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"Dörings Ballspielverein": Mario Götze muss sich warm anziehen

Die BVB-Führungsriege beschwichtigt - Götze selbst erwartet einen der "schwersten Momente" seiner Karriere. Aber hat er einen Spießrutenlauf wirklich verdient?

KOLUMNE
Von Stefan Döring

Wenn Borussia Dortmund am Samstag Bayern München zum "Deutschen Clasico" empfängt, wird vor allem Mario Götze im Blickpunkt der 80.000 Zuschauer stehen. Das erste Mal seit seinem Wechsel kehrt der gebürtige Bayer wieder in den Signal-Iduna-Park zurück; das Duell um den Supercup kurz vor dem Saionstart hatte er verletzungsbedingt verpasst.

MARIO GÖTZE
ALTER 21
BuLi-SPIELE 90
TORE 23
VORLAGEN 35
Noch kurz vor seinem spektakulären Wechsel an die Isar hatte Götze verkündet, dass er gerne bei Borussia Dortmund bleiben wolle und der Verein für ihn eine Herzensangelegenheit sei. Wenige Wochen später der bittere Schlag ins Gesicht eines jeden BVB-Anhängers sowie der Verantwortlichen des Klubs. Jürgen Klopp war auf der ersten Pressekonferenz nach Bekanntwerden des Wechsels ungewöhnlich schmallippig. Nun kehrt Götze also wieder zurück an seine alte Wirkungsstätte, doch einen warmen Empfang der schwarzgelben Fans wird es für ihn wohl nicht geben. Das befürchtet auch Hans-Joachim Watzke: "Pfiffe wären nicht gerecht. Das hätte Mario nicht verdient."

Nicht nur Watzke ist bemüht, im Vorfeld die Wogen zu glätten. Sportdirektor Michael Zorc sagte der Sport Bild: "Ich appelliere an unsere Fans, Mario gegenüber fair und anständig zu sein. Er hat zwölf Jahre lang starke Leistungen im BVB-Trikot gezeigt." Er schränkte aber auch ein: "Niemand ist so blauäugig zu denken, dass er mit Standing Ovations empfangen wird."

Nach seinem Wechsel sank im Übrigen nicht nur Götzes Ansehen beim Dortmunder Anhang. Wie eine Umfrage von Repucom im August ergab, nahmen Glaubwürdigkeit und Werbewirksamkeit des Nationalspielers insgesamt rapide ab.

Der letzte Profi, den es von Dortmund nach München zog, war Torsten Frings im Jahr 2004. Seine Rückkehr ins damalige Westfalenstadion verkam ebenso zum Spießrutenlauf. Damals wurde er mit einem gellenden Pfeifkonzert empfangen, und während des Spiels, als Borussia Dortmund 2:0 führte, musste er sich zudem hämische Gesänge ("Siehst du Frings, das hast du nun davon") gefallen lassen.

Trotz allem freut sich Götze auf die Rückkehr in seine frühere sportliche Heimat. Er rechnet aber mit "einem der schwersten Momente" seiner Karriere, wie er unter der Woche dem Kicker verriet. Zudem sei er überaus gespannt, wie das Publikum reagiern werde.

"Die Fans fühlen sich veralbert. Das schadet dem ganzen Fußball."
Liest man in Foren oder hört sich unter Fans um, wird er kaum mit offenen Armen empfangen, zu sehr schmerzte der Abgang des Jungstars. Vermutlich wird jeder seiner Ballkontakte von einem Pfeifkonzert begleitet werden.

Allerdings darf man auch nicht vergessen, was er für den Klub geleistet hat. Ohne ihn wären die erfolgreichen letzten Jahre in diesem Umfang nicht möglich gewesen. Dass er nun dem Ruf des Geldes und womöglich dem einer erfolgreicheren Zukunft gefolgt ist, ist im Fußballgeschäft mittlerweile normal.

Es war allein seine Entscheidung zu gehen, dem BVB bescherte er dennoch einen Geldregen. Mit der fürstlichen Ablöse von 37 Millionen Euro holte sich der BVB, wie ich finde, mehr als gleichwertigen Ersatz in Person von Henrikh Mkhitaryan. Wer braucht da noch Götze?

Nicht zuletzt deshalb sollten die Fans ihren früheren Liebling in Frieden lassen, ihn ignorieren und ihm durch einen starken Zusammenschluss mit der Mannschaft nochmal zeigen, dass er den aus Dortmunder Sicht falschen Weg eingeschlagen hat. Damit würde man dem Clasico der Bundesliga auch einen würdige Rahmen bereiten.

Schwarzgelbe Grüße

Euer

Stefan Döring

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