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Steht auf Schalke die Null und ist alles roger im Revier? Hassans Corner sagt es Euch! Die königsblaue Kolumne auf Goal.com.

KOLUMNE
Von Hassan Talib Haji

Glück Auf!

Die Saison des FC Schalke 04 ist hinreichend analysiert worden, man kann getrost sagen, dass es ein Auf und Ab war. Nun schwingt sich Königsblau zu neuen Abenteuern, doch werden die auch wirklich neu sein oder fahren wir weiterhin in denselben Ozean der ganz großen Gefühle?

Vom Meckern und Loben

Eine besondere Spielzeit liegt hinter uns und bot diverse Dramen, Schalke halt. Eine Trainerentlassung, viele Verletzungen, Kaugummi-Vertragsverlängerungen und eine Mannschaft, die uns nicht nur zur Weißglut, sondern auch zu Gänsehaut brachte. Manager Horst Heldt ist mehrmals aus der Haut gefahren. Ein Beispiel: "In der zweiten Halbzeit haben alle versagt, alle! Von denen, die auf dem Platz standen, bis hin zum Busfahrer." Das hat "Hotte" nach dem 2:2 in Düsseldorf gesagt. Ich persönlich glaube ja, dass ihm Schalke 04 viel Lebenszeit kosten wird. Der leidet richtig nach Niederlagen, was allerdings auch bedeutet, dass er sich als Schalker fühlt.

Es ist schwierig etwas zu beleuchten und neue Erkenntnisse zu finden, wenn man stets das Gleiche geboten bekommt, und das schon seit langer Zeit. Der Verein giert nach Erfolg, die Fans ebenfalls. Was schlichtweg fehlt, ist die Konstanz. Der S04 befindet sich seit Jahren auf der Suche nach genau dieser.

Von Wunschträumen und Realität

Ich glaube, dass ein jeder Fan ein bestimmtes Bild von dem Verein seines Herzens hat und sich im Kopf ausmalt, wie er/sie ihn sich wünscht, so auch ich. Für mich galt stets, dass ich mit dem Verein gehe – immer. Ob bei Erfolg oder Misserfolg. Trotzdem sind wir alle kritisch und sehen den Verein vielleicht spezifisch etwas unterschiedlicher. Mit Ausnahme von Punkten wie das JHV-Erlebnis, Viagogo, der Kartenpreispolitik und das damit einhergehende butterweichgemachte Leitbild, bin ich nicht unzufrieden – leider sind das aber schon einige Themen. Ich habe nicht das große Bestreben Politik zu betreiben, wenn mir etwas nicht gefällt, dann sage ich das als Mitglied dieses Vereins aber trotzdem.

Mir geht es jedoch wesentlich mehr ums Sportliche, wo ich mich auch wohler fühle. Die nächste Aufgabe gilt es für Jens Keller zu lösen – die Qualifikation zur Champions League. Dort kann im Hinblick auf die neue Saison die Vorfreude und geschaffene Aufbruchsstimmung bereits zu Grabe getragen werden, was ich beileibe nicht hoffe. Ich denke, Jens Keller hat etwas Großes vor. Mit positiver Stimmung und Champions-League-Fußball ist die Freude ein großer Verbündeter im Kampf um Erfolg.

Schafft Jens Keller Konstanz auf Schalke?

Sicherlich wird der 42-Jährige weiter an der Taktik feilen und hat nun die Möglichkeit sich den Kader so zusammenzustellen, wie er es möchte und es für richtig hält. Ob der S04 sich rund 20 Millionen Euro für das Erreichen der Königsklasse dazuverdient, entscheidet sich Ende August. Horst Heldt hätte um die vier Tage Zeit, bis sich das Transferfenster schließt. Mit den Zusatzeinnahmen wird sicherlich noch mindestens ein Spieler von Format gesucht. Der Coach würde dies bestimmt begrüßen.

Ich bin in der Vergangenheit oft gefragt worden, ob ich Jens Keller für den richtigen Übungsleiter auf und für Schalke halte. Lange habe ich gegrübelt, abgewogen und bin dennoch an mir verzweifelt. Selten war ich so unklar in meiner Meinung. Ich habe Jens Keller mehrfach beim Training gesehen und mir dieses akribisch angeschaut. Auch seinen Umgang mit den nervösen Medien und die Körpersprache auf der Trainerbank habe ich für mich selbst reflektiert.

Mir gefällt Keller, auch wenn er etwas stoisch wirkt. Einen wild gestikulierenden Hampelmann, der an der Seitenlinie jeden Grashalm verrückt macht – brauchen wir das? Jens Keller wird allerdings eines benötigen – Zeit! Um das Schalker Spiel zu formen, ihm Struktur zu geben, aber vor allem die so nötige Konstanz zu schaffen. Diese Zeit müssen der Vorstand und der Aufsichtsrat Keller zugestehen. Sonst hat das alles keinen Sinn. In den letzten 27 Jahren ist der gebürtige Stuttgarter schließlich der mittlerweile 27. Trainer auf Schalke.

Stürzen wir uns also mit Kapitän Keller in die raue See und suchen nach neuen Abenteuern …

Gruß aus GE,

Euer Hassan

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