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Wöchentlich nehme ich die Geschehnisse rund um Borussia Mönchengladbach aufs Korn. Was tut sich im BORUSSIA-PARK, wo zwickt es? Meine befangene Meinung findet ihr hier.

Mönchengladbach. Die Winterpause rückt allmählich näher und für Borussia Mönchengladbach gilt es, dann die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen. Max Eberl und Lucien Favrein den mageren zwei Wochen versuchen müssen, eine Feinjustierung vorzunehmen, beziehungsweise, das im Sommer Versäumte nachzuholen. So gilt es, sich mit der Vertragssituation einiger Spieler auseinanderzusetzen und möglicherweise nach gezielten Verstärkungen für den Kader zu suchen. Verstärkungen, die vor allem dann notwendig sein werden, wenn man starr an der bisherigen taktischen Ausrichtung festhält.

Bitte bleiben Sie, Frau Stranzl!

Die wichtigste Personalie sollte wohl Frau Elke Stranzl sein. Man darf ihr natürlich nicht verübeln, dass sie nach einer langen Europa-Odyssee gerne in ihre österreichische Heimat zurückkehren will und man darf auch dem Martin selbstverständlich nicht böse sein, dass er sich als guter Ehemann loyal gegenüber seiner Gattin zeigt und mit einem für einen Innenverteidiger noch jungen Alter von knapp 33 Lenzen dem großen Sport abschwören will. Doch wir Fans sind auch noch da und wollen den besten Stranzl aller Zeiten natürlich gerne noch länger im BORUSSIA-PARK sehen.

Der im österreichischen Güssing geborene Abwehrhüne präsentiert sich zurzeit in überragender Form. Zu seinen exorbitanten Zweikampfwerten, die in einigen Spielen gar bei 100 Prozent lagen, kommt nun auch eine hervorragende Trefferbilanz hinzu. Dies ist natürlich auch Max Eberl bewusst, der in der Vergangenheit mit der Regelmäßigkeit eines Vertreters bei Stranzl anklopfte und ihm zum Bleiben bewegen wollte, sich aber wegen der schweren Aufgaben im Tagesgeschäft nun bis zur Winterpause zurückhalten will. „Klar, dass wir liebend gern mit ihm weiter machen wollen. Ich weiß, dass er ein toller Familienvater ist, dessen Wort viel gilt. Aber ich habe Hoffnung, dass wir ihn bei Gesprächen im Winter doch noch überzeugen können“, erklärte der Manager dann auch gegenüber bild.de.

Nun, das hoffen wir Fans natürlich auch. Vielleicht hilft es ja, wenn wir Stranzl in den nächsten Wochen einen besonderen Support zukommen lassen und im Park österreichische Wochen feiern?

Hanke als Ausbilder?

Im Winter stehen auch Verhandlungen über die potenzielle Weiterbeschäftigung von Mike Hanke auf dem Plan. An ihm scheiden sich ja nach wie vor die Geister, obwohl er ganz unbestritten eine Menge für die Borussia geleistet hat. Immer wieder wird diskutiert, ob der Angreifer vielleicht zu langsam sei oder vor dem Tor zu wenig Gefahr ausstrahle. Allerdings hat der 29-Jährige in der letzten Saison immerhin acht Treffer und vier Vorlagen in 31 Spielen beigesteuert, wobei er insgesamt nur in sieben Partien auch über 90 Minuten auf dem Platz stand. Im Ganzen war Mike Hanke alle 2,34 Spiele direkt oder indirekt an einem Treffer beteiligt. Das ist zugegeben keine überragende Quote, allerdings liegt er damit im Vergleich zu Borussias ehemaligen Stürmern über dem Durchschnitt.

Ebenso wie einst bei Roman Neustädter neigt die Anhängerschaft kollektiv dazu, die Qualitäten des gebürtigen Hammers zu unterschätzen. Ich sehe in unserem Kader jedenfalls keinen Spieler, der offensiv so gut mit Juan Arango kombinieren und zusätzlich die Funktion eines Wandspielers ausfüllen kann wie er. In diesen Punkten können junge Spieler wie Branimir Hrgota und vor allem Peniel Mlapa noch von seiner Abgezocktheit profitieren. Nun weiß ich nicht, wie Lucien Favre ihn sieht oder ob sich Mike gar mit der Rolle eines Ausbilders zufriedengeben würde. Aber allein seine Erfahrung wäre für mich ein Grund zur Vertragsverlängerung und „Patient“ Peniel kann sicher jede Hilfe gebrauchen.

Neuzugang für die Offensive

Stellt sich nun noch die Frage nach potenziellen Neuzugängen und damit auch einmal mehr die Systemfrage. Wird Favre im Winter umstellen oder belässt er es bei seiner in Stein gemeißelten Taktik? Zuletzt wurde der Wunsch bei den Verantwortlichen nach mehr Tempo in der offensiven Zentrale geweckt. Aus meiner Sicht ist dieses Problem durch Hermanns Stellenwechsel zwar behoben, aber da könnten unsere Verantwortlichen eine Baustelle ausmachen. Ein fertiger und gleichermaßen verfügbarer Spielertyp, der fix und flexibel einsetzbar ist, scheint nur leider nicht so leicht zu finden sein. Im Nachhinein hätte man sich vielleicht doch mehr um Hoilett bemühen sollen, der im Sommer fast im Park gelandet wäre, nun aber lieber mit den Queens Park Rangers und insgesamt vier gesammelten Punkten vom Tabellenende der Premier League grüßt.

Ersatz für Tony Jantschke

In erster Linie fehlt der Borussia aber ein gescheiter Rechtsverteidiger, der Druck auf Tony Jantschke ausübt. Der 22-Jährige macht zwar bislang einen guten Job, allerdings mehren sich bei ihm kleinere Blessuren, wodurch ihm immer mal wieder die körperliche und geistige Frische fehlt. Zudem spielt er zwar gute Offensivbälle, wird aber nie ein Flankengott werden, weshalb er für mich nach wie vor ein besserer Sechser wäre, zu dem er ja auch einst ausgebildet wurde. Und auch wenn ich mich weiter oben für den Verbleib von Martin Stranzl starkgemacht habe, so gehört dieser ohne Wenn und Aber in die Zentrale und nicht auf rechts wie zum Beispiel Matthias Zimmermann, der anscheinend jedoch weit weg von einem Kaderplatz ist.

Wir dürfen also gespannt sein, wie die personelle Situation in der Winterpause neu geordnet werden wird. Zunächst gilt es aber Limassol zu besiegen und im Europapokal zu überwintern, denn dies bringt auch Max Eberl am Verhandlungstisch in eine bessere Position. Ich wünsche Trainer und Manager jedenfalls ein glückliches Händchen bei der Zukunftsplanung.

Schwarzweißgrüne Grüße

Eurer

Gregor Becker

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