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Hassans Corner: Lars „Ultraschall“ oder wie der Lange einen Kopf kürzer gemacht wird

KOLUMNE - Steht auf Schalke die Null und ist alles roger im Revier? Hassans Corner sagt es euch! Die königsblaue Kolumne auf Goal.com.

Gelsenkirchen. Glück auf! Lars Unnerstall hat sich zurückgezogen, gibt nur noch extrem selten Interviews. Auf Schalke scheint er den Stempel des ewigen Sündenbockes bekommen zu haben.

Es war einmal…

Als Lars Unnerstall nach der schweren Verletzung von Ralf Fährmann ins Schalker Tor rückte, wusste niemand so richtig, wen man dort sehen wird. Gut ein Jahr später wird er systematisch im Internet gemobbt. Sicherlich darf man kritisieren, aber auch in der Anonymität des World Wide Web macht immer noch der Ton die Musik.

Lars Unnerstall wird als Lars „Ultraschall“ verspottet, es wird im attestiert „eine Schande“ für den FC Schalke 04 zu sein. Manche raten ihm im Sinne des Klubs, doch bitte „eine rote Karte“ zu bekommen. Die ganz harten Beleidigungen erspare ich euch an dieser Stelle. Nicht umsonst hat Lars Unnerstall seit dem 20. September 2012 nichts mehr auf seiner Facebook-Seite gepostet. Vielleicht ist das auch besser. Irgendwann muss er sich selbst schützen.

Anfeindungen sind beschämend

Der Junge kann ja nur flattrige Hände und weiche Knie haben, so wie er von einigen Fans behandelt wird. Im Stadion ist es nicht anders. Sicherlich, und das muss man erwähnen - Lars macht Fehler. Er arbeitet aber auch daran und hat sich sichtlich verbessert. Auf Schalke hat auch ein jetziger Nationaltorwart seine Fehler gemacht. Spielt der FC Schalke jedoch schlecht, dann fällt sein Name. Obwohl Lars oftmals gar keine Schuld hat. Ich persönlich halte den Ibbenbürener auch nicht für die wahre Nummer 1 auf Schalke. Aber, er steht nun einmal zwischen den Pfosten, dann drückt man ihm die Daumen. Und wenn er nervös ist, dann baut man ihn auf. Für einige Unbelehrbare scheint das aber leider nicht möglich zu sein. Was wirklich traurig ist.

Ich erinnere da gerne an zwei legendäre Szenen, die vielleicht in Vergessenheit geraten sind. Manuel Neuer patzte 2009 gegen den HSV, als er sich als Kopfballspieler versuchte und uns damit die Niederlage bescherte – zuhause, in der Arena. Oder als derselbe Keeper 2007 in Rostock den Ball per Abwurf punktgenau einem Spieler auflegte, der dann noch so unverschämt war, unseren Torwart zu überlupfen. Mit ihm ist man nicht so hart ins Gericht gegangen. Und 2008 rettete er uns im Alleingang das Spiel in Porto und wir zogen ins Viertelfinale der Champions League ein. Es war ein und derselbe Typ.

Egal welche Meinung man über Lars Unnerstall hat, man kann ihm sagen, was man von ihm hält – aber muss man ihn gleich persönlich anfeinden? Ich frage mich dann immer, warum manche Leute so was machen oder warum sie so handeln. Ich finde keine Antwort, keine Erkenntnis. Ist es der eigene Frust, der von zuhause mit ins Stadion oder ins Netz gebracht wird? Es ist immer noch Fußball und Fußball ist ein Fehlersport, weil er von Menschen betrieben wird. Wenn ihr Maschinen wollt, geht in die Videothek, leiht euch eine DVD aus und guckt Terminator…

Kritik? Ja!
Beleidigungen? Nein!

Glück auf,

euer Hassan

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