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"Dörings Ballspielverein": Nein zu Kollektivstrafen!

Kurz vor dem Rückrundenstart in der Bundesliga ist im Zusammenhang mit Borussia Dortmund vieles zu lesen. In den letzten Tagen dominierte aber ein Thema: Das Derby!

KOLUMNE
Von Stefan Döring

Noch gut zwei Monate ist es hin, doch das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 wirft bereits seine Schatten voraus. Thema sind wie so häufig die Fans.

Am Wochenende eskalierte die Situation bei einer verabredeten Massenschlägerei in Köln im Rahmen des Testspiels des 1. FC Köln gegen den FC Schalke 04. Mit dabei waren auch BVB-Ultras der Desperados, die bekanntlich eine Freundschaft mit den Boyz Köln pflegen. Ein Schalker wurde lebensgefährlich verletzt. Seit diesem Zeitpunkt rückt das Derby wieder in den Vordergrund und damit auch die Diskussion über einen Ausschluss der Fans.

Nach den Randalen beim letzten Aufeinandertreffen in Gelsenkirchen verhängte Schalke 36 bundesweite Stadionverbote gegen Fans des BVB. Zusätzlich wurden 498 Haus- und Geländeverbote für Dortmunder Anhänger verteilt. Sie waren am Derby-Tag mit der Bahn über Essen-West angereist, statt die Sonderzüge ab Dortmund zu nutzen. Daraufhin sperrte die Polizei den Bahnhof und fing die Gruppe ab, nahm die Personalien auf. Ob das allerdings nötig war, sei mal dahin gestellt. Nun also hat der FC Schalke gegen diese Personen ein Betretungsverbot der Arena bis 2019 ausgesprochen. Die Frage, die sich nebenbei stellt: Woher hat der Verein die Daten?

Kollektivstrafen gegen BVB-Fans

Dieses Betretungsverbot betrifft viele Fans, die nichts mit den Pyro-Einsätzen im Stadion zu tun hatten. Hier greift eine Kollektivstrafe, die schon in der Vergangenheit heftig diskutiert wurde. Aus meiner Sicht wurde da ein großer Fehler gemacht. In Gelsenkirchen fängt es an, wo soll es demnächst enden? Immerhin haben die Fans nur eine abweichende Reiseroute gewählt.



Um solche Unruhen beim Rückspiel in Dortmund zu vermeiden, das ganz nebenbei noch unter der Woche um 20.00 Uhr angepfiffen wird, wollte der FC Schalke eigentlich auf seine Fans verzichten, gibt ihnen nun aber noch eine letzte Chance. Diese sollten aber nicht nur die Gäste nutzen, sondern auch die Heimfans.

Wurde die Stimmung in den letzten Jahren zwischen beiden Lagern immer aggressiver, ist es jetzt an der Zeit wieder zurückzuschrauben. Sollte es nämlich beim Derby erneut zu aggressiven Auseinandersetzungen zwischen den beiden Lagern kommen, wird es auf absehbare Zeit das letzte Derby mit Gästefans gewesen sein. Und das wird weder dem Spiel noch der Historie des Duells gerecht.

Selbstreinigung von innen

Die Fans müssen endlich einsehen, dass Randale nichts beim Fußball zu suchen haben - bei aller Rivalität. Damit würde man auch den Politikern den Wind aus den Segeln nehmen, die nun bereits Reiseverbote und Hausarreste für "auffällige Fans" fordern. Zu denen gehören seit Anfang der Woche übrigens diejenigen, die einfach nur eine andere Anreise gewählt haben als von der Polizei vorgeschlagen.

Allen Beteiligten ist zu raten, die Gemüter wieder etwas abzukühlen. Fan zu sein, heißt nicht automatisch Straftäter zu sein. Ein Derby ist auch lange kein Krieg. Diesen Eindruck bekommt man als Außenstehender aber unweigerlich bei all den Berichten. Für die Fans gilt es jedoch die Chaoten, die es gewiss gibt, durch eine Selbstreinigung innerhalb der Fanszenen auszuschließen!

Schwarzgelbe Grüße

Euer

Stefan Döring


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