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Die wöchentliche HSV-Kolumne von Daniel Jovanov – jeden Mittwoch exklusiv auf Goal.com.

Liebe Leser,

spätestens nach diesem Sieg haben wir die Gewissheit, dass in dieser Truppe jede Menge mehr Potenzial steckt, als ihr zugetraut wird. Das Spiel in Dortmund war mit Abstand das beste, das ich seit der Amtsübernahme von Thorsten Fink gesehen habe. Nicht nur aufgrund des Ergebnisses, der HSV hatte bis dato unter Fink noch nie mehr als drei Tore geschossen, sondern vor allem wegen der Art und Weise, wie die Mannschaft dieses Spiel gewann. Von der ersten Minute versprühten die hellblauen Hamburger Aggressivität und den nötigen Willen, um den weitaus stärkeren Gegner zu schlagen.

Dies zeugt unter anderem davon, dass die Spieler lernwillig sind. Festzumachen ist dies zum Beispiel an Heung-Min Son, der defensiv weitaus besser agiert als noch vor einigen Monaten. Er geht konsequenter in die Zweikämpfe, sucht die Kopfballduelle und stört dabei effektiv. Auch Dennis Aogo, Artjoms Rudnevs oder Per Skjelbred, dessen Leistungen mir zu kritisch gesehen werden, funktionieren im Spielsystem viel besser. Entscheidend ist jedoch, dass jeder diszipliniert bis zum Ende seine Vorgaben erfüllt.

Doch nicht nur die Lernbereitschaft und die taktische Disziplin sind in diesem Spiel positiv hervorzuheben. Auch die mentale Stärke spielt eine entscheidende Rolle. In der letzten Saison wäre die Mannschaft nach einem Rückstand in sich zusammengefallen – heute sieht das anders aus. Gemeint ist insbesondere Heiko Westermann, der nur wenige Minuten nach seinem Fehler den entscheidenden, riskanten Pass auf Marcell Jansen spielt und somit den Angriff zum Ausgleichstreffer einleitet.

Natürlich sieht es beim Kapitän häufig etwas zu riskant aus. Die Idee des „modernen“ Innenverteidigers ist es allerdings, durch schnelle, mit viel Druck gespielte Vertikalpässe das Spiel von hinten heraus gefährlich zu machen. Nur so sind kompakt stehende Teams wie Dortmund überhaupt zu schlagen. Weil Jansen diesen Pass erahnt und Aogo in die Spitze stößt, fällt das 1:1. Das war ein Lehrbeispiel für Tempofußball. Der Grat zwischen Genie und Wahnsinn wird dadurch natürlich schmaler, und Westermann der Depp. Dabei ist entscheidend, dass seine Kollegen gedanklich früher auf Offensive schalten. Gegen Dortmund haben sie das eindrucksvoll getan.

Wichtig ist, dass das Team auf dem Teppich bleibt. Auch ein Sieg gegen den Meister bringt nur drei Punkte in der Tabelle. Darüber hinaus ist er durchaus wertvoller. Für das Selbstvertrauen, die Moral und auch für das Umfeld. Nicht nur auf dem Platz hat der HSV eine meisterliche Vorstellung geliefert. Dass 7500 Hamburger im Westfalenstadion dabei waren – sensationell!

Bis zur nächsten Woche,

Nur der HSV!

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