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Jovanovs HSV: Fehler wiederholen sich

Die wöchentliche HSV-Kolumne von Daniel Jovanov – jeden Dienstag exklusiv auf Goal.com.

Liebe Leser,

was überwiegt nach dem 1:1 gegen den VfL Wolfsburg? Die Enttäuschung darüber, dass der HSV den Anschluss an die europäischen Startplätze verloren hat, oder die Erkenntnis, dass diese Mannschaft Europa überhaupt nicht verdient hätte? Es ist eine Mischung aus beidem, denke ich. Denn objektiv betrachtet muss man konstatieren, dass die Leistungen noch nicht ausreichen, um der Doppel- oder Dreifachbelastung aus Liga, Pokal und internationalem Wettbewerb standzuhalten. Andererseits war die Chance so groß, dass damit auch die Erwartungshaltung gestiegen ist. Gegen Gegner wie Fürth oder Augsburg hätte der HSV die Punkte holen können, die jetzt fehlen.

Misst man den HSV allerdings an den Zielen, die er selbst ausgegeben hat, ist diese Saison tatsächlich „in Ordnung“, wie so manches Mal gehört am Sonntagnachmittag. Das Ziel ist so gut wie erreicht, der Zug nach Europa noch nicht ganz abgefahren. Viel bedenklicher ist jedoch, wenn nun öffentlich nach Verstärkungen geschrien wird. Das mag zwar ein durchaus überlegenswerter Ansatz sein, dennoch hat er eine ganz klare und vernichtende Botschaft an den aktuellen Kader: Ihr seid einfach zu schlecht für Europa. Zu lesen und zu hören sind Sätze wie „Nicht jeder hat die Qualität konstant gute Leistungen abzurufen“, immer wieder.

Einige Spieler im aktuellen Kader, auch ein Heiko Westermann oder Dennis Aogo zählen dazu, müssen sich mit der Tatsache konfrontiert sehen, dass man ab Sommer nicht mehr auf sie setzen möchte. Ob sich das leistungsfördernd auswirkt? Ich weiß es nicht. Es erinnert mich allerdings an die Saison 2010 / 2011, als der erste „große“ Umbruch erfolgen sollte. Frank Rost mahnte seinerzeit wie gefährlich eine solche Konstellation sein kann. Und ich teile die Auffassung, dass man an seinem Team bis zum Ende festhalten muss. Es ist fatal, wenn dadurch ein zusätzlicher Druck aufgebaut wird. Die Fehler vergangener Jahre wiederholen sich.

Aus Sicht von Thorsten Fink ist die Forderung nach Verstärkungen überaus plausibel. Er weiß, dass die nächste Saison deutlich schwerer wird. Sein eigener Stuhl wird bei ausbleibenden Erfolgen schneller wackeln, als bisher. Denn eine weitere Saison im Mittelmaß wird das Umfeld nicht mehr akzeptieren. Der HSV ist Mittelmaß. Ab Sommer soll dann ein anderer Wind durch den Volkspark wehen. Doch wenn der Trainer bei einigen seiner Spieler ein Problem mit der Berufsauffassung gemacht haben soll, ist es dann nicht seine Aufgabe, dies in eine positive Richtung zu korrigieren? Scheint in Hamburg nicht ganz so einfach zu sein.

EURE MEINUNG: Ist ein erneuter Umbruch beim HSV sinnvoll?

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