thumbnail Hallo,

Hier der wöchentliche Blick auf die deutschen Profis, die ihr Glück auf der Insel suchen. Bei Nick Proschwitz von den Hull City Tigers verlief diese Suche bislang erfolglos.

KOLUMNE
Von John C. Brandi

Kingston upon Hull.
Ein Klub steigt auf, ein deutscher Stürmer ist dabei: Hull City, neuerdings mit einem "Tigers" als Namenszusatz (weil der ägyptische Besitzer das gut findet), spielt seit dieser Saison Premier League. Das ist aber leider nicht die Geschichte, in der Nick Proschwitz seinen Kindheitstraum verwirklicht und als Leistungsträger seines Teams die bekannteste Liga der Welt erobert.

Der ehemalige Paderborner spielte im Ensemble des Klubs aus der Yorkshire-Region schon in der Aufstiegssaison nur eine untergeordnete Rolle (fünf Tore), am gestrigen Mittwoch musste er im B-Team ran und erzielte so immerhin mal wieder einen Treffer, doch berichtet wurde nicht darüber. Sondern Thema waren die anderen Torschützen Conor Henderson und Matthew Fletcher, die an der Humber gerade um einen Vertrag kämpfen.

Harte Kritik von Coach Bruce

Bisher durfte Proschwitz in der Premier League nicht einmal auf der Bank Platz nehmen, im Pokal gegen Leyton Orient (1:0-Sieg) spielte er von Beginn an und bekam anschließend eine niederschmetternde Kritik von Trainer Steve Bruce: "Das Problem mit Nick ist die Anpassung an die englische Spielweise. Er hat sie noch nicht wirklich verinnerlicht."

Probleme mit den physischen Anforderungen unterstellte Bruce seinem deutschen Angreifer – schlimmer geht es eigentlich kaum, wenn man bedenkt, dass er in der Football League bereits ein Jahr Zeit hatte, sich daran zu gewöhnen. Ein Verkauf oder ein Leihgeschäft wurde während der Transferperiode nicht ausgeschlossen, dazu kam es nicht.

Nun heißt es beißen für den kopfballstarken 1,92-Mann, dem man eigentlich immerhin die Backup-Rolle zugetraut hätte. Zur Erinnerung: Als Torschützenkönig der zweiten Liga wechselte Proschwitz 2012 in die zweite englische Liga, an sich verlief mit dem Aufstieg von außen gesehen damit alles nach Wunsch – nur wird der Kampf um die Plätze natürlich noch härter.

"Ich glaube an mich"

"Der Konkurrenzkampf ist größer geworden. Wir haben neue Spieler verpflichtet und kämpfen mit sechs Stürmern um einen oder zwei Plätze. Aber ich bin nicht ängstlich und glaube an mich", hatte er vor Saisonbeginn hoffnungsvoll formuliert.

Einmal wenigstens von Beginn an auflaufen in einem der großen und altehrwürdigen Stadien der Premier League, dieses Minimalziel wird dem gebürtigen Weißenfelser im Kopf herumschwirren.

Immerhin sein Trikot ist ein Renner, wie RP Online knallhart recherchierte: "Unsere Trikots sind begehrt. Die meisten Größen ausverkauft. Auch das von Nick geht gut. Besonders bei den Kids", berichtete eine Angestellte im lokalen Fanshop. Das immerhin sollte Proschwitz hoffen lassen.

EURE MEINUNG: Denkt Ihr, Proschwitz kann das Blatt wenden?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal auf
oder werde Fan von Goal auf !

Dazugehörig