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Wöchentlich nehme ich die Geschehnisse rund um Borussia Mönchengladbach aufs Korn. Was tut sich im BORUSSIA-PARK, was geht ab? Meine befangene Meinung findet ihr hier.

KOLUMNE

Von Gregor Becker

Mönchengladbach. Seinen Nimbus als Maskottchen für Borussia Mönchengladbach hat Julian Korb verloren, als die Fohlen am letzten Wochenende beim FSV Mainz nicht über ein torloses Remis hinauskamen. Nachdem der 21-Jährige am zehnten Spieltag gegen Eintracht Frankfurt von Lucien Favre auf die Rechtsverteidiger-Position beordert wurde und beim 4:1-Erfolg eine gute Figur abgab, folgten fünf weitere Siege der Borussia, bei denen Korb jeweils 90 Minuten auf dem Platz stand. Eindrucksvoller kann ein Bundesliga-Debütant eigentlich nicht loslegen, oder?

Ob es in der Historie des deutschen Fußballs so etwas schon gegeben hat? Ich weiß es nicht und würde mich freuen, falls ein Statistikfreund unter Euch das herausfände und gegebenenfalls unter die Kolumne posten könnte. Aber das ist sekundär, viel wichtiger ist der Beitrag, den Julian Korb zu einer beeindruckenden Serie geleistet hat.  Und ebenso wichtig wie interessant erscheint mir, wie sich die Viererkette künftig zusammen setzen wird, denn möglicherweise hat sich Tony Jantschke, der als Aushilfs-Innenverteidiger hervorragende Arbeit leistet, mit seiner Polyvalenz aus der Mannschaft katapultiert.

Korb rettet sich vor Leihgeschäft

Der Saisonstart verlief ambivalent für Korb. Einer guten Vorbereitung folgten zwar lobende Worte Favres, doch das bedeutet nicht viel, wie in der Vergangenheit beispielsweise Alexander Ring, Tolga Cigerci und vor allem Amin Younes feststellen mussten, die sich letztlich auf der Bank oder der Tribüne wiederfanden und ihren Kollegen zusahen, die sie im Trainingslager vermeintlich überflügelt hatten.

Korb, der in dieser Spielzeit eigentlich bei einem Zweitligisten Spielpraxis sammeln sollte, durfte zumindest 120 Minuten Luft im DFB-Pokal schnuppern, um anschließend das Schicksal anderer Hochgelobter zu teilen. Jantschke, laut des Trainers noch geschwächt von der U21-EM, nahm zum Ligastart die Position wieder ein, sein Vertreter durfte es sich zumindest auf der Bank bequem machen.

Was wird nach Alvaro Dominguez´ Rückkeher aus Tony Jantschke?

Es könnte alles so schön sein für den Borussia-Nachwuchs, doch im Januar werden die Karten neu gemischt, beziehungsweise nach altem Muster verteilt. Dass Alvaro Dominguez, der sich noch Hoffnungen auf die WM in Brasilien macht, auf seinen Posten zurückkehren wird, scheint so ausgemacht. Jantschke überzeugt dort zwar und verfügt über ein tolles Timing im Luftkampf, aber letztlich wünschen wir uns doch alle ein paar Zentimeter Körpergröße mehr in der Zentrale.

Also läuft es auf einen Zweikampf um die Position rechts in der Abwehr hinaus. Doch ob Favre diesen zulässt oder auf Altbewährtes setzt? Jantschke hat nun 100 Mal seine Aufgabe dort zur Zufriedenheit des Trainers und vieler Anhänger gelöst, richtig geglänzt hat er allerdings nicht. Korb hat auch alles richtig gemacht, wirkt zudem offensiv gefälliger und steht seinem Pendant defensiv in nichts nach.

Für mich ist die Sache klar: Dominguez rückt zurück in die Innenverteidigung, Korb bleibt Rechtsverteidiger und Jantschke hat sich mit guten Leistungen aus der Startelf "polyvalentiert". Das wäre bitter für den 23-Jährigen, aber seine Personalie wurde in der Hinrunde rund um den BORUSSIA-Park am häufigsten diskutiert. Lucien Favre wird als Diplomat gefragt sein, was nicht zwingend seine allergrößte Stärke ist. Aber möglicherweise wächst der Trainer ja auch an der "Gesprengten Kette".

Schwarzweißgrüne  Grüße

Euer

Gregor Becker


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