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"Dörings Ballspielverein": Revierderby als Fußballfest

Zum 144. Mal heißt es Borussia Dortmund gegen den FC Schalke 04. Nach den Vorfällen im Hinspiel hoffen alle Beteiligten auf ein friedliches Duell auf den Rängen.

KOLUMNE
von Stefan Döring

Es ist Derby! Kaum ein Fan von Borussia Dortmund oder Schalke 04 kann seit dem Wochenende noch an etwas anderes denken, ist dieses Spiel doch das wichtigste in einer Halbserie. Ein Sieg oder eine Niederlage bestimmen über Monate hinweg die Stimmung, die Sticheleien im Büro oder der Schule. Doch nicht nur aufgrund der Rivalität zwischen den Reviernachbarn, sondern auch wegen der Tabellensituation geht es am Dienstagabend um mehr als nur einen Sieg.

"Es gibt keinen Favoriten", erklärte Jürgen Klopp am Montag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel und auch die Schalker Spieler waren sich am Samstag schon sicher, dass "alles möglich ist", wie Max Meyer es formulierte. Deshalb wird es auf dem Platz wohl auch hoch hergehen – trotz der vielen Verletzten auf beiden Seiten. Klopp meinte, dass man mit den außer Gefecht gesetzten Spielern beider Mannschaften ein eigenes Derby spielen könnte. Ganz unrecht hat er damit sicherlich nicht, wenn man sich die voraussichtlichen Kader der beiden Revierklubs ansieht.

Gewalt beim Derby nimmt zu

Derbyzeit heißt seit ein paar Jahren aber leider auch wieder Gewalt-Zeit, was für einige Jahre in der Vergangenheit kein Thema mehr war. Doch immer wieder geraten Fangruppen der Vereine gewaltsam aneinander. Doch hier muss unbedingt unterschieden werden zwischen einem kleinen Teil der Fans und der großen Masse – denn nicht mehr und nicht weniger als ein kleiner Teil ist es, wenn es beim Derby zu Unruhen kommt. Den negativen Höhepunkt erlebten wir im Hinspiel, als BVB-Chaoten Pyrotechnik in andere Blöcke schossen. Das darf nicht toleriert werden, aber auch nicht zu Kollektivstrafen führen, wie es der DFB Borussia Dortmund, pünktlich zum Rückspiel, androhte. Damit will ich mich aber erst beschäftigen, wenn es wirklich eintreten sollte.

Sicherlich war die Polizei in den letzten Jahren auch nicht gänzlich unbeteiligt an der einen oder anderen Auseinandersetzung der Fangruppen. So durfte zum Beispiel beim letzten Derby in Dortmund eine Gruppe Schalker Ultras unbehelligt von der Universität bis zum Stadion marschieren, während eine andere Gruppe durch das Dortmunder Kreuzviertel vorbei an allen Dortmundern geleitet wurde. Im Nachhinein wurde bekannt, dass alle Beamten, die daran beteiligt waren, ortsunkundig waren. Um so etwas am 27. Spieltag zu verhindern, hat die Polizei zusammen mit den Vereinen ein neues Sicherheitskonzept ausgearbeitet. Es sieht eine strikte Fan-Trennung vor. Inwiefern das möglich ist, bleibt aber abzuwarten.

Friedliches Fußballfest

Das Spiel am Dienstagabend steht in jedem Fall unter besonderer Beobachtung, da bereits vor einiger Zeit angekündigt wurde, dass es ein "Derby auf Bewährung" ist. Sollte es irgendwelche Zwischenfälle geben, ist davon auszugehen, dass das nächste Aufeinandertreffen von Borussia Dortmund und Schalke 04 ohne Gästefans stattfinden wird. Das wäre schade um das Spiel, die lautstarken Anfeuerungen und die deutsche Fankultur. Aus diesem Grund sind alle Fans dazu aufgerufen, diesen Tag - bei aller Rivalität - friedlich zu begehen. Schließlich lebt ein Derby von seiner Emotionalität und die Energie, die jeder Fan in sich trägt, sollte er lieber in die Anfeuerung der Mannschaft stecken, anstatt sich mit seinem Gegenüber zu prügeln!

Auf eine friedliches und spannendes Derby

Euer

Stefan Döring

 

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