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Das Sensationscomeback des FC nährt in Köln die Hoffnung auf mehr. Dennoch sollte man auf dem Boden bleiben.

Köln. Was war das für ein Spiel! Das Comeback des 1. FC Köln bei Jahn Regensburg ging in die deutsche Fußballgeschichte ein: Nie zuvor drehte eine Mannschaft in der zweiten Liga ein Spiel, obwohl sie in der 86. Spielminute noch mit zwei Toren zurücklag. Einfach nur toll! Der absolute Wahnsinn! Total verrückt! So reagierten die FC-Fans auf dieses, zugegebenermaßen, Wahnsinnscomeback der Geißböcke. An dieser Stelle sage auch ich: Chapeau, liebes FC-Team! Ihr habt Euren Anhängern in wenigen Minuten gezeigt, dass auch Ihr das leben könnt, was ihr Saison für Saison von Euren Fans  geschenkt bekommt: Leidenschaft, Engagement und Siegeswille – und das bis zur letzten Minute!

Auf dem Boden bleiben: Es waren nur sechs Minuten!

Doch eines darf man nicht vergessen: Man sollte sich nicht verrückt machen wegen dieser sechs Minuten. Im Rennen um die Aufstiegsplätze liegen die Kölner immer noch abgeschlagen auf Rang 9 zurück und besonders die Leistung bis zur 86. Spielminute in Regensburg war derart erschreckend schwach, dass man schon wieder in Endzeit-Stimmung ausbrechen konnte. Worin liegt das Geheimnis dieser FC-Mannschaft?

Trainerunabhängig zeigt sie Saison für Saison zwei Gesichter: Liefert herausragende Spiele ab, denen Abstürze folgen, die man nicht für möglich gehalten hätte. Konstant ist beim 1. FC Köln nur, dass man nicht konstant auftritt. Die 86 Minuten in Regensburg waren ebenso ein Offenbarungseid der Kölner Mannschaft wie das Auftreten gegen Union Berlin. Wenn man es aber schaffen kann, solche Eindrücke in Zukunft zu vermeiden, werden die Kölner vielleicht doch noch einmal oben angreifen können in der zweiten Liga. Die sechs Minuten aus Regensburg sollten nämlich nicht verdecken, wie schlecht der FC zuvor aufgetreten ist.

Sechs Minuten – der Beginn von etwas „Großem“?

Dennoch liegt genau in jenen sechs Minuten derart viel Potenzial für den weiteren Saisonverlauf, dass man über diese kurze Zeitspanne am Ende der Spielzeit vielleicht sagen wird: „Am Samstag, den 20. Oktober 2012 – da ging alles los!“ Gerade nach solchen Spielen, die man trotz schlechter Leistung in den Schlussminuten noch dreht, können viele Kräfte freigesetzt werden.

Die Spieler erfahren am eigenen Leib, was im Fußball möglich ist. Sie verstehen, dass Glaube und Siegeswille bis zur letzten Minute belohnt werden. Hoffentlich denken sie aber nicht: „Hey – man kann auch gewinnen, wenn man scheiße spielt.“ Das wäre fatal – ist aber nicht zu befürchten, wie Torschütze Dominic Maroh via Facebook mitteilte: „Ich hab erst mal ein paar Stunden gebraucht, um das zu verarbeiten. Ich schäme mich für unsere Leistung, bin aber stolz auf unseren Kampf. Das ist Fußball! Danke an alle, die uns unterstützt haben!“

Besonders gespannt darf man auf die nächsten Spiele von Siegtorschütze Sascha Bigalke sein, dem das Tor sicherlich einen riesigen Schub an Selbstvertrauen gegeben haben sollte. Schon am Freitag geht es für den FC gegen den 1. FC Kaiserslautern – hier wird sich zeigen, ob die Kölner wirklich das Zeug dazu haben, doch noch einmal in das Rennen um den Aufstieg einzugreifen.

EURE MEINUNG: Kann der FC in der zweiten Liga noch einmal oben angreifen?
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