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Die wöchentliche HSV-Kolumne von Daniel Jovanov – jeden Mittwoch exklusiv auf Goal.com.
Liebe Leser,
es gibt in Hamburg derzeit nur ein Thema. Der Wechsel von Levin Öztunali zu Bayer 04 Leverkusen empört und schockiert die Stadt. Wie kann es denn sein, hört man vielerorts, dass der Enkel des großen Uwe Seeler nicht beim HSV bleibt? Klar, es liegt am Versagen der sportlichen Leitung. Nicht am Geld. Hat Uwe Seeler in allen Zeitungen, die es gibt, auch mehrfach gesagt. Und sein Wort hat Gewicht. Er hat dem Verein schließlich nie den Rücken gekehrt.
Dann möchte ich an dieser Stelle auch an seine Worte vor ein paar Wochen erinnern. „Ich mische mich nicht ein“, sagte Seeler. Die Zukunft seines Enkels liege in seinen eigenen Händen. Es würde ihm auch nicht gut tun, wenn sich zu viele Menschen in diese Angelegenheit einmischen würden. Doch was wir derzeit erleben, ist genau das Gegenteil. Mal ein Statement von Seeler, mal eins von seinem Vater Mete, dann vom Sportchef und schließlich vom Trainer.
Thorsten Fink sagte dazu gestern Folgendes: „Wissen Sie, es tut immer weh, wenn ein Talent den Verein verlässt. Wir hätten ihn gerne behalten, müssen jetzt aber damit leben. Ich wünsche ihm natürlich alles Gute.“ Doch wie kann sich der Verein nun am besten mit Uwe Seeler versöhnen? „Ich glaube, dass Uwe ein ganz großer Teil des Vereins ist. Das wird sich schon wieder einrenken. Ich finde Leute gut, die sagen, was sie denken. Für den Jungen ist es dennoch nicht gut, wenn man darüber weiter diskutiert. Vielleicht haben wir irgendwann die Chance, ihn zurückzuholen“.
Stimmt. Neutral betrachtet ist dieser Schritt von Öztunali sehr klug. Der Druck und die Erwartungshaltung in Hamburg wären mit Sicherheit unglaublich groß gewesen. Doch wer garantiert, dass aus Öztunali ein großer Spieler werden kann? Nur die wenigsten können das beurteilen, allerdings wird so getan, als sei er schon jetzt ein ganz Großer. Talent allein reicht im Fußball nicht. Es ist daher ganz gut, dass er sich in Leverkusen entwickeln möchte. Zumal ein Vertrag über fünf Jahre laut den Statuten für einen 16-Jährigen überhaupt nicht möglich ist. Da könnte in zwei, drei Jahren also noch etwas passieren.
Mir persönlich tauchte der Name Uwe Seeler in dieser Debatte zu häufig auf. Man sollte nicht zu oft in jedes Mikrofon sprechen und jedes neue Statement kommentieren. Es geht um einen 16-jährigen Jugendspieler, nicht um Seeler. Dass er nun die Gelegenheit nutzt, den Finger hebt und dem HSV vorwirft, einige Dinge in der Vergangenheit verpasst zu haben, kann ich nicht nachvollziehen. Ihm selbst konnte man in seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender von 1995 bis 1998 zwar keine Unredlichkeiten unterstellen – dennoch stürzte der Verein von einem Skandal in den nächsten.
Am Samstag spielt der HSV übrigens auch wieder Fußball. Beim deutschen Meister stehen die Chancen zwar schlecht, aber diese Mannschaft scheint immer dann über sich hinauszuwachsen, wenn keiner an sie glaubt. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Bis dahin,
Nur der HSV!
EURE MEINUNG: Kommt Öztunali irgendwann zurück zum HSV?
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