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Der 1. FC Köln greift noch einmal ins Rennen um den Aufstieg ein. Dabei war die Mission „Wiederaufstieg“ auf zwei Jahre angelegt. Kommt nun der Umbruch im Verein zu kurz?

Hallo liebe Effzeh-Fans!

Wer hätte das Mitte der Hinrunde gedacht? Der 1. FC Köln ist doch tatsächlich mittendrin im Aufstiegsrennen. Eine Serie von elf ungeschlagenen Spielen in Folge hat den Rückstand auf Kaiserslautern auf magere drei Punkte zusammenschmelzen lassen. Der „Effzeh“ kann und will den Aufstieg aus eigener Kraft schaffen. Doch das kommt nicht bei allen gut an – viele Fans befürchten, der kurzfristige Erfolg der Kölner gehe zu Lasten des langfristig geplanten Umbruchs im Kader der Geißböcke.

Ein Umbruch sieht anders aus

„Wir setzen nur auf alte Spieler, die langsam und verletzungsanfällig sind. Mit Kevin McKenna möchten wir langfristig als Spieler zusammen arbeiten, mindestens bis 2018“, sagt zum Beispiel Trainer Holger Stanislawski. Gewiss, seine Aussagen sind Teil eines ironischen Interviews mit FC-TV, dem vereinseigenen Sender der Kölner. Doch Stani spricht das an, was vielen Beobachtern rund um das Geißbockheim schon längst aufgefallen ist: Ein Umbruch sieht irgendwie anders aus.

Symbolfigur McKenna

Kevin McKenna ist so etwas wie die Symbolfigur der aktuellen Erfolgsserie der Kölner. Der Kanadier hält nicht nur hinten die Abwehr zusammen, sondern sorgt mit seiner Kopfballstärke im gegnerischen Sechzehner vor allem bei Standardsituationen für Gefahr. Vier Treffer hat er schon erzielt, weitere sollen noch folgen. Einziges „Problem“: Kevin McKenna ist mittlerweile 33 Jahre alt, er steht jungen Spielern, die man langsam an das Niveau der Bundesliga heranführen wollte, im Weg, sagen die Kritiker des FC-Wegs. Ein Spieler, der unter der Formstärke McKennas zu leiden hat ist zum Beispiel Kevin Wimmer. Der 20-jährige Österreicher zeigte bei seinen Einsätzen zu Beginn der Saison zwar einige Wackler, aber durchaus auch eine Entwicklung in die richtige Richtung. Jetzt sitzt er auf der Bank und ist von Spielpraxis ungefähr so weit entfernt wie Mikael Ishak davon, in Köln jemals einen Treffer für die Geißböcke zu erzielen. Der schwedische Jungstürmer ist mittlerweile auf Leihbasis beim FC St. Gallen gelandet, seinen Platz im FC-Team hat der 30-jährige Stefan Maierhofer geschnappt.

Kader steht ohnehin vor einem Umbruch

Ein weiteres Problem im Kölner Kader ist der hohe Anteil an Spielern, die nur auf Leihbasis beim FC kicken. Stürmer Anthony Ujah (Mainz), Außenbahnspieler Daniel Royer (Hannover), Tobias Strobl (Hoffenheim) und Winterneuzugang Bruno Andrade (Estoril) stehen nur leihweise im Kölner Kader. Stefan Maierhofer hat nur einen Vertrag bis Saisonende. An ihrer Stelle könnten Spieler wie der talentierte Fabian Schnellhardt, Reinhold Yabo oder der Abwehrspieler Lukas Kübler wertvolle Zweitligaerfahrung sammeln. Einzig Jonas Hector, der aus den Amateuren den Sprung in die Stammelf der „Ersten“ geschafft hat und Keeper Timo Horn konnten sich als junge neue Spieler beim FC etablieren.

Ende des „Zwei-Jahre-Plans“?

Es scheint, als habe man sich von dem ursprünglich angepeilten „Zweijahres-Aufstiegs-Plan“ verabschiedet. Nur jetzt ist die Chance da, vielleicht doch noch den Relegationsplatz zu erreichen. Wer weiß, ob sich diese Chance im nächsten Jahr noch einmal ergibt, wenn beim FC erneut eine halbe Mannschaft ersetzt werden muss? Schon zu Beginn dieser Saison rutschte der FC in bedrohliche Tabellenregionen. Es ist daher doch nicht verwunderlich und erst recht nicht verwerflich, wenn Stani nun versucht, in jedem Spiel die beste Mannschaft auf den Platz zu stellen, um jedes verbleibende Spiel zu gewinnen. Das kann man ihm nicht verübeln. So schade es für Spieler wie Wimmer, Kübler, Schnellhardt und Ishak auch ist. Die Entscheidung beim FC ist gefallen: Der Umbruch hat nicht mehr die höchste Priorität, es geht nur noch um den Aufstieg – mit allen Konsequenzen, die sich daraus ergeben.

Leeven Jrooß, Euer Daniel


EURE MEINUNG: Packt der FC den Aufstieg? Käme die erste Liga ein Jahr zu früh?

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