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KOLUMNE - Steht auf Schalke die Null und ist alles roger im Revier? Hassans Corner sagt es euch! Die königsblaue Kolumne auf Goal.com.

Glück auf,

Fußball ist doch eine feine Sache, oder? Wenn da nur nicht diese leidigen Vertragsverlängerungen wären. Das alles überstrahlende Thema zurzeit: Klaas-Jan Huntelaar. Bleibt er oder geht er?

Du weißt etwas erst wirklich zu schätzen …

… wenn du es verloren hast. Ein typischer Satz, der uns allen vielleicht schon mal im Leben begegnet ist. Klaas-Jan Huntelaar muss eine Entscheidung treffen. Er ist 29 Jahre alt und kann voraussichtlich seinen letzten großen Vertrag bei einem europäischen Spitzenteam unterschreiben. So eine Entscheidung sollte durchdacht sein. Und das macht der Sturmtank auch. Er lässt sich sehr viel Zeit und das nervt mitunter die Anhänger von „Königsblau“.

Ich als glühender Fan des FC Schalke 04 seit mittlerweile 27 Jahren muss gewisse Dinge differenzieren. Klaas-Jan hatte in seinem noch jungen Leben sicherlich nicht den Plan, dass er unter Glanz und Gloria beim FC Schalke 04 seine schönste Zeit hat und vielleicht auf dem Berger Feld seine Karriere beendet. Sprich: Klaas-Jan ist kein wirklicher Schalker, nur weil er bei uns spielt. Von dieser Fußballromantik darf man sich in diesem Fall verabschieden. Gerald Asamoah hat Jahre gebraucht, bis er richtig zum Schalker geworden ist. Ich will jetzt auch keine Diskussion lostreten, wann und wie jemand als Schalker zu bezeichnen ist und sich auch als einer fühlen darf – das muss jeder für sich ausmachen. Dennoch nehme ich Huntelaar voll ab, dass er sich in unseren Verein verknallt hat.

Fehlende Alternativen

Unser Klub hat sich in den letzten Jahren auf internationaler Ebene einen Namen gemacht. Man kennt S04 und ausländische Vereine nehmen uns sehr ernst. Auf Schalke fühlt sich Klaas-Jan wohl, er hat es nah nach Hause, spielt immer, wird von den Fans getragen und ist geliebt. Also stellt sich mir zwangsläufig die Frage: Warum überlegt er dann groß, vielleicht woanders hinzugehen? Und mal ehrlich, am Hungertuch wird er bei uns auch nicht nagen müssen.

Unser Knipser möchte vielleicht sein Länderquartett vollmachen. Er war in Spanien, Italien, ist in Deutschland und nun fehlt nur noch England. Doch stellt die Insel eine wirkliche Verbesserung dar? Kaum. Es böten sich höchstens Vereine wie der FC Liverpool, Tottenham oder Arsenal an. Ist das jetzt die Verbesserung? Ich kann da keine sehen. Meister werden in England eh nur Manchester United, Chelsea oder die mit Öl-Moneten vollgepumpten Citizens. Doch keiner der letztgenannten Klubs will ihn.

Er hat einfach nicht die Möglichkeiten, zumindest noch nicht. Und das ist meiner Meinung nach auch der Grund, warum Klaas-Jan das Ganze hinauszögert. Wir spielen Champions League und er will sich da noch mal schön ins Schaufenster setzen, um sich in den Fokus der noch wenigen absoluten Elite-Teams zu spielen. Nach Italien wird er nicht zurückkehren, in Spanien will ihn weder Real oder Barcelona. Bleibt nur noch England oder der Verbleib in Deutschland.

Ein Schuss kann schnell nach hinten losgehen

Kann sich ein Klaas-Jan Huntelaar in England durchsetzen? Klares Ja! Jedoch ist das aus meiner Sicht nicht immer ganz einfach. Wenn du bei Klubs wie Liverpool, Tottenham etc. nicht auf Anhieb funktionierst, dann bist du auch schnell auf dem Abstellgleis. Stell dir mal vor: Du sitzt da mit über dreißig Lenzen auf dem Buckel an der Seitenlinie auf der Bank. So kann es ganz schnell kommen und Huntelaar hat es selbst bei Real Madrid und dem AC Mailand erlebt. Da ist man schnell unzufrieden und will wieder weg. Doch dann können die Möglichkeiten wieder ganz andere sein – wesentlich schlechtere Möglichkeiten.

Spätestens in diesem Moment weiß Klaas-Jan, was er an Schalke 04 hat, nämlich dann, wenn er es verloren hat …

Gruß aus GE,

euer Hassan

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