thumbnail Hallo,

Mit der Raute im Herzen – die wöchentliche HSV-Kolumne von Daniel Jovanov. Jeden Mittwoch exklusiv auf Goal.com.

Liebe Leser,

ich tue mir beim Schreiben meines Beitrages heute ein wenig schwer. Zum einen, weil der Fußball, den der HSV derzeit spielt, keinen Raum für Euphorie lässt. Andererseits gibt es, sofern man Fußball nicht nur durch die Vereinsbrille guckt, nicht viel zu meckern. Das sage ich deshalb, weil jeder Entwicklungsprozess seine Zeit braucht. Aber Geduld kann auch ziemlich langweilig sein.

Deshalb gab es unter der Woche wichtigere Themen zu diskutieren. Was passiert eigentlich mit der Uhr? Dass das Ergebnis der Abstimmung klar für den Erhalt ausfallen würde, war keine große Überraschung. Wobei ich die aktuelle Lösung für sehr kreativ halte – statt der Zahlen, ist jetzt eine Fahne mit der Aufschrift „For ever and ever“ zu sehen. Ich hätte nichts dagegen, wenn das so bliebe.

An Themen zum Aufregen mangelt es im Fußball dennoch nie. „Wenn Liverpool wirklich 12 Millionen bietet, fahre ich den Son persönlich dorthin!“, hörte ich Stefan Schnoor im Radio sagen. Ja, wir mutieren alle hin und wieder zum Experten. Von einem ehemaligen Profi habe ich jedoch erwartet, das Geschäft objektiver zu betrachten und sich reflektierend zu Wechselspekulationen zu äußern.

Muss zukunftig aufpassen: Geht das so weiter, wird er noch Torschützenkönig

Mein Bauchgefühl sagt, dass an diesem Angebot aber sowieso nichts dran ist. Dafür spricht, dass das Gerücht bisher nur unzureichend mit neuen Informationen aus England genährt wurde. Außerdem machte mich ein Satz von Son stutzig: „Mein Berater erzählt mir nichts. Er möchte nicht, dass ich überheblich werde.“ Ich kann mir nicht vorstellen, dass darüber nicht gesprochen wird. Es gibt allerdings auch keinen neuen Stand –  Son und sein Berater werden zeitnah mit Arnesen über die Vertragssituation sprechen.

Zu besprechen gab es auch noch etwas für Slobodan Rajkovic. Der Innenverteidiger, der wegen einer Trainingsschlägerei zur zweiten Mannschaft verbannt wurde, hat am Wochenende noch einmal die Gelegenheit genutzt, um sich bei der vorgezogenen Weihnachtsfeier für sein Verhalten zu entschuldigen. „Ich bin sehr glücklich darüber, dass das Thema endlich vorbei ist. Ich möchte meine Chance jetzt nutzen“, freute sich Rajkovic, als ich ihn heute darauf ansprach.

Er wird es jedoch schwer haben in die Mannschaft zurückzukehren. Seine Begnadigung dürfte, auch wenn es bitter für ihn klingen mag, eher verkaufspolitische Ziele verfolgen. Mit Mancienne, Westermann, Scharner und Bruma ist der HSV auf der Position des Innenverteidigers gut besetzt. Mit seinem überdurchschnittlichen Gehalt, das ist aus verschiedenen Kreisen immer wieder zu hören, gehört er definitiv auf die Liste der Streichkandidaten.

Einsicht - Rajkovic sagt "Sorry"

In Sachen Personalkosten bewegt sich der HSV, anders als mit seinen sportlichen Ambitionen, eher im Bereich Europa League statt Mittelmaß. Wobei ich den aktuellen Tabellenplatz für absolut zufriedenstellend halte und man das eine vom anderen definitiv trennen muss. Das Problem dabei: Man ist zu weit weg von den Plätzen, wo die Musik gespielt wird. Sowohl nach unten als auch noch oben ist die Distanz relativ groß – die Mitte ist langweilig. Das ist fast so wie in der Politik.

Apropos Politik: Die Suche nach Kandidaten für die vier frei werdenden Aufsichtsratsposten verläuft schleppend. Es scheint, als habe das Amt erheblich an Attraktivität verloren. „Die Leute winken ab, wollen nicht kandidieren. Man möchte einfach keinen neuen Staub aufwirbeln“, ist aus Fankreisen zu hören. Dass es letztlich nicht nur, wie bisher. bei einem Kandidaten bleibt, ist jedoch sicher.

Kommt es mir nur so vor, oder haben wir tatsächlich Ruhe im Verein?

Bis zur nächsten Woche,

Nur der HSV!

EURE MEINUNG: 17 Punkte nach 12 Spielen - gibt es Grund zum Meckern?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig