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KOLUMNE - Steht auf Schalke die Null und ist alles roger im Revier? Hassans Corner sagt es euch! Die königsblaue Kolumne auf Goal.com.

Glück Auf!

Spricht eigentlich noch jemand davon, dass der FC Schalke 04 beim Achtelfinal-Hinspiel der Champions League die Mannschaft von Fatih Terim über weite Strecken im Griff hatte? Interessiert (vorerst) wohl keine Sau.

Trouble ohne Paddel

Vielen Leuten schmeckt es nicht, dass der FC Schalke 04 bei der UEFA Protest eingelegt hat. Ok, wir stellen fest: Didier Drogba spielte am vergangenen Mittwoch von Beginn an, leitete das Tor zum 1:0 von Burak Yilmaz mit ein. Allerdings ist bei ihm die Lage um seine Spielerlaubnis für die Königsklasse undurchsichtig - Schalke 04 ist um Klarheit bemüht und scheut nicht den Gang zur UEFA.

Rückblende: Der Ivorer wechselte im Winter von Schanghai Shenhua ablösefrei zu Galatasaray Istanbul. Der chinesische Klub soll dem 34-Jährigen drei Monate seines Gehalts schuldig geblieben sein. Darauf nahm sich der Ex-Chelsea-Star das Recht heraus, den Vertrag aufzulösen, was ihn ablösefrei machte und Galatasaray zuschlagen ließ. Schanghai Shenhua will aber, wie es medial vermeldet wurde, Klage gegen den türkischen Klub einreichen. Man habe laut eigener Aussage „Beweise“ dafür, dass Didier Drogba immer noch einen gültigen Vertrag bei den Asiaten besitzt. Shenhua hat Drogba den Wechsel im Vorfeld verweigert und gegen diesen Transfer offiziell protestiert.

Warum lässt Schalke prüfen?

Nachmeldeschluss bei der UEFA für die Champions League war der 1. Februar 2013. Im Fall „Drogba“ gibt es keine klare Vertragssituation, zumindest wird diese noch geklärt werden müssen, da Schanghai Shenhua wie beschrieben Klage einreicht. Die FIFA hat offenbar trotzdem laut übereinstimmender Medienberichte am 12. Februar 2013 eine vorläufige Spielerlaubnis erteilt, bis die Vertragssituation endgültig entschieden ist. Da der Angreifer offenbar somit erst am 12. Februar seine vorläufige Spielerlaubnis erhielt, würde der Einsatz beim Schalke-Spiel gegen die Regularien der UEFA verstoßen.

Denn diese besagen: Ein Spieler darf nur gemeldet werden, wenn er eine gültige Spielerlaubnis besitzt. Somit konnte Didier Drogba bei Meldeschluss am 1. Februar gar nicht gemeldet werden, wenn er erst am 12. Februar seine Spielberechtigung erhielt. Nun muss festgestellt werden, ob der Nationalspieler der Elfenbeinküste in der Tat erst am 12. Februar seine Spielerlaubnis bekam.

Diese Gemengelage ist der Grund, weshalb Schalke 04 die europäische Fußball-Union bittet, die Rechtslage zu überprüfen.

Was könnte nun passieren? Jedenfalls hat die UEFA bereits am Donnerstag angekündigt, dass sie diesen Fall untersuchen wird. Sollte sich herausstellen, dass der Stürmer bis zum 1. Februar ohne gültige Spielerlaubnis für die Champions League gemeldet wurde, könnte aus dem 1:1 am Grünen Tisch ein 3:0 für Schalke 04 werden – welches gleichbedeutend mit dem fast sicheren Einzug ins Viertelfinale dieses Wettbewerbs ist. Auch ein Wiederholungsspiel auf neutralem Boden ist grundsätzlich möglich, gilt jedoch als sehr unwahrscheinlich. Mitunter besteht auch die Möglichkeit, dass Galatasaray in anderer Form bestraft wird.

Völlig legitim

Dass der FC Schalke 04 diesen Schritt macht, finde ich völlig legitim. Denn es geht um eine ganze Menge. Zig Millionen Euro für ein Erreichen des Viertelfinales und die dann bestehende Möglichkeit ins Halbfinale einzuziehen, wie es bei Schalke 04 2011 der Fall war. Es geht aber auch um Handlungsspielraum bei der Planung der Saison 2013/2014. Und auch Einzelschicksale, verbunden mit dem vorhanden Personal, hängen in gewissem Maße am Abschneiden in diesem Wettbewerb. Sowohl bei der kritischen Situation um Trainer Jens Keller als auch dem Kader des S04 an sich.

Von daher hat Schalke lediglich sein Recht gewahrt, diese vertrackte Lage überprüfen zu lassen, wie das jeder professionell geführte Verein machen muss und machen würde ...

Gruß aus GE,

euer Hassan

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