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Neunfacher deutscher Meister und Fahrstuhlmannschaft zugleich - so was gibt es nur beim 1. FC Nürnberg. Meine wöchentliche Kolumne berichtet rund um die „Glubberer“.

Nürnberg. Dass der 1. FC Nürnberg erstmals nach einem abgeschlossenen Spieltag auf einem Abstiegsplatz landet, das verhinderte Werder Bremen mit einem Sieg über Fortuna Düsseldorf. Nichtsdestotrotz ist die tabellarische Lage des Traditionsklubs weiter kritisch. Daran ändert auch der Bonuspunkt aus dem ersten Derby gegen den FC Bayern München nichts. Das wahre Derby folgt nun.

Mehr als nur ein Achtungserfolg

Der FC Bayern war zuvor nicht nur unbesiegt, sondern auch ohne jeden Punktverlust und ohne jedes Gegentor bei Auswärtsspielen. Bis auf die Niederlage rissen alle Serien letztendlich mit dem Treffer von Markus Feulner. Doch die Franken holten nicht nur einen Punkt, sie taten dies hochverdient. Mit einer engagierten und bemühten Vorstellung agierte der 1. FC Nürnberg auf Augenhöhe an einem zugegeben durchwachsenen Bayern-Tag. Im eigenen Stadion hat sich das Team von Dieter Hecking wieder gefangen. Nach der trostlosen Nullnummer gegen Augsburg gab es einen Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg und das jetzige Remis gegen den Rekordmeister.

Auffällig: Der 1. FC Nürnberg hat keinen Knipser im Kader. Kein Spieler aus der gesamten Mannschaft konnte bislang mehr als ein Tor erzielen. So zählt der FCN 12 Tore sowie 12 verschiedene Torschützen. Weder Tomas Pekhart noch Sebastian Polter können die in sie gesetzten Erwartungen bislang erfüllen, auch sonst kann die Lücke keiner schließen. Schlimmer: Der FCN droht, einen Negativrekord aufzustellen, für die meisten Spieltage ohne Doppeltorschütze. Bislang hält diesen Energie Cottbus mit 14 Spielen.

Balitsch zurück, nun fehlt Gebhart

Ungeachtet des neuesten Erfolgs bleiben Trainer Dieter Hecking kleine Personalsorgen treu. Unnötige Personalsorgen. Zunächst sah Balitsch in Mainz, bereits ausgewechselt, die fünfte gelbe Karte und wurde gegen Bayern gesperrt, nun landete Gebhart mit dem Ellbogen in Schweinsteigers Gesicht und wurde völlig zurecht des Feldes verwiesen. Die Folge: Der Offensive Mittelfeldspieler fehlt im Duell mit Fürth. Dabei hatte sich Gebhart gerade als Stammkraft etabliert, war zuletzt fest in der offensiven Dreierreihe gesetzt. Durch eine tolle Leistung gegen die Bayern hat sich dafür Markus Feulner ins Gespräch gebracht. Balitsch wird zurück in die Doppelsechs rücken, Feulner könnte dafür einen Platz nach vorne rutschen.



Die Mutter aller Derbys

Nun aber wartet das wichtigste aller Aufeinandertreffen für die Nürnberger. Das Derby beim Stadtrivalen aus Fürth. Verlieren verboten! Zu tief sitzt die letzte Pleite vom vergangenen Dezember, als der neunmalige Meister im DFB-Pokal ausschied. Nach einer 0:1-Niederlage gegen besagten Erzfeind - im eigenen Stadion. 108 Jahre ist das Duell Nürnberg gegen Fürth alt, es ist das häufigst gespielte Derby des Landes, noch vor dem Münchner Stadtderby und dem Duell Schalke gegen Dortmund. In bisher 254 Ausgaben liest sich die Bilanz für den FCN positiv - dieser hat auch ein anderes Selbstverständnis als die Grünen aus Fürth, die ihre erste Bundesliga-Saison spielen. Aktuell stehen sie auf einem direkten Abstiegsplatz. Und welcher Club-Fan will sich schon sagen lassen, dass man in Fürths womöglich einziger Bundesliga-Saison das wichtigste aller Duelle verloren hat? Damit sollte alles gesagt sein. Nürnbergs Fußballer stehen unter Zugzwang.


EURE MEINUNG: Nürnberg oder Fürth - Wer entscheidet das nächste Derby für sich?
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