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Unsere Legionäre: Chelsea feiert – ohne Andre Schürrle

Die wöchentliche Rückschau: Was machen die deutschen Profis in der Premier League? Heute etwas zur Schürrle-Situation beim FC Chelsea.

KOLUMNE
Von John C. Brandi

London.
Das Spitzenspiel in der Premier League endete mit einem glorreichen Sieg: Mourinhos FC Chelsea feierte einen verdienten Triumph bei Manchester City, und alle, die den englischen Fußball lieben, kamen voll auf ihre Kosten. Hin und her ging es, ein Raunen folgte dem nächsten, nur einer war dabei außen vor: Andre Schürrle stand nicht einmal im Kader, konnte nichts beitragen zur Eroberung der Festung Etihad.

Jose Mourinho machte dem Deutschen nach der Partie Hoffnung und möchte sein Chelsea als langfristiges Projekt verstanden wissen: "Gebt ihm (Hazard), Willian, Andre Schürrle und Mohammed Salah Zeit, um sich zu entwickeln. Sie brauchen Erfolgserlebnisse und deswegen war dieses Ergebnis sehr wichtig."  

Trotzdem könnte das wie Hohn in den Ohren von Schürrle klingen: Salah kam gerade erst aus Basel, während Hazard und Willian beide auf dem Feld standen, der Belgier wusste dabei nicht nur zu gefallen, sondern zog selbst die City-Fans mit atemberaubenden Dribblings in den Bann. Der ehemalige Mainzer hingegen war in den letzten sechs Ligaspielen zweimal nicht im Kader, zweimal schmorte er 90 Minuten auf der Bank. Schwierig, sich so Selbstvertrauen zu holen.

Zu wenig Spielpraxis in einem WM-Jahr

Die 55 Minuten plus ein Einsatz im FA-Cup gegen Stoke, den Mourinho ihm gönnte, sind zu wenig für den Nationalspieler, auch wenn man zu dem Thema vermutlich kein böses Wort aus seinem Mund hören wird, aber als Anwärter auf einen WM-Platz benötigt Schürrle Spielpraxis, und das am besten regelmäßig.

Hat er sich also verpokert? Für einige der deutschen EPL-Profis gab es zuletzt mitunter schmerzhafte Bruchlandungen: Holtby musste einen Wechsel bis Jahresende zum Abstiegskandidaten Fulham hinnehmen, Marko Marin träumte im Interview zuletzt von einer Rückkehr zu den Blues, wo er die Ansprüche nicht erfüllen konnte. Bei der Leihstation FC Sevilla gelang ein toller Start, doch wie zu Beginn bei Chelsea setzte ihn eine Muskelverletzung außer Gefecht, seitdem kommt er meist von der Bank.

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Gerade auf den drei Positionen hinter der Sturmspitze herrscht nicht nur bei Chelsea eine unglaubliche Konkurrenz, sondern auch im Nationalteam. Müller, Reus, Podolski, Götze melden da Ansprüche an, Draxler nicht zu vergessen, hinzu kommt ein Sidney Sam.

Schürrles Galavorstellungen im DFB-Dress im Oktober gegen Irland und Schweden ließen einiges erwarten, werden ihm auch den Respekt des Bundestrainers eingebracht haben. Aber um in Brasilien mehr als nur Mitläufer zu sein, wenn er denn mitfährt, würde es Schürrle gut anstehen, sich beim FC Chelsea weiter in den Fokus zu spielen. Bleibt zu hoffen, dass er dazu auch die Gelegenheit bekommt.

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