beispielsweise spielen in der J-League in Japan etliche Kicker vom Zuckerhut und auch in Südkoreas K-League gibt es etliche Brasilianer, die das Geschehen in der Liga wesentlich beeinflussen.

Goal.com Indien sprach diesbezüglich mit Jose Ramirez Barreto von Mohun Bagan, der auch schon zuvor in Japan und in Malaisen spielte und dieser versuchte die Vorteile der Spieler und Vereine näher zu erklären: „In der Vergangenheit hatten die brasilianischen Spieler Angst ins Ausland zu gehen. Aber die Einstellung hat sich geändert, denn wenn man nicht in den Top drei Ligen spielt, erhält man in Brasilien nur einen kurzfristigen Vertrag und hat keine finanzielle Stabilität. Hinzu kommt, dass der brasilianische Markt sehr groß ist und die Vereine versuchen jüngere Spieler, im Alter von 17 bis 23 Jahren,  zu verpflichten, um sie später einmal nach Europa zu verkaufen. Viele Spieler haben hier keine finanzielle Sicherheit und streben deshalb eine Karriere im Ausland an, um dort dementsprechend Geld zu verdienen.“

Roberto 'Beto' Mendes Silva, der mittlerweile bei Dempo spielt, kam direkt von Portugal nach Indien. In seiner Jugend spielte er gemeinsam mit Deco in der Nachwuchsakademie bei Corinthians. Auch er versuchte Goal.com zu erklären, warum seine Landsleute im Ausland so beliebt sind: „Brasilianer gehören was die Technik und die Anlagen betrifft zu den besten Spielern der Welt. Wenn das Produkt gut ist, sind die Leute interessiert es zu kaufen. Fast alle Klubs auf der Welt wollen brasilianische Spieler.“ Auch er war der gleichen Meinung wie Barreto und sprach ebenfalls über die unsichere Situation eines Fußballspielers in Brasilien, der nicht in der obersten Ligen spielen kann und sieht das auch als den Hauptgrund, um es auf einem anderen Kontinent zu versuchen.

Die Meinung aus Brasilien

Natürlich ist auch die Meinung eines Experten aus dem betroffen Land gefragt und deshalb versuchte Andre Baibich von Goal.com Brasilien uns seine Sicht näher zu bringen: „Die brasilianischen Spieler kommen meistens aus sozial schwächeren Schichten und sehen Fußball als die einzige Möglichkeit sich ein geregeltes Einkommen zu sichern. In Brasilien ist das normal, dass die Gehälter für die Familienangehörigen verwendet werden und deshalb gehen die Spieler nach Europa um Geld zu sparen und um auf der sicheren Seite zu sein, wenn die aktive Karriere zu Ende geht.“

Abschließend klärte er uns noch über die Situation in Brasilien auf und fügte hinzu warum die Sportart dort so populär ist: „Brasilien bringt noch immer so viele Talente hervor. Der Grund hierfür ist die Popularität in Brasilien. Fußball ist Volkssport Nummer eins und wird von so vielen Menschen gespielt. Nachdem wir so viele vielsprechende Talente haben und die Vereine finanziell angeschlagen sind, war es nur eine Frage der Zeit, bis wir viele Spieler im Ausland hatten.“

Wie man von den befragten Personen erfahren hat, sind Familie und Freundschaft im brasilianischen Fußball in der Heimat und im Ausland sehr wichtig. Natürlich ist auch viel von der finanziellen Situation abhängig, doch für die Fans auf der ganzen Welt ist diese Entwicklung eher positiv, denn jeder liebt es einen Brasilianer in der eigenen Mannschaft zu haben und ihm beim Fußballspielen zuzusehen.

Lest hier den ersten Teil der Serie.

Eure Meinung: Was macht brasilianische Fußballer so besonders? Warum sind die Spieler vom Zuckerhut in der europäischen Ländern so beliebt? Sagt uns was für euch das Besondere an brasilianischen Spielern ist?


 
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