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Wöchentlich nehme ich die Geschehnisse rund um Borussia Mönchengladbach aufs Korn. Was tut sich im BORUSSIA-PARK, was geht ab? Meine befangene Meinung findet ihr hier.

KOLUMNE

Von Gregor Becker

Mönchengladbach. Was die Spatzen weit über die Grenzen der Vitusstadt hinaus bereits seit Wochen von den Dächern pfiffen, ist seit letzten Montag traurige Gewissheit: Marc-Andre ter Stegen verlängert seinen bei Borussia Mönchengladbach im Sommer 2015 auslaufenden Vertrag nicht und wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nach der Rückrunde zum FC Barcelona wechseln. Dazu gratuliere ich unserem Keeper von ganzen Herzen. Zwar mit feuchten Augen, aber andererseits voller Stolz, denn wenn ein Gladbacher Junge bei den Fohlen so viel gelernt hat, dass er die Chance hat, zukünftig mit Lionel Messi, Andres Iniesta und Xavi aufzulaufen, muss das einen Borussen einfach Stolz machen.

Es besteht ein minimales "Restrisiko", Marc-Andre an einen anderen Klub zu verlieren. Aber dann kann es ja nur ein anderer "Global Player" sein, was vollkommen in Ordnung wäre. Dass es ihn zu einem Bundesligaverein ziehen könnte, daran will ich nicht denken und würde meine Glückwünsche empört zurückziehen. Denn für welchen Klub sollte er uns denn sonst verlassen? Bayern ruft nicht und zur falschen Borussia wird ter Stegen, auch wenn er jünger und besser als Roman Weidenfeller ist, ja wohl hoffentlich nicht gehen.

Ter Stegen ist nicht Herrlich

Fans können ja manchmal ungerecht sein, wenn ein geliebter Spieler den Verein verlässt. In der Bundesliga-Historie gab es bei allen Klubs allerdings auch genug Kicker, die eben noch das Vereinswappen geküsst hatten, eine Woche später jedoch dem Ruf des Geldes folgten und sich schon auf das nächste Wappen freuten. Wenn ich da zum Beispiel an Heiko Herrlich denke, kommt mir heute noch die Galle hoch. Es ist also nur natürlich, wenn der Anhang sensibel reagiert und gerne alle über einen Kamm schert. Ich neige auch manchmal dazu. Aber unterm Strich betrachtet haben sich in der "Causa ter Stegen" alle Parteien richtig verhalten, vor allem Marc-Andre selbst. Er bat sich Bedenkzeit aus und hat irgendwann seine Entscheidung verkündet. Das war alles. Deshalb gehe ich davon aus, dass unsere Nummer eins in der Rückrunde weiterhin unser aller Unterstützung genießen wird. Alles andere wäre ohnehin vereinsschädigend und deshalb mahne ich zur Besonnenheit, was bei den besten Fans der Welt aber wohl überflüssig ist.

Wieder mal gehalten: Marc-Andre!

Soll sich Marc-Andre beim FC Barcelona in Ruhe weiterentwickeln, seine Schäfchen ins Trockene bringen, ein zwei Mal in der Champions League gegen die Borussia einen reinlassen und dann zurück in die Heimat kommen. Dann ist doch alles gut. Wir brauchen eh noch einige Jahre, bis wir wieder konstant um die Meisterschaft mitspielen können, was wir mit einem geeigneten Ersatzmann bewerkstelligen werden. Anschließend kommt MAtS zurück, verhilft uns zu dem ein oder anderen Titel und löst dann Uwe Kamps als Torwarttrainer ab. Dessen Knie wird dann wiederum im Borussia-Museum ausgestellt.

Debüt gegen Köln

Aber ernsthaft: Wer erinnert sich nicht gerne an Marc-Andre ter Stegens Debüt? Na, wann und gegen wen war das? Richtig! Unser Keeper absolvierte sein erstes Bundesligaspiel im April 2011 gegen Köln und musste dabei dummerweise einmal hinter sich greifen. Angesichts der 5:1-Klatsche für die Geißböcke war dies natürlich nur ein äußerst kleiner Makel. In den letzten fünf Saisonspielen folgten lediglich zwei weitere Treffer und vor allem der Nichtabstieg. Damit war ein Held geboren, der in der folgenden Spielzeit vollkommen zu Recht auf einen Sockel gestellt wurde. Platz vier für die Borussia bei lächerlichen 24 Gegentoren hat seinen Status untermauert. Vom gehaltenen Elfer gegen Messi beim Freundschaftsspiel des DFB-Teams gegen Argentinien im August 2012 will ich erst gar nicht reden. Da hat "La Pulga" ja Glück, dass dies demnächst nur noch im Training passieren wird.

Es ist zwar traurig, aber am Ende doch verständlich, dass uns Marc-Andre verlässt. Ich erfreue mich daran, dass wir den nächsten Weltklassespieler entwickelt haben und hoffe, dass Max Eberl die Ablösesumme geschickt investiert und die Borussia damit weiter nach vorne bringt. Denn, um mal unromantisch zu werden: Es gibt eine Fülle guter Torhüter, gerade in Deutschland, deshalb wird sich ein guter Nachfolger finden lassen.

Ich sehe eine rosige Zukunft. Der wohl sichere Abgang von ter Stegen beweist zwar, dass wir nach wie vor ein Ausbildungsverein sind, aber eben nur noch für europäische Spitzenklubs. In der Bundesliga müssen wir lediglich Dortmund und Bayern fürchten. Wer geht schon zur Werkself oder zu Schalke? Christoph Kramer wird es vielleicht 2015 zeigen, wenn er keine Lust darauf hat, vom Champions-League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach zum Europa-League-Klub Bayer Leverkusen zurückzugehen. Seine Ablöse haben wir dann schon auf dem Konto. In diesem Sinne…

Schwarzweißgrüne Grüße

Euer

Gregor Becker


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