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Mit der Raute im Herzen – die wöchentliche HSV-Kolumne von Daniel Jovanov. Jeden Mittwoch exklusiv auf Goal.com.

Liebe Leser,

nach dem Fahnenschwenken kehrt der Alltag wieder zurück. Dabei war die Länderspielpause eine gute Gelegenheit, um über den eigenen Tellerrand zu schauen. Aber nicht ohne Bezug zu unserem HSV. Es ist keine drei Monate her, als unsere Mannschaft ein Vorbereitungsturnier gewinnen konnte, das im Nachhinein für den einen oder anderen einen faden Beigeschmack hinterlassen hatte. Doch abseits einer hervorragenden Image-Kampagne und dem üppigen Preisgeld entsteht in Südkorea ein Projekt, dass dem HSV nachhaltig von großem Nutzen sein kann.

Noch bevor ein Shinji Kagawa, Takashi Inui oder Atsuto Uchida die große Fußballbühne der Bundesliga betraten, hatten die Hamburger einen sehr reizvollen Markt in Asien für sich entdeckt, der von anderen Bundesligisten größtenteils unberührt bleibt. Und mit dem Gewinn des Peace-Cup und den bisherigen Auftritten Heung-Min Sons dürfte man in Südkorea sogar eine Art Vorreiterstellung genießen. Der Hype ist gewaltig und das Potenzial des dortigen Fußballs noch lange nicht am Limit.

„Wir testen derzeit 120 junge Spieler, befinden uns in der Spielerfindungsphase. Gebaut wird dann ab November“, erzählt Thies Bliemeister, Berater und enger Vertrauter der Familie Son. Gemeint ist eine Fußballschule, die in Kooperation mit dem HSV errichtet wird „Es geht um Austausch von Know-How, Equipment und Personal. Im Zuge dieser Partnerschaft werden regelmäßig talentierte Spieler nach Hamburg kommen.“

Der erste Import hat eingeschlagen - Heung-Min Son beim Jubellauf

Zwei von ihnen sind schon auf dem Weg: Sunbin Kim und Hansol Hwang, die beiden besten Spieler des Jahrganges 95 aus Südkorea. Sie sollen bis Dezember beim HSV mittrainieren. Schon vor einigen Jahren leitete Bliemeister eine Kooperation mit dem südkoreanischen Fußballverband ein. Damals traten drei Spieler die Reise nach Hamburg an, nur Son setzte sich damals durch und ist heute Stammspieler und Shootingstar der Rothosen. „Ihn zeichnete schon damals aus, dass er sehr ehrgeizig trainierte und immer als erster auf dem Platz gestanden ist.“

Heute ist ein renommierter englischer Vereine sogar bereit, eine Ablöse in zweistelliger Millionhöhe für „Sonny“ zu zahlen. Doch dieser Schritt käme meiner Einschätzung nach zu früh, zumal man dem britischen Fußball eine härtere Gangart nachsagt. Damit hat Son lange seine Probleme gehabt, beweist in dieser Spielzeit jedoch seine Lernfähigkeit. Wobei sein Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft ist.

Der Bundes-Adler steht vor einem Comeback

Wir sehen also nicht nur am Campus-Projekt, dass der Verein neue Wege geht. Neue Wege gehen muss. Denn die Kritik, dass es in den vergangenen Jahren nahezu kein einziger Jugendspieler in die Stammelf der Profis geschafft hat, ist berechtigt. Und was man mit einer ausgeprägten Identifikation zum Verein alles bewirken kann, sehen wir an René Adler. Klar kann man jetzt stänkern und behaupten, dass Adler doch erst ein paar Monate an Bord ist. Andererseits ist es doch unverkennbar, dass sich der Torhüter von diesem Verein und seiner Anhängerschaft begeistern, gar überwältigen lässt.

Und der Anruf, auf den ganz Hamburg, aber Rene Adler insbesondere, wartet, dürfte angesichts des gestrigen Debakels in Berlin nur noch eine Frage der Zeit sein. Den 14.11.2012 sollte sich Adler auf jeden Fall im Kalender markieren – es könnte sein ganz großes Highlight in dieser Saison werden.

Ich drücke ihm fest die Daumen.

Bis dahin,

Nur der HSV!

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